Regional Kaufen
"Global denken, lokal Essen" hieß es in Kramsach

Der Vortag "Global denken, lokal Essen" von Hannes Royer (li.), Regula Imhof (re.) und Michael Brötz zog einige Besucher nach Kramsach ins Volksspielhaus.
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  • Der Vortag "Global denken, lokal Essen" von Hannes Royer (li.), Regula Imhof (re.) und Michael Brötz zog einige Besucher nach Kramsach ins Volksspielhaus.
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Am Donnerstag, den 5. März luden die KEM (Klima- und Energiemodellregion) Alpbachtal, das Klimabündnis Tirol und die Erwachsenenschule Alpbach zu einem Vortrag im Kramsacher Volksspielhaus ein. 

KRAMSACH (mag). Ernähren wir uns Klimaverträglich? Ist Regional wirklich Bio? Was ist eine Regionale Lebensmittelkooperative? Zu diesen Fragen standen Hannes Royer, der Bergbauer aus Schladming und Gründer von "Land Schafft Leben", Regula Imhof, Biobäuerin und Betreiberin der "Gute Frücht"Obstgärten und Michaela Brötz, Gründerin der "Foodcoops" in Schwaz und Vomperbach, Rede und Antwort am 5. März im Volksspielhaus Kramsach. 
Jeder Mensch in Österreich nimmt rund eine Tonne Nahrung pro Jahr zu sich. Daher ist es laut Hannes Royer um so wichtiger, dass man auf die Herkunft der Produkte achtet und nicht immer das Billigste kauft. Ihm als Bauer wurde schnell klar wenn es nur um den Preis geht hat auch die österreichische Landwirtschaft keine Chance. Immer mehr Lebensmittel werden in China hergestellt und so etabliere sich China langsam als größter Lebensmittelproduzent weltweit. Alle Lebensmittel haben Einfluss auf das Wohlbefinden, deshalb sollte man genau darauf achten was man zu sich nimmt und vor allem woher es kommt. Vier Millionen Österreicher essen jeden Tag auswärts, aber niemand weiß was man tatsächlich auf dem Teller hat. Es seien nur neun Prozent Lebensmittel aus Österreich in einer Speise die man außer Haus isst. Es sollen im Laufe eines Jahres rund 50.000 Kälber ins Ausland exportiert aber 100.000 Stück Kalbfleisch zurück nach Österreich importiert werden. 
Es wurde mit großen Firmen und Großhändlern gesprochen, welche ganz klar meinten, dass während den Stoßzeiten in Österreich (Wintersaison, Ferien) es ihnen nicht möglich ist auch nur ein einziges Tiroler - Kalbsschnitzel zu vermarkten, da der Preisunterschied bei fünfzig bis sechzig Prozent liegt, so der Gründer von "Land Schafft Leben". 
Hannes Royer wollte allen Anwesenden nahe legen ein bisschen mehr drauf zu achten welche Lebensmittel man sich kaufe und woher sie kommen, denn etwas verändern könne nur der Konsument. "Alles was wir tun hat eine Auswirkung", so Hannes Royer.

Schädigen Kühe unser Klima? 

In den wissenschaftlichen Berechnungsmodellen sei keine Rede davon, dass die Kuh dem Klima mehr zusetzte als das Auto. Schließlich handle es sich um zwei komplett verschiedene Dinge. Wird eine Kuh standort- und artgerecht gehalten, sei sie in einen natürlichen CO2-Kreislauf eingebunden. Ihr Lebensraum sei das Grünland, welches CO2 binde und somit der Atmosphäre entziehe. Nach den Mooren bildet der Boden unter dem Grünland global gesehen die zweitgrößte CO2-Senke, speichert also dieses Gas dauerhaft, erklärte Experte Hannes Royer. 

Hannes Royer appellierte darauf wie wichtig es sei auf die Herkunft der Produkte zu achtet und nicht immer das Billigste zu kaufen.
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Was ist eigentlich Bio?

Regula Imhof, Biobäuerin und Betreiberin der "Gute Frücht"Obstgärten sprach über das Thema Bio. Die meisten Leute wissen nicht sehr viel über Bioprodukte. Bio sei definiert, es werde über eine Verordnung festgelegt und der Prozess der dahinter stehe sei sehr vielschichtig. Regula Imhof führt ihren Biobetrieb schon seit acht Jahren und für sie war immer völlig klar, dass ihre Produkte gesetzlich kontrolliert werden und auch kontrolliert werden müssen um das Bio-Siegel zu bekommen. Ein blaues Blatt kennzeichnet das Bio-Siegel, ist dieses Blatt nicht drauf, ist es auch nicht Bio, so Imhof. Das AMA-Gütesiegel bedeutet das es Bio ist und auch in der Region produziert wurde. "Wenn gewisse Betriebe voraus gehen, sich mehr beschäftigen mit einer umweltgerechten Produktion die in Richtung Klimaschutz geht, dann kann das schon eine Wirkung haben, weil die anderen nachziehen werden", so Regula Imhof. Es gäbe jedoch schon eine große Marktentwicklung im Biobereich. 

Regula Imhof sprach im Kramsacher Volksspielhaus über das Thema Bioprodukte und deren Vorteile.
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"Foodcoops" als Alternative 

Michaela Brötz ist Gründerin der "Foodcoops" (Lebensmittelkooperative) in Schwaz und Vomperbach, sie erklärte im Kramsacher Volksspielhaus wie wichtig es ist regional einzukaufen.
Eine "Foodcoop" ist der Zusammenschluss von Personen und Haushalten, die selbstorganisiert biologische Produkte direkt von lokalen Bauernhöfen, Gärtnereien, Imkereien etc. beziehen.
Michaela Brötz will "ehrliche Lebensmittel, ohne Skandale" und diese wenn möglich plastikfrei. 
Die "Foodcoop" hat ein gemeinsames Konto wo jedes Mitglied seinen Bestellbeitrag einbezahlt. Bis zu einem bestimmten Zeitpunkt bestellen die Vereinsmitglieder einen Wochenbedarf. Die Ware wird von regionalen Lieferanten in einem zentralen Lagerraum angeliefert, wo sie dann von den Mitgliedern der "Foodcoop" abgeholt werden.
Der Verein stellt die Software zur Verfügung, wickelt die Zahlungen ab und organisiert das Lager, dies erreiche man durch Mitgliedsbeiträge und auch durch gemeinsame ehrenamtliche Tätigkeiten. Die Mitgliedschaft und so auch die Möglichkeit zu bestellen, sei mit einem Mitgliedsbeitrag von maximal zehn Euro pro Monat verknüpft, von dem man Betriebskosten und dergleichen decke.

Michaela Brötz ist Gründerin der "Foodcoops" (Lebensmittelkooperative) in Schwaz und Vomperbach.
  • Michaela Brötz ist Gründerin der "Foodcoops" (Lebensmittelkooperative) in Schwaz und Vomperbach.
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Mehr zum Thema Regionalität und Klimaschutz finden Sie hier. 
Die aktuellsten Meldungen aus dem Bezirk Kufstein finden Sie hier.

Autor:

Magdalena Gredler aus Kufstein

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