"glück.tage reloaded" – mit Horx, Stern, Storl und Kaiser

Zukunftsforscher Matthias Horx mit Brigitte Weninger
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KUFSTEIN (red). Nach dem begeisternden Start des „Selberdenker“-Festivals für Literatur, Philosophie, Natur und Genuss im Vorjahr, freuen sich Publikum und veranstalter auf die Neuauflage vom 24. bis 28. Mai.

Am Donnerstagabend (25.5.) lädt einer der profiliertesten Zukunftsforscher Europas das Publikum zum gemeinsamen Nach- und Vorausdenken ein. Matthias Horx entlarvt das Spiel mit unseren Ängsten als wirksames Werkzeug der Medien und Mächtigen, stellt weit verbreitete „alternative Fakten“ richtig und zeigt, dass wir durchaus zuversichtlich in die Zukunft schauen dürfen. So soll „Angst und Glück“ ein Mut machender Vortrag für all jene werden, die sich das Selber-Denken nicht verbieten lassen.
Matthias Horx, *1955, gilt als profiliertester und einflussreichster Zukunftsforscher im deutschsprachigen Raum. Nach seiner Journalisten-Laufbahn (ZEIT, MERIAN…) gründete er das Zukunftsinstitut mit Sitz in Frankfurt und Wien, um bedeutsame Trends für Gesellschaft, Kultur und Unternehmen begreifbar zu machen. Der leidenschaftliche Europäer lehrt als Dozent für Prognostik und Früherkennung, hat zahlreiche Sachbuch-Bestseller geschrieben, und lebt mit seiner Familie in Wien.

Mathias Horx im Kurz-Interview

Der Untertitel Ihres Vortrags heißt: „Anleitung zum Zukunfts-Optimismus“. Müssen wir uns nicht eher SORGEN um die Zukunft machen?
MATTHIAS HORX: Wir können natürlich, aber wir MÜSSEN es nicht. Der Mensch ist durch seine Evolution ein Angst-Wesen. Aber diese Angst hatte früher immer eine Funktion. Sie machte uns wach und half Gefahren abzuwenden. Durch Angst haben wir Imagination, Sprache und Vernunft entwickelt. Und durch Angst unterscheiden wir uns von den Tieren, die ja nur Furcht als Reiz-Reaktions-Muster kennen. Aber die heute grassierenden und von vielen Kanälen hochgepushten Ängste sind nicht mehr sinnlich erfassbar, sondern abstrakt und kaum einzuordnen.

Sie denken also, dass Medien und Gesellschaft Ängste nicht bloß transportieren, sondern regelrecht erzeugen?
MATTHIAS HORX: Ja - die Angst wird instrumentalisiert. Denn „Aufmerksamkeit“ ist heutzutage eine enorm knappe Ressource. Wer sie erregen will muss aufregen und den empfindlichen Nerv treffen. Das gelingt durch schockierende Schlagzeilen, schlechte Nachrichten, notfalls auch durch falsche Fakten. Das Geschäft mit der Angst der Menschen boomt. Und das ist überaus gefährlich. Früher haben wir schlechte Nachrichten nur aus der Ferne erhalte – das ging einem nicht so nahe. Seit den 60er-Jahren aber haben wir die dazugehörigen Bilder im Wohnzimmer. Per Internet sogar in Echtzeit.
Doch wenn wir nicht mehr selber über Ursache, Wirkung und das wahre Ausmaß einer Bedrohung entscheiden können, wissen wir nicht, wie wir handeln sollen. Und lassen uns gerne von Anderen sagen was zu tun ist.

Aber was kann man dagegen unternehmen? Können positive Impulse wie Bücher, Vorträge oder das glück.tage-Festival tatsächlich etwas bewirken?
MATTHIAS HORX: Die beste Möglichkeit um gegenzusteuern ist, sehr bewusst und achtsam zu bleiben. Fakten sorgsam zu prüfen, anstatt sie einfach zu glauben. Logisch nachzudenken. Wenn man einmal begriffen hat wie menschliche Wahrnehmung und Denken funktionieren erkennt man rasch, wo und wie man manipuliert werden soll.
Und so ist jeder Impuls der Menschen zum Neu- und Selberdenken anregt sehr wertvoll.

Was dürfen Ihre Zuhörer_innen von Ihrem glück.tage-Vortrag erwarten?
MATTHIAS HORX: Es wird sicher kein Abend zum bequemen Zurücklehnen und Abschalten – ich fordere mein Publikum. Ich will erstaunliche Zukunftsfakten anbieten und verbreitete Denk-Fallen aufzeigen. So können wir gemeinsam überprüfen, was wir zu wissen glauben, und ein wenig in eine Zukunft hineindenken, die nicht so stark mit Ängsten belastet ist.

Weitere Hochkaräter warten

Zukunftsweisend ist auch die Philosophie des französischen „Bildungs-Rebellen“ André Stern, der selbst nie eine reguläre Schule besucht hat und dennoch fünf Sprachen und drei Handwerke beherrscht. In seinem Vortrag am Freitag (26.5.) plädiert Stern für ein bedingungsloses „Vertrauen ins Kindsein“ und zeigt, "wie wir in Kindern und in uns selbst Leidenschaft, Kreativität und Freude am Lernen wachhalten können".

Sehr „erdig“ sind die Erkenntnisse des berühmten Natur-Botschafters, Ethnobotanikers und Bestseller-Autors Wolf Dieter Storl. Er spricht bei seinem Samstagsvortrag (27.5.) 
über „Das Glück, ein Teil der Natur zu sein“. Denn es lohnt sich auf allen Lebensebenen, sich wieder stärker mit ihren Kräften zu verbinden, in Wald, Berg oder Garten neue Wurzeln zu schlagen und in der Natur den Schlüssel zum persönlichen Lebens- Glück zu suchen.

Den „Blasmusikpop“-bunten Abschluss der "glück.tage" gestaltet die quirlige Bestsellerautorin Vea Kaiser, die bei Ihrer Sonntags-Matinee-Lesung (28.5.) auf der "arte- Hotel"-Terrasse Geschichten von Glück und Unglück erzählt.

„Garniert“ mit abwechslungsreichem Rahmenprogramm

Der glück.tage-Auftakt am Mittwoch wird vom siebten "LESE.GLÜCK.FLASHMOB" geprägt. Bei dieser „Aktion gegen die Regalhaltung von Büchern und für das Recht auf Freies Lesen“ kommen Menschen mit ihren Lieblingsbüchern in den Kufsteiner Stadtpark, um dort 20 Minuten öffentlich zu lesen oder genüsslich zuzuhören. Auf der "glück.tage-LESE.BÜHNE" kommen Neo-Autoren_innen von 8 bis 108 Jahren zu Wort, die ihre Kurztexte zum Thema vorstellen werden, bevor um 20 Uhr das "Atteso String Quartett ein "HAPPY!- KONZERT" voller Glücksmelodien präsentiert. Die vier Symphoniker werden auch alle Vortrags-Abende des Festivals musikalisch begleiten.

Am DO, 25. Mai 2017 um 20.00 Uhr spricht Matthias HORX im Passionsspielhaus Erl über „GLÜCK & ANGST - ANLEITUNG ZUM ZUKUNFTSOPTIMISMUS“
Tickets: Euro 28.- Ö-Ticket, TVB Kufsteinerland, Sparkasse, Buchhandlung fein.kost
Alle Details zum Horx-Vortrag und mehr Programm- und Übernachtungs-Infos gibt's auf der "glück.tage"-Website

Diese Aktion ist beendet.

Autor:

Sebastian Noggler aus Kufstein

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