Baurestmassen-Anlage
Positiver Bescheid für Deponie in Kufstein liegt vor

Das Land Tirol erteilte nun den Genehmigungsbescheid für eine Baurestmassen-Anlage an der Autobahnanschlussstelle Kufstein-Süd, nahe dem städtischen Recyclinghof.
2Bilder
  • Das Land Tirol erteilte nun den Genehmigungsbescheid für eine Baurestmassen-Anlage an der Autobahnanschlussstelle Kufstein-Süd, nahe dem städtischen Recyclinghof.
  • Foto: ZOOM.Tirol/BB Archiv
  • hochgeladen von Barbara Fluckinger

Genehmigungsbescheid für Baurestmassendeponie Kufstein bringt Politiker in Kufstein und im Land Tirol erneut auf die Barrikaden. 

KUFSTEIN (bfl/red). Es ist eine Nachricht, die Kufstein in Tagen der Coronakrise erreicht und ob der Flut an zusätzlichen Negativnachrichten, untergehen zu droht. Die geplante Baurestmassendeponie im Bereich der Autobahnanschlusstelle Kufstein-Süd könnte errichtet werden. Zumindest liegt nun ein Bescheid des Landes Tirol vor, wodurch die Pläne eines Kufsteiner Unternehmers zum Standort nun genehmigt werden. 
Das Thema Baurestmassendeponie beschäftigte die Kufsteiner schon im vergangenen Sommer, die dazu vorliegenden Pläne brachte Krankenhausvertreter, Anrainer und Politiker in gleicher Weise auf die Barrikaden. Eine Lagerung von Asbest, die man befürchtet hatte, ist zwar dank eines Vertrags vom Oktober vom Tisch (die BEZIRKSBLÄTTER berichteten), was bleibt ist aber die Deponie selbst. Was hier Gegnern der Deponie sauer aufstößt, ist die Nähe dieser zum Krankenhaus, aber auch zur nächsten Siedlung. Nur wenige hundert Meter trennt diese von der geplanten Deponie. 

LA Sint rät Stadt Kufstein zu Einspruch

Die Liste Fritz rät der Standortgemeinde Kufstein indes zu einem Einspruch gegen den Genehmigungsbescheid. Offenbar habe die Behörde die streng geschützten Bibervorkommen nach der europaweit geltenden FFH-Richtlinie nicht gewürdigt und der Standort für diese Baurestmassendeponie in Kufstein sei ohnehin der absolut falsche, urteilt Liste Fritz-Landtagsabgeordneter Markus Sint. 
"Nur 350 Meter vom Krankenhaus entfernt, nur 200 Meter von der Siedlung entfernt, für den Bau jeder Garage braucht es eine Widmung, aber für eine Deponie mit hunderttausenden Kubikmetern Fassungsvolumen nicht. Zig Genehmigungen braucht jeder Unternehmer, aber eine solche Deponie, die Menschen und Tiere mit tausenden zusätzlichen LKW-Fahrten, mit krankmachendem Lärm und gesundheitsgefährdendem Staub belastet, wird gegen aller Widerstände von Gemeinde, Gemeindeverband, Bürgern und Anrainer durchgedrückt! Praktischerweise auch noch in Zeiten der Corona-Krise, damit keine Bürgerinitiative demonstrieren kann", mutmaßt Sint. 

GR Gfäller weist auf Verfahrensmängel hin

Auch der Kufsteiner Gemeinderat Alexander Gfäller (Für Kufstein SPÖ/Parteifreie) zeigte sich von der Nachricht "erschüttert" und kritisiert das Vorgehen der Behörde. "Fraglich ist für uns aber schon, dass die Behörde anscheinend keine Probleme sieht, da es bereits im Vorfeld zu massiven Protesten kam und dass es offensichtlich Probleme in Sachen Umweltschutz, Verkehr, Gesundheit bringt und zu einer Verschlechterung der Lebensqualität führen wird", so Gfäller. 
Man kämpfe in diesem Bereich bereits länger mit dem Verkehr – auch wegen zweier LKW Großtankstellen. Eine Mehrbelastung sei nicht tragbar. 
Gfäller schlägt zudem in die gleiche Kerbe wie die Liste Fritz. "Dass hier Verfahrensmängel vorliegen steht für uns außer Zweifel, denn es wurden nicht nur die Sorgen des Krankenhauses außer Acht gelassen sondern auch die Beurteilung des Vogelschutzgebietes, wobei es sich nebenbei auch um ein Biberschutzgebiet handelt, ist zu hinterfragen", so Gfäller. 

Krumschnabel will Bescheid anfechten

"Unsere Juristen sind schon fest mit der Prüfung des Bescheides beschäftigt und wir werden mit Sicherheit am Montag im Stadtrat beschließen, diesen auch anzufechten", sagt dazu Kufsteins Bgm. Martin Krumschnabel gegenüber den BEZIRKSBLÄTTERN. "Hier wird es keine zwei Meinungen geben, da der Standort sicherlich nicht geeignet ist. Wir werden den Bescheid sowohl in formaler Richtung in Bezug auf Verfahrensmängel prüfen und anfechten, aber auch inhaltlich gegen die Beurteilungen des Standortes vorgehen", so Krumschnabel. 

Aktuelle Nachrichten aus dem Bezirk Kufstein finden Sie hier.

Vertrag zwischen Stadt & Betreiber: "Kein Asbest auf der Kufsteiner Deponie"

Das Land Tirol erteilte nun den Genehmigungsbescheid für eine Baurestmassen-Anlage an der Autobahnanschlussstelle Kufstein-Süd, nahe dem städtischen Recyclinghof.
Kufsteins Bgm. Martin Krumschnabel will den Bescheid prüfen lassen und anfechten.
Du möchtest regelmäßig Infos über das, was in deiner Region passiert?

Dann melde dich für den meinbezirk.at-Newsletter an

Gleich anmelden

Kommentare

?

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Folge uns auf:
Aktuell
Die Bezirksblätter immer mit dabei! Mit der praktischen ePaper-App.


Gleich downloaden!

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen