Lokale gesperrt
Kufsteiner Geschäfte am Oberen Stadtplatz bangen um Zukunft

Vier Geschäftslokale am Oberen Stadtplatz wurden vor rund drei Wochen gesperrt – derzeit sind noch drei Lokale von der Schließung betroffen.
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Wegen Einsturzgefahr mussten Geschäftslokale am Oberen Stadtplatz geschlossen werden. Die Stadt Kufstein arbeitet derzeit an weiteren Untersuchungen, um zu entscheiden ob und wann die Geschäfte wieder in Betrieb genommen werden könnten. 

KUFSTEIN (bfl/red). Große Unsicherheit herrscht derzeit unter Geschäftsbetreibern am Oberen Stadtplatz. Auf Grund von Einsturzgefahr wurden dort Geschäftslokale Ende Jänner bzw. Anfang Februar vorerst geräumt und gesperrt. Wie lange das noch so bleibt und ob die Geschäftsbetreiber dort überhaupt wieder öffnen können, ist derzeit ungewiss.
Festgestellt wurden die Mängel bei Umbauarbeiten in einem ehemaligen Caféhaus am Oberen Stadtplatz. Die Deckenkonstruktion, die vorher unter einer Abdeckung nicht sichtbar war, erweckte dort einen stark beschädigten Eindruck. Ein Statiker wurde mit der Prüfung beauftragt und sein Gutachten war eindeutig: Die Stahlträger seien so stark verrostet, dass die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann. Seine Empfehlung: die sofortige Räumung der Geschäfte. Vier Geschäftslokale waren letztendlich davon betroffen. 

Lokale vorerst gesperrt

"Die Vizebürgermeisterin Brigitta Klein hat sofort als Baubehörde den Eigentümern (Stadt Kufstein und Kirche) den bescheidmäßigen Auftrag erteilt, die Lokale nicht mehr zu betreten. Ich habe das umgehend gemeinsam mit der Kirche an die Mieter weitergeleitet", sagt Kufsteins Bgm. Martin Krumschnabel dazu. Es folgten weitere Besichtigungen und ein zusätzliches Gutachten mit dem Ergebnis, dass das Juweliergeschäft vorerst weiter betrieben werden kann, wenn eine provisorische Unterfangung erfolgt. Die anderen Geschäfte bleiben allerdings bis auf weiteres zu. "Es sind jetzt aufwändige weitere Untersuchungen zu beauftragen, die gerade ausgearbeitet werden. Die Geschäfte bleiben vorerst geschlossen, möglicherweise auch auf Dauer", sagt Krumschnabel. 

Mögliche Sanierung und Unterstützung durch Stadt

Der Verbleib der Geschäftsbetriebe und die Zukunft der Geschäftsbetreiber ist damit ungewiss. Laut Stadt wird mit dem Juwelier eine Ersatzlösung gesucht, die "vermutlich auch gebraucht würde", wenn eine Sanierung möglich wäre. "Die Stadt wird die Mieter nach meiner Meinung auch finanziell unterstützen. Sobald konkrete Summen bekannt sind, wird der Stadtrat darüber Beschluss fassen, da solche Zahlungen ohne Beschluss nicht möglich sind", sagt Krumschnabel. Wie lange die Geschäfte gesperrt sind, sei derzeit nicht absehbar. Hier wird man wohl warten müssen bis ein Sanierungskonzept erstellt ist bzw. bis klar ist, ob die Sanierung überhaupt möglich ist.

Ranzmaier (FPÖ): Anstrengungen der Stadt nur "halbherzig"

Kritik am Vorgehen der Stadt Kufstein hagelte es indes von LA Christofer Ranzmaier (FPÖ) aus Kufstein. Er ortet eine Unvereinbarkeit zwischen der städtischer Funktion als Baupolizei und jener als Vermieter. Die Kritik Ranzmaiers richtet sich dabei vor allem auf das Vorgehen zur Schließung der "Wurstkuchl" – die Kufsteiner Traditionsimbissbude ist eines der betroffenen Lokale. Die Betreiber stehen nun vor einer prekären Situation. "Nach Gesprächen mit den Wurstkuchl-Betreibern entsteht bei mir ernsthaft der Eindruck, als würde die Stadt Kufstein einem der letzten Kufsteiner Imbissstandbetreiber mutwillig den Garaus machen wollen. 
"Anders kann ich mir nicht erklären, dass man im Streit um die vor drei Wochen wegen baulicher Mängel geschlossene Lokalität noch keinen einzigen Schritt weiter ist“, so Ranzmaier. Er mutmaßt, dass der Stadt das Problem "gerade gelegen" käme, da man hier Gerüchten zufolge schon länger das Gebäude abreißen wolle, und befindet die Anstrengungen der Stadt als "halbherzig". "Wenn die Stadt als Baupolizei wegenangeblich grober Mängel die Mieter aus einer Räumlichkeit, die die Stadt selbst vermietet, ausquartiert, dann sehe ich schon die Stadt auch in der Verantwortung, sich um die Mieter zu kümmern“, sagt Ranzmaier. 

Aktuelle Nachrichten aus dem Bezirk Kufstein finden Sie hier.

Autor:

Barbara Fluckinger aus Kufstein

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