Schaurige Dreikönig Peaschtl zogen durch Angerberg und Mariastein

Mit einer kleinen Glocke, Weihwasser, Rauchkessel, einer Laterne und einem Rückenkorb besuchten die Dreikönig Peaschtl auch heuer wieder in Angerberg und Mariastein einige Häuser und Höfe.
2Bilder
  • Mit einer kleinen Glocke, Weihwasser, Rauchkessel, einer Laterne und einem Rückenkorb besuchten die Dreikönig Peaschtl auch heuer wieder in Angerberg und Mariastein einige Häuser und Höfe.
  • Foto: Florian Haun
  • hochgeladen von Barbara Fluckinger

ANGERBERG/MARIASTEIN (flo). Nicht mit Trommeln oder Ruten, sondern mit Rückenkörben zogen die "Dreikönig Peaschtl" am Vorabend des Dreikönig Tages durch die Gemeinden Angerberg und Mariastein. Dabei sammelten sie Kostbarkeiten wie Pralinen, Süßigkeiten, Kekse, Speck, Wein oder Sekt. Bereits seit dreizig Jahren liefern die Dreikönig Peaschtl das Ersammelte am selben Abend zu später Stunde zur Versteigerung ab – so auch heuer bei der Christbaumversteigerung der Angerberger Feuerwehr im Gasthof Baumgarten. Dieses Jahr brachten drei Gruppen Dreikönig Peaschtl ihre Körbe, welche durch Versteigerung einen Erlös von rund 350 Euro einbrachten, der den Angerberger Florianis zugute kommt.

Alter Brauch der Knechte und Mägde

Der Brauch ist ein alter, entstand er doch schon vor über 100 Jahren. Damals verkleideten sich die armen Knechte und Mägde der Bauern mit weißen Leintüchern und hölzernen Masken, um nicht erkannt zu werden und dann bei Anbruch der Dunkelheit von Hof zu Hof zu ziehen. "Unsere Eltern haben uns erzählt, dass die Dreikönig Peaschtl früher ganz arme Leute waren die an das Gewissen der wohlhabenden Bauern appelierten um etwas zu essen zu bekommen", erklärt Angerbergs Bürgermeister Walter Osl.
Angelehnt ist die Tradition an die Heiligen Drei Könige, denn auch diese Peaschtlgruppen mit jeweils drei Mitgliedern führen eine kleine Glocke sowie Weihwasser und einen Rauchkessel mit sich, um damit die Häuser zu segnen. Nach der Segnung klopften sie früher auf den Tisch. In dessen Schubladen befanden sich Krapfen und Nudeln, welche sie an sich nehmen durften bevor sie wieder weiterzogen. Um anonym zu bleiben, geben die Dreikönig Peaschtl auch heutzutage keinen Laut von sich. Ihre Wünsche schreiben sie auf einem für sie bereit gestellten Block nieder.

Dreikönig Peaschtl bleiben "anonym"

Im Laufe der Zeit änderte sich der Brauch und seit ungefähr drei Jahrzehnten sammeln die Peaschtl nicht mehr für sich selbst. Nun packt jede Gruppe ihre gesammelten Dinge, darunter großteils Lebensmittel und Getränke, in einen Rückenkorb. Diesen liefern sie bei der Christbaumversteigerung der Angerberger Feuerwehr am selben Abend zu später Stunde ab. Der Korb wird dann versteigert und die gesamten Einnahmen kommen der Feuerwehr zugute. "Auch heutzutage weiß niemand wer die Dreikönig Peaschtl sind und in den Tagen darauf wird dann im Dorf immer geraten, wer wohl heuer dabei gewesen sein könnte", schmunzelt Bürgermeister Osl, welcher selber früher sechs Jahre als Dreikönig Peaschtl unterwegs war. "Meist sind es zwischen drei und vier Gruppen, die den Brauch noch ausüben", erklärt Osl abschließend und fügt hinzu, dass die Peaschtl sowohl Häuser und Höfe in Angerberg als auch in der benachbarten Gemeinde Mariastein besuchen.

Mit einer kleinen Glocke, Weihwasser, Rauchkessel, einer Laterne und einem Rückenkorb besuchten die Dreikönig Peaschtl auch heuer wieder in Angerberg und Mariastein einige Häuser und Höfe.
Um anonym zu bleiben, geben die Dreikönig Peaschtl auch heutzutage keinen Laut von sich.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen