"The Art of Solo"
Ein Musikfestival voller Nischenklänge zeigt die Königsdisziplin

Festival-Partner in der Nische: Kulturreferent GR Klaus Reitberger, Harald Steger und Michael Litzko (beide Klangfarben), TVB-Obmann Georg Hörhager (Kufsteinerland), Kurt Mayer (Uniqa) und Claudia Huber (Raiffeisen Bezirksbank Kufstein, v.l.).
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  • Festival-Partner in der Nische: Kulturreferent GR Klaus Reitberger, Harald Steger und Michael Litzko (beide Klangfarben), TVB-Obmann Georg Hörhager (Kufsteinerland), Kurt Mayer (Uniqa) und Claudia Huber (Raiffeisen Bezirksbank Kufstein, v.l.).
  • Foto: Noggler
  • hochgeladen von Sebastian Noggler

Mit viel Mut zur musikalischen Nische und einem Budget von rund 30.000 Euro holt der Kulturverein Klangfarben Kufstein in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Kufsteinerland sowie zahlreicher Sponsoren eine ganze Reihe hochkarätiger internationaler Musiker unterschiedlichster Richtungen zu einem sehr speziellen Festival in die Festungsstadt: "The Art of Solo" widme sich der "Königsdisziplin" musikalischen Schaffens, so Mastermind und Initiator Michael Litzko, nämlich solo, also allein, nur mit dem Instrument, auf der Bühne das Publikum in den Bann zu ziehen und zu überzeugen.

KUFSTEIN (nos). Es dürfte nicht nur in Österreich ziemlich einzigartig sein in dieser Form, das zweitägige Festival "The Art of Solo", das der Kulturverein Klangfarben gemeinsam mit Partnern und Sponsoren für den 1. und 2. Mai 2020 in Kufstein plant. 14 hochkarätige Musikschaffende aus der Region, Österreich, aber auch aus den USA, Japan, Israel oder der Ukraine, bieten außer- und ungewöhnliche Klangwelten in der Festungsstadt, weit abseits der Mainstream-Musik. Damit zielen die Macher auf Musikgenießer, Experimentierfreudige und Neugierige im weiteren Umkreis ab, denn musikalische Massenware sucht man definitiv vergeblich im Festival-Line-Up, dafür finden sich spannende Schätze aus den unterschiedlichsten Nischen, die es für Musikfreunde zu entdecken gelte. Im Klangraum spielt sich das Ganze zwischen Ö1 und FM4 ab, so die Macher.

Saft macht den Auftakt an der Heldenorgel

Zu einigen der bestätigten Künstlern pflegen die Macher hinter dem Kulturverein Klangfarben seit Jahren intensive Kontakte und Freundschaften, manche kennen Kufstein bereits von vorhergehenden Klangfarben-Konzerten. So wird der New Yorker Tastenvirtuose Jamie Saft, der im Februar 2019 eine Weltpremiere an der Heldenorgel feiern konnte (die BEZIRKSBLÄTTER berichteten mit Video), auch zum Solo-Festival den musikalischen Auftakt machen und der größten Freiluftorgel der Welt wieder ungewohnte, groovige wie schräge Töne zur Eröffnung des zweitägigen Reigens am Nachmittag des 1. Mai entlocken.

Im Anschluss gibt's wenige Meter weiter ein Open-Air bei freiem Eintritt am Unteren Stadtplatz mit der Rettenschösser Pop-Musikerin Anja Thaler, bevor das Festival dann ins Kulturquartier übersiedelt, wo nach der Reihe bis 23 Uhr sechs Künstler jeweils etwa einstündige Programme zu Gehör bringen werden. Das Ganze gipfelt dann in einer Jam-Session um 23 Uhr, an der möglichst alle Künstler, die an diesem Tag auf der Bühne standen, ihren gemeinsamen Groove finden können und damit definitiv noch nie Gehörtes liefern werden.

Auch der zweite Festivaltag startet im Freien und kostenlos am Unteren Stadtplatz mit einem Künstler aus der Region. Der Niederbreitenbacher Wolfgang Ellmerer wird dort als "Adzix" für elektronisch-eklektische Klangwelten sorgen, danach gibt's wieder durchgehendes Programm im Kulturquartier bis zur zweiten Jam-Session um 23 Uhr, wo wieder die Künstler des Tages zusammenkommen sollen.
Von Jazz, Pop, Metal, Klassik, Avantgarde, Ambient, Electronica, Folk und Worldmusic bis hin zum Blues spannt sich die Breite der Nischenklänge zum ersten "The Art of Solo"-Festival.

Das ist das Line-Up für "The Art of Solo" 2020

1. Mai

  • Eröffnung
  • Jamie Saft (USA) an der Heldenorgel, 16 Uhr
  • Anja Thaler (Rettenschöss) am Unteren Stadtplatz bei freiem Eintritt, 16.30 Uhr
  • Jochen „Yoshi“ Hampl (AT), 17 Uhr
  • ?Alos – Stefanie Alos Pedretti (IT), 18 Uhr
  • Jo Quail (GB), 19 Uhr
  • Eraldo Bernocchi (GB/IT), 20 Uhr
  • Toshinori Kondo (JAP), 21 Uhr
  • Jamie Saft (USA), 22 Uhr
  • Jam Session, 23 Uhr

2. Mai

  • Adzix (Niederbreitenbach) am Unteren Stadtplatz bei freiem Eintritt, 16 Uhr
  • Al Cook (AT), 17 Uhr
  • Alicia Edelweiss (AT), 18 Uhr
  • Fågelle (SWE), 19 Uhr
  • Ivan Tkalenko (UKR), 20 Uhr
  • Ian Ethan Case (USA), 21 Uhr
  • Adam Ben Ezra (ISR), 22 Uhr
  • Jam Session, 23 Uhr

Workshops und Foto-Ausstellungen

Im Rahmen des Festivals soll aber nicht nur gelauscht werden: Mit zwei Workshops an der LMS Ebbs gibt's an den beiden Tagen auch die Gelegenheit mit Jochen Hampl (Indische Rhythmik und Polyrhythmik) oder Ian Ethan Case (Komposition mit Loopgerät) selbst in Aktion zu treten – egal, mit welchem eigenen Instrument. 25 Euro kostet die Teilnahme an einem der Workshops.

Zu sehen gibt's ebenso etwas: Momentaufnahmen von Klangfarben-Konzerten und KünstlerInnenportraits des Kufsteiner Fotografen Kurt Häring und des Münchner Fotografen Federico Pedrotti werden ausgestellt.

Nischen-Festival langfristig etablieren

Moderat zeigen sich die Ticketpreise für das zweitägige Festival: Beide Tage kosten 95 Euro, ein Tag 48 und einzelne Konzerttickets jeweils 10 Euro. Je nach Resonanz des Vorverkaufs werden die Macher dann entscheiden, ob im "kleinen" Theatersaal des Kulturquartiers mit 170 Plätzen, oder im großen Saal mit rund 400 Plätzen konzertiert wird. Im Städtedreieck zwischen München, Salzburg und Innsbruck stecke jedenfalls durchaus Potenzial, um auch "urbanere" Musikfreunde in die Festungsstadt zu bewegen.

Nicht zuletzt die Aussicht auf interessierte Übernachtungsgäste bestärkte den Tourismusverband "Kufsteinerland" hier als Partner zur Seite zu springen. Mit dessen Expertise in Sachen Marketing und Netzwerk soll sich das ambitionierte Festival nachhaltig und längerfristig in Kufstein etablieren. TVB-GF Stefan Pühringer sieht im durchaus progressiven und urbanen Musikprogramm und gerade in der Nische viel Potenzial, das es zu forcieren gelte. "Solche Nischenthemen ziehen sehr gut und passen zu den langfristigen Zielen des 'Kufsteinerlands'. Wir wollen solche mehrtägigen Festivals stärker in der Region forcieren." Auch TVB-Obmann Georg Hörhager sieht in "Projekten gegen die Laufrichtung" viel Entwicklungspotenzial für die Stadt wie auch den Tourismus in der Region. Dabei wolle man vonseiten der Touristiker auch ausloten, welche Möglichkeiten sich rund um das Festival noch ergeben könnten, etwa Kooperationen mit Mobilitätspartnern, um anreisenden Gästen öffentliche Verkehrsmittel schmackhaft zu machen und sie auf's Auto verzichten zu lassen. Dafür wäre die gewählte Festival-Location aufgrund ihrer zentralen Lage in der Festungsstadt gemacht wie beinah keine andere im großen Umkreis.

Insgesamt rund 30.000 Euro konnte der Kulturverein Klangfarben mit Partnern und Sponsoren für das heurige Festival aufstellen, dabei kommen jeweils 4.500 Euro von der Stadtgemeinde sowie vom TVB. Rund 60 Prozent des Budgets fließen als Gagen an die Musiker, so Litzko. "Die ganze Kulturinitiative zeigt, dass wir nicht nur dem Mainstream frönen", erklärt dazu Kulturreferent GR Klaus Reitberger für die Stadt Kufstein, "und das, was hier geboten wird, das ist hohe Kunst!"

Mehr Infos

Weitere Infos zu "The Art of Solo" und dem Verein Klangfarben finden Sie auf der Website des Kulturvereins.
Festival-/ Tages- und Einzeltickets sind im Vorverkauf entweder online, beim TVB Kufsteinerland, der Stadt Kufstein oder bei Papier+Bücher Ögg erhältlich.

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