"Radeln ohne Alter"
Mit der Elektro-Rikscha durch die Festungsstadt

Pilot Ronald Den Outer mit zwei Passagieren unterwegs Richtung Kaiserlift.
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  • Pilot Ronald Den Outer mit zwei Passagieren unterwegs Richtung Kaiserlift.
  • Foto: RoA/Den Outer
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15 Standorte in Österreich zählt die Aktion "Radeln ohne Alter" mittlerweile bereits, drei davon – Innsbruck, Völs und Wattens – finden sich in Tirol. Nun rollen die ersten Rikschas, pilotiert von Freiwilligen, auch durch die Festungsstadt und geben damit Senioren "das Recht auf Wind im Haar" zurück.

KUFSTEIN (nos). Erst seit kurzem ist der gebürtige Niederländer Ronald Den Outer in Pension, zuvor kümmerte sich der Diplomkrankenpfleger etwa um Dialysepatienten am Bezirkskrankenhaus Kufstein. Während sich andere im Ruhestand zurück nehmen, gibt Den Outer lieber Gas – oder besser gesagt Strom. Denn Ronald Den Outer ist der erste Kufsteiner Pilot für das Projekt "Radeln ohne Alter" und chauffiert Senioren per Elektro-Rikscha über die Rad- und Spazierwege der Festungsstadt. Seit einigen Tagen läuft die Probephase mit den beiden Altenwohnheimen in Kufstein, die freiwilligen Rikscha-Piloten sind bereits zu fünft, drei davon werden aktuell in Innsbruck geschult, wo die Aktion bereits mit vier Seniorenheimen angelaufen ist.

"Mit dem Elektroantrieb geht's ohne Probleme den Unteren Stadtplatz hinauf", weiß Pilot Den Outer aus eigener Erfahrung.
  • "Mit dem Elektroantrieb geht's ohne Probleme den Unteren Stadtplatz hinauf", weiß Pilot Den Outer aus eigener Erfahrung.
  • Foto: RoA/Den Outer
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Rikscha von Serviceclubs gespendet

"Wir holen die Leute vor der Türe ab, sie setzen sich in die Rikscha und dann fahren wir eine Runde, etwa anderthalb Stunden lang", umreißt Den Outer das Prozedere. Derzeit melden sich Interessierte einfach über ihr Seniorenheim für eine Tour an, bezahlen müssen sie dafür nichts. "Wir werden als freiwillige Piloten über das Land Tirol haftpflichtversichert, wir selbst machen das aus reiner Freude", so Den Outer. Auch für das ungewöhnliche Transportmittel musste die Aktion kein Geld in die Hand nehmen, die Rikscha, ein dänisches Fabrikat, wurde von den fünf Kufsteiner Serviceclubs aus dem Ballerlös 2019 finanziert. Rund 8.000 Euro nahmen Kiwanier, Soroptimistinnen, Lions, Round Table und Rotarier dafür in die Hand, denn das Projekt überzeugte die Mitglieder und Obleute rasch.

Mit 8.000 Euro unterstützen die Kufsteiner Serviceclubs die Aktion – damit wurde die Rikscha angeschafft.
  • Mit 8.000 Euro unterstützen die Kufsteiner Serviceclubs die Aktion – damit wurde die Rikscha angeschafft.
  • Foto: Noggler
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"Radeln ohne Alter" als Brücke zwischen Generationen

Nun ist "Radeln ohne Alter" auf der Suche nach weiteren Ehrenamtlichen, die sich in den Dienst der guten Sache stellen und zumindest zwei Mal im Monat in die E-Rikscha-Pedale treten wollen. "In Innsbruck haben wir eine bunte Mischung aus Freiwilligen von Studenten über Pensionisten bis zu Asylberechtigten, das ist eine tolle Truppe", weiß Den Outer, der auch selbst schon mit betagteren Fahrgästen durch die Landeshauptstadt strampelte. Mit den Piloten sollen die Passagiere sozusagen auf Wieder-Entdeckungsreise gehen, was ihnen aufgrund mangelnder Mobilität sonst verwährt wäre. Und daraus ergeben sich auch spannende Begegnungen, wie Den Outer weiß. "Man kommt dabei automatisch ins Gespräch, die Leute teilen ihre Lebensgeschichten. Dadurch entstehen auch neue Freundschaften und Brücken über die Generationen hinweg."

Der Reitstall in Morsbach ist bei Spaziergängern eine beliebte Station, für weniger mobile Menschen aber schwerer zu erreichen.
  • Der Reitstall in Morsbach ist bei Spaziergängern eine beliebte Station, für weniger mobile Menschen aber schwerer zu erreichen.
  • Foto: RoA/Den Outer
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Regenfeste Rikscha

Die E-Rikscha, die Den Outer pilotiert, verfügt auch über ein wasserfestes Verdeck, um auch bei schlechterem Wetter trocken durch's Grüne oder die Stadt zu kommen. Dabei sind die Piloten immer zu zweit unterwegs, einer begleitet die Rikscha mit dem Fahrrad – rein zur Sicherheit. Entstanden ist die Aktion ursprünglich in Dänemark, woher auch die Rikscha stammt, die nun durch Kufstein rollt. Ole Kassow heißt der Gründer von "Cycling without Age", in den vergangenen sechs Jahren verbreitete sich die Idee rasch, mittlerweile sollen mehr als 10.000 Freiwillige weltweit Senioren etwas an eingebüßter Mobilität zurückgeben, wie die Initiative anführt.

Infos & Kontakt zu "Radeln ohne Alter"

In Tirol wird die Aktion an den nun vier Standorten über den Kematener Verein zur Integration von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen "Schenk ein Demenzlächeln" mit Obfrau Tatjana Weiler koordiniert.
In Kufstein können sich angehende Rikscha-Piloten über die Freiwilligenbörse der Stadt bei Angelika Ebner (Tel. 0664/88520665, freiwilligenboerse@stadt.kufstein.at) oder direkt bei Ronald Den Outer (Tel. 0670/4050889, RoA-Kufstein@kufnet.at) zum Projekt informieren.
Mehr zur Initiative "Radeln ohne Alter" finden Sie auf deren Website.
Einen Beitrag zur Bilanz der Aktion im Vorarlbergischen Dornbirn finden Sie hier.

Autor:

Sebastian Noggler aus Kufstein

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