Geballte Frauenpower im Hochtal zu Gast - Bäuerinnen-Treffen

Das freut den Bezirksbauernobmann Hans Gwiggner: Flankiert von seinen beiden weiblichen Kolleginnen - Bezirksbäuerin Margarethe Osl (links) und ihre Stellv.Marlene Horngacher.
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  • Das freut den Bezirksbauernobmann Hans Gwiggner: Flankiert von seinen beiden weiblichen Kolleginnen - Bezirksbäuerin Margarethe Osl (links) und ihre Stellv.Marlene Horngacher.
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Das Wildschönauer Bergbauernmuseum z’ Bach war gestern Abend fest in der Hand der Bäuerinnen aus dem ganzen Bezirk. An die 180 Frauen aus ländlichen Betrieben des Bezirkes folgten der Einladung von Bezirksbäuerin Margreth Osl und Bezirks-Bauernobmann Hans Gwiggner.

Eröffnet wurde die LFI-Sommersitzung der BLK-Kufstein von BO Johann Gwiggner, der mit seinen Gedanken und Aussagen „Der Begriff Landwirtschaft hat sich aus dem Begriff Kulturwirtschaft entwickelt …“ wohl den Nagel auf den Kopf getroffen, und verwies auf das Thema dieses Abends. Bezirksbäuerin Margreth Osl gab einen kurzen Rückblick über das Bildungsangebot im Bezirk Kufstein und machte auf anstehende Termine und Projekte aufmerksam. Nach der Eröffnung und dem Kurzreferat von Bezirksbäuerin Margreth Osl folgten die beiden Gastreferate.

Ing. Hans Augustin Kulturbeauftragter der Landeslandwirtschaftskammer für Tirol beschäftigte sich mit ”Nachhaltigkeit und was alles damit gemeint ist”, einem sehr interessanten Impulsreferat. Nachhaltigkeit beginnt bei uns selber, wir gestalten das Jetzt und auch die Zukunft der folgenden Generationen. Und dieser Grundgedanke wird in unserer schnelllebigen Zeit oft hintan gestellt. Für uns zählt meist nur das jetzt und wie bereichere ich mich möglichst schnell!

Es war dies ein Referat zum Einstieg eines sehr informativen Abends der vor allem einen Gedanken verfolgt hat! Wie erhalten wir unsere Kulturlandschaft, und damit vor allem die bäuerliche Baustruktur, die Jahrhunderte überlebt hat. Anschließend ans Impulsreferat wurden zwei Kurzfilme gezeigt: In diesen beiden Filmen wurden Bauernfamilien gezeigt die ihre alten Bauernhäuser renoviert haben und es geschafft haben in alten Wänden ein zeitgemäßes und modernes Wohnen zu ermöglichen. Diese Familien haben die Liebe zu ihrem Hof, die Geschichte ihrer Vorfahren und deren Arbeit geschätzt und fortgeführt. Durch viel Einsatz und vor allem richtige Beratung wurden aus abbruchreifen Gebäuden wahre Schmuckkästchen der Region.

Anschließend begann DI Walter Hauser mit seinen Ausführungen. Mit unglaublichen Bildern und Erzählungen machte er auf den Verfall der Kulturlandschaft und hier vor allem auf das Verschwinden der ortsüblichen Baustile aufmerksam. Jede Region hat ihr besonderes Bild und leider ist uns nicht bewusst wie viel wir schon verloren bzw. selbst zerstört haben. Und wenn wir so weitermachen, dann wird es die schönen, auf Postkarten abgebildeten Dorfbilder nicht mehr geben. Gerade die vielen bäuerlichen Gebäude sind ja die Aushängeschilder einer Region, in jedem Tal gibt es Baustile die dort typisch sind. Leider wird das heute oft nicht mehr geschätzt und viele Häuser auch im Hochtal gleichen Häusern, die man überall in Europa findet. Verschwindet unser alter Baustil, verschwindet auch unsere Kultur und unser, von den Gästen und uns so geliebtes Landschaftsbild.

Diese Veranstaltung sollte die bäuerlichen Funktionäre anregen in ihrer Region gemeinsam mit den Verantwortlichen von Gemeinde, Tourismus, Wirtschaft und auch der normalen Bevölkerung an dem Erhalt des regionalen Landschaftsbildes zu arbeiten. Menschen müssen für dieses Thema sensibilisiert werden. Denn wenn die alten Häuser und Gebäude in einem Dorf oder einem Weiler abgerissen werden ist es zu spät. Es verschwindet nicht nur das Gebäude sondern auch die Geschichte, die sie erzählen.

Interessierte Hausbesitzer, die ihre alten Wände renovieren möchten und altes Kulturgut erhalten wollen, gehören in erster Linie vor Ort unterstützt. Besonders geeignete Beratung durch Fachleute können alte Häuser zu wahren Sehenswürdigkeiten gestaltet werden.

Die Bezirkslandwirtschaftskammer hat mit dieser Veranstaltung versucht, die bäuerlichen Funktionäre/-innen auf diese Thematik aufmerksam zu machen. Und ist ein Anliegen, dass sich die eine oder andere Gemeinde findet, in der dieses Thema auch aufgegriffen und der Verfall der Heimatlichen Kulturlandschaft und Ortsbilder gestoppt wird.

Seitens der BLK wird es zum Thema „Nachhaltigkeit“ in nächster Zeit vermehrt Veranstaltungen und Kurse und andere Angebote geben. Derzeit findet eine interessante Ausstellung zu diesem Thema im Höfemuseum in Kramsach statt.

Simon Hörbiger/Toni Silberberger

Wo: Bergbauernmuseum, Wildschönau auf Karte anzeigen
Autor:

Helene Wendlinger aus Kufstein

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