"K2go"-Projekt
Kufstein geht mit Kaffeebechern in den Mehrweg

Stefan Hohenauer (Umweltreferent der Stadtgemeinde Kufstein), Birgit Pristauz (Ideengeberin und Vorstandsmitglied der KUUSK-Leader-Region), Melanie Steinbacher (GF KUUSK-Leader-Region), Manfred Zöttl (Abfallberater Stadtwerke Kufstein) und Thomas Ebner (GF Standortmarketing Kufstein) (v.l.) halten bereits die ersten "K2go" Becher in den Händen.
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  • Stefan Hohenauer (Umweltreferent der Stadtgemeinde Kufstein), Birgit Pristauz (Ideengeberin und Vorstandsmitglied der KUUSK-Leader-Region), Melanie Steinbacher (GF KUUSK-Leader-Region), Manfred Zöttl (Abfallberater Stadtwerke Kufstein) und Thomas Ebner (GF Standortmarketing Kufstein) (v.l.) halten bereits die ersten "K2go" Becher in den Händen.
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  • hochgeladen von Barbara Fluckinger

Die Festungsstadt führt mit derzeit zehn Partnerbetrieben ein neues Mehrwegbecher-System "K2go" mit Keramik-Kaffeebechern ein und wagt damit einen großen Schritt in Richtung Müllvermeidung.

KUFSTEIN (bfl). Es ist ein Projekt, das in Österreich einzigartig ist, sagt der Geschäftsführer des Standortmarketing Kufstein, Thomas Ebner. Die Rede ist von "K2go", dem neuen Mehrwegbecher-System für die Region rund um Kufstein. Am Dienstag, den 26. Februar wurde das Projekt von Trägern und der Ideengeberin in Kufstein nun präsentiert, bei dem ab April die ersten Mehrwegbecher an zehn Partner in und rund um Kufstein gehen sollen. Träger des Projektes ist der Leaderverein KUUSK (Kufstein und Umgebung, Untere Schranne – Kaiserwinkl), für die Abwicklung ist die Standortmarketing Kufstein GmbH zuständig.
Das neue Mehrwegbecher-System ist einfach. Kunden können direkt bei den Verkaufsstellen die Keramik-Becher "K2go" für zehn Euro Pfand erwerben. Gebrauchte oder dreckige Becher können dann zurückgegeben oder beim nächsten Kaffeekonsum wieder in frische Becher eingetauscht werden. Das Standortmarketing Kufstein, welches das Projekt abwickelt, hat einen Vorrat an Bechern und sorgt bei Bedarf für Nachschub bei seinen Partnerbetrieben, die die Becher selbst vor Ort reinigen. "Für die Gastronomen ist dieses Pfandgeschäft vollkommen aufkommensneutral", sagt Thomas Ebner, Geschäftsführer der Standortmarketing Kufstein GmbH. Erfahrungen mit dem gleichen System habe das Standortmarketing bereits über zwanzig Jahre beim Weihnachtsmarkt gemacht, sagt Ebner. Was dieses Mehrwegbecher-Pfandsystem in Österreich einzigartig macht, ist, dass die Becher nicht aus Kunststoff, sondern aus Keramik sind.

Derzeit zehn Partnerbetriebe

Mit von der Partie sind derzeit zehn Partnerbetriebe bzw. "Verkaufsstellen" in und rund um Kufstein: Spar (Filiale Unterer Stadtplatz und Kaufpark), Bäckerei Hauber (beide Filialen in Kufstein), Cafe Inner, Moccador, Schwimmbadbuffet Kufstein, Trafik Doppelhammer (Niederndorf) und die Bäckerei Bichlbäck (Filialen Niederndorf und Ebbs). Damit soll aber noch lange nicht Schluss sein. Es sollen in den kommenden Tagen und Wochen noch weitere Gastronomen akquiriert werden.
"Wir ermöglichen unseren Partnern, das Ganze im ersten Jahr kostenlos zu konsumieren", sagt Ebner. Ab dem Jahr 2020 wird ein Mitgliedsbeitrag in der Höhe von 1 Euro pro Tag (zuzüglich der Mehrwertsteuer) in Rechnung gestellt. Zudem werden die Partnerbetriebe mit "Werbeleistung" gefördert.
Vorerst wurden 5.000 Mehrwegbecher in Auftrag gegeben, die klimaneutral in der Tschechischen Republik hergestellt werden. Die Silikondeckel werden in der Schweiz produziert. Die Becher sind in verschiedenen lokalen Designs erhältlich, die Orte der Region zeigen. Um den regionalen Charakter des Projekts zu unterstreichen, gibt es die Becher derzeit in den sieben Editionen: Kufstein, Schwoich, Thiersee, Erl, Walchsee, Kössen und Naturerlebnis Kaisergebirge. Die unterschiedlichen Becher werden in allen Ausgabebetrieben erhältlich sein.
Die Anschaffungskosten für die Becher und dazu passende Ausgabeboxen liegen bei rund 30.000 Euro. Weitere 30.000 Euro fallen an Restkosten für die Entwicklung sowie Abwicklung an. Finanziert wird das Projekt vor allem durch die Europäische Union im Rahmen einer Leaderförderung sowie durch eine Abfallvermeidungs-Förderung der Sammel- und Verwertungssysteme für Verpackungen. Auch das Land Tirol und die Wirtschaftskammer Kufstein unterstützen das Konzept finanziell.

Müll als Dauer-Bauchweh-Thema

Das Ziel sei grundsätzlich Abfall zu vermeiden, sagt Stefan Hohenauer, Umweltreferent der Stadtgemeinde Kufstein, der das Projekt als eine Initialzündung sieht. "Das ist ein sehr guter Anfang", so Hohenauer. Er hofft, dass mit dem Projekt das Thema Müllvermeidung mehr in das Bewusstsein der Menschen gebracht werden kann.
Die Idee für das Projekt kam von Birgit Pristauz. Die Bäckermeisterin führt die Bäckerei "Bichlbäck" in Niederndorf und beschäftigt sich schon seit langem mit dem Thema der Müllvermeidung hinsichtlich Coffee-to-go Becher. "Das Thema Müll ist ein Dauer-Bauchweh-Thema", sagt Pristauz, die in ihrer Bäckerei selbst bereits Versuche zur Müllvermeidung bei Kaffeebechern startete. Ende 2017 wurde sie auf ein Mehrwegbecher-Projekt der Stadt Linz aufmerksam und prüfte daraufhin weitere Möglichkeiten für eine Umsetzung in der Region. Als Vorstandsmitglied der KUUSK-Leader-Region legte sie ihre Idee letztendlich dem Regionalmanagement vor.

Mehr Infos dazu auf www.rm-tirol.at/projekte/.
In wenigen Tagen wird zudem die Seite www.k2go.tirol online gehen.

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