Schulbusse
Mehr Sicherheit im Straßenverkehr im Bezirk Kufstein

Einige Personen setzen sich für mehr Busse im Schulalltag ein. Der VVT setzt nun 17 weitere Busse zur Verstärkung im Tiroler Unterland ein.
  • Einige Personen setzen sich für mehr Busse im Schulalltag ein. Der VVT setzt nun 17 weitere Busse zur Verstärkung im Tiroler Unterland ein.
  • Foto: Fluckinger/BB Archiv
  • hochgeladen von Magdalena Gredler

Die Schulbusse im Bezirk Kufstein sind zu voll. Besorgte Eltern, Manuel Tschenet vom Regionalmanagement Kufstein und die Neos setzten sich für Verbesserungen und mehr Linien ein. Auch die BEZIRKSBLÄTTER hackten beim VVT nach. Denn überfüllte Busse sind nicht nur ein Sicherheitsrisiko für die Kinder sondern sollte es auch in Corona-Zeiten nicht geben. 

BEZIRK KUFSTEIN (mag). Die Schule hat wieder begonnen und viele Schüler fahren schon morgens mit dem Bus zum Unterricht. Seit Jahren gibt es aber laut einigen besorgten Eltern ein Platzproblem auf vielen Schulbus-Strecken. Im Bus auf der Strecke Kufstein-Walchsee-Kössen sei dies besonders schlimm, sagt Markus Reiter, ein besorgter Vater. Der Bus soll bis zu siebzig Schüler mitnehmen. Als der Familienvater dies bei der Polizei meldete, wurde ihm gesagt, dass es gesetzlich erlaubt sei, bis zu 85 Kinder mitzunehmen, da zwei Kinder unter 14 Jahren wie eine erwachsene Person zählen. Unverständlich für Reiter und wahrscheinlich auch für viele andere Eltern. Die Sicherheit der Kinder bleibt so definitiv auf der Strecke. Doch der Polizei sind laut der Gesetzeslage die Hände gebunden. Seit einem Jahr versucht der Familienvater nun schon etwas gegen das Bus-Problem zu unternehmen. Weiterhelfen konnte oder wollte ihm bis jetzt aber niemand.
Das Busunternehmen Ledermair verwies Reiter zum VVT (Verkehrsverbund Tirol), dieser wiederum behauptete, es würden die finanziellen Mittel fehlen, um weitere Busse um diese Uhrzeit auf der Strecke einzusetzen. Selbst das Konservatorium für Verkehrssicherheit zog sich laut Reiter aus der Verantwortung. "Der Ball wird vom einen zum anderen gespielt und niemand fühlt sich wirklich zuständig", so der Familienvater. 

VVT: Zuerst abwarten

Laut der VVT-Pressesprecherin Stefanie Kozubek musste man die ersten Tage und Wochen abwarten und beobachten, wie sich die Situation entwickeln würde. Für das Schuljahr 2020/21 gibt es tirolweit seit Montag, den 28. September 33 weitere Busse, die in der Früh und zur Mittagszeit unterwegs sind. 17 davon allein im Tiroler Unterland. Trotzdem bittet der VVT immer noch, auf übervolle Busse hinzuweisen, um gegebenenfalls erneut handeln zu können. Der VVT legt seinen Fahrgästen nahe, sofern möglich, den Mindestabstand von einem Meter auch in den Öffentlichen Verkehrsmitteln weiterhin einzuhalten, sich innerhalb des Fahrgastraumes entsprechend aufzuteilen und auch die Stehplätze zu nutzen. Im Öffentlichen Verkehr könne man leider nicht immer einen Sitzplatz für jeden Fahrgast garantieren, die Fahrzeuge seien jedoch für Sitz- und Stehplätze zugelassen. Vor allem zu den Hauptverkehrszeiten können die Busse sehr voll werden, wodurch es nicht immer und überall möglich sei, den Mindestabstand einzuhalten. Ob 33 zusätzliche Busse ausreichen und nun endlich genügend Sicherheit für alle Schulkinder vorhanden ist, wird die Zeit zeigen. Aber eines steht fest, für mehr Sicherheit im Straßenverkehr zu kämpfen, lohnt sich.

Es geht ums Geld

Auch Manuel Tschenet, Mobilitätsbeauftragter und Geschäftsführer beim Regionalmanagement Kufstein und Umgebung nahm sich der Sache an und schaute sich auf eigene Faust eine der Schulbus-Linien in Ebbs an. Tschenet sei in Gesprächen mit dem VVT, um noch weitere Verbesserungen für den Öffentlichen Verkehr zu erwirken. Eine schwierige Aufgabe wie er im Gespräch erwähnte, da man mehr Fahrzeuge und mehr Personal benötigen würde, welches aber nicht so einfach zu finden ist. Trotzdem ist es aus seiner Sicht absolut notwendig. Es betreffe nämlich nicht nur Schüler sondern auch viele Pendler. "Am Ende geht es ums Geld, um die Fahrer und um die Fahrzeuge", so der Geschäftsführer.

Viele setzten sich ein

Die Pinke Partei Neos hat sich ebenfalls für das Bus-Problem eingesetzt und vor allem Mobilitätslandesrätin Ingrid Felipe kritisiert. Der Einsatz der Neos, der von Manuel Tschenet und der vieler besorgter Eltern, wie Markus Reiter, war am Ende vielleicht auch ein Teilgrund, dass man handeln musste, um für mehr Sicherheit im Straßenverkehr zu sorgen.

Ein Vater der nicht aufgibt

Markus Reiter war Ersthelfer bei dem Busunglück in Vomp vor zwanzig Jahren und ist heute noch zutiefst berührt von den schweren Schicksalsschlägen die mehrere Familien an diesem Tag ereilten. Er höre heute noch Kinder weinen und schreien, wenn er an diesen Tag zurück denkt und will so einen tragischen Unfall nie wieder erleben müssen. Reiter wird weiter kämpfen, für seine Töchter und zukünftige Kinder, so lange bis die Busfahrt zur Schule für alle sicher ist.

Die aktuellsten Meldungen aus dem Bezirk Kufstein finden Sie hier. 

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