Scheffaus "bestmögliche Lösung" präsentiert

Bürgermeister Christian Tschugg freut sich über die Fortschritte des Umbauprojekts an der B178 bei Scheffau.
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SCHEFFAU (nos). Schon lange fordern die Scheffauer, allen voran die direkten Anrainer, den Umbau der Loferer Straße (B178). Schon 1984 versandte die Gemeinde ein Schreiben, in dem von untragbaren Zuständen wegen des steigenden Verkehrsaufkommens die Rede war. "Wir haben hier ein massives Belastungsproblem", sagt Bürgermeister Christian Tschugg.

Nach der Fertigstellung der "umweltgerechten Umgestaltung der B178" – so der Name des Gesamtvorhabens der Landesstraßenverwaltung – bei Going, Söll und Ellmau, geht nun auch für Scheffau die heiße Phase los. Zwei Baustellen werden ab kommendem Jahr nicht nur die Söllandler selbst, sondern auch den Transitverkehr auf Trab halten: Zuerst muss der Trattenbach entschleunigt werden, dann soll eine Unterflurtrasse gebaut werden. Währenddessen könnte der Verkehr über einen "Bypass" am Areal der Scheffauer Bergbahnen weiterlaufen.
"Das Feedback ist bislang sehr gut", freut sich Tschugg. Insgesamt soll das Projekt von Land, Landesstraßenverwaltung und Gemeinde geschätzt 15 bis 17 Millionen Euro kosten, mit rund 600.000 Euro schlagen die Arbeiten am Trattenbach zu Buche. Die Gemeinde Scheffau, ihr Jahresbudget liegt bei etwa 4 Millionen Euro, werde rund ein Viertel davon, also eine Million, für das Projekt in die Hand nehmen, so der Bürgermeister.

Geschiebesperre für den Trattenbach

Bevor die Verkehrslösung für das Kaiserdorf in Angriff genommen werden kann, braucht es Vorarbeiten am Trattenbach. Dieser mündet nämlich just im Kreuzungsbereich der B178 mit der L207, der Zufahrt zum Dorfkern, in die Weißache. Um für den geplanten Straßenbau entsprechend gewapptnet zu sein, werden ab 2018 im oberen Unterlauf des Trattenbachs, im Nahebereich des Kneipp-Wanderwegs, eine Geschiebesperre und ein Rückhaltebecken errichtet. "Das ist zum Einen für den Straßenbau unerlässlich, zum Anderen liegt hier einer der beliebtesten Familienwanderwege der Umgebung. Mit den Arbeiten in diesem Bereich könnten wir das Areal durchaus aufwerten und noch attraktiver machen", erklärt Bürgermeister Tschugg. Die Entschleunigung der Fließgeschwindigkeit und die Dosierung des Wassers beim Einmünden in die Weißache sind für den zweiten Bauabschnitt unerlässlich. "Uns wurde von Seiten der Wildbach- und Lawinenverbauung zugesagt, dass der erste Bauabschnitt – vom neuen Becken bis hinunter zur Brücke – im kommenden Jahr starten kann", freut sich Tschugg. Die Arbeiten am unteren Unterlauf und der Einmündung in die Weißache müssen dann im Zuge des Straßenbaus folgen. Dort wird der Trattenbach eine besondere Rolle spielen.

450 Meter lange Unterflurtrasse

"Die Kernherausforderung ist sicherlich der querende Trattenbach, das wird der tiefste Punkt des Bauwerks und eine technische Herausforderung", weiß auch der Dorfchef. Der Bach soll nämlich, so der angedachte Plan, zwischen der Unterflurtrasse und dem oberirdischen "Fahrbahndeckel" verlaufen. "Oben haben wir dann nur noch den innerörtlichen Verkehr für die Ortsteile Dorf, Bergbahn, Blaiken, Schwarzach und Ober-Au", erklärt Tschugg die Vision, "der Großteil des Verkehrs rollt dann, wie schon in Ellmau und Söll, durch die Unterflurtrasse." Und im "Stockwerk" zwischen den beiden Straßen fließt der Trattenbach vom "Koasa" kommend in die Ache.

Auf insgesamt rund 450 Metern Länge soll die B178 komplett unterirdisch verlaufen, abgesenkt würden insgesamt rund 1.100 Meter Straße. Durch diese Variante können die Scheffauer nicht nur Kreisverkehre, sondern auch Lärmschutzmaßnahmen sparen. Nur an den Zufahrtsrampen sowie an entfernteren Ortsteilen brauche es dann Lärmschutzwände. "Es ist wichtig und unsere Aufgabe, dass der Lärm beiderseits der Ortsmitte an der B178 reduziert wird", sagt Tschugg. Das Kernstück, "der große, fette Brocken", sei eben die Unterflurtrasse. Verglichen damit seien die Arbeiten in den Randbereichen "Peanuts". Im Zuge der Umgestaltung werden auch neue Rad- und Gehwege angelegt, zudem sollen die vorhandenen Bus-Buchten ausgebaut werden.
"Uns geht es darum, diesen Bereich endlich so zu gestalten, dass man die B178 gefahrlos queren kann", erklärt Tschugg. Immer wieder komme es zu brenzligen Situationen, wenn Radfahrer und Fußgänger versuchen, die Loferer Straße zwischen Wohnsiedlung und Bergbahn zu überqueren.

Kräfte gebündelt

"Ich habe die Erfahrung gemacht, dass du am besten vorankommst, wenn alle Interessensgruppen vereint sind", meint Bürgermeister Tschugg. Das Konzept für die Umgestaltung sei bereits vor der Einweihung der Ellmauer Umfahrung weit vorangekommen, die Gemeinde gründete eine Arbeitsgruppe, um die beste Variante zu finden. "Im Frühjahr sind wir auf einen grünen Zweig gekommen, im April bekamen wir das OK aus dem Büro von LHStv Geisler und jetzt können wir den Bürgern die Ideen präsentieren", so Tschugg. Gemeinderat und Arbeitsgemeinschaft zögen hier an einem Strang, auch die Kooperation mit den Straßen- und Wasserbauern des Landes sei bestens.

"Wir haben alle das gleiche Ziel: die bestmögliche Lösung!"

Diese wird am Mittwochabend, dem 7. Juni, auch den Scheffauerinnen und Scheffauern im Rahmen einer Projektpräsentation in der Volksschule schmackhaft gemacht. Bürgermeister Christian Tschugg steht dabei selbst an einer der Stationen bereit, um seine Bürger vom Vorhaben zu überzeugen. Auch Experten des Landesstraßenverwaltung und des Landes stehen in Scheffau bereit. "Diese Variante ist die mit dem geringsten Grundverbrauch und dem bestmöglichen Effekt", ist Tschugg überzeugt. Die Grundflächen, die von Privaten abzutreten wären, seien nur marginal und aufgrund der Lage ohnehin nicht anderweitig nutzbar. Hier sollen vorallem neue Rad- und Gehwege entstehen.

Im Herbst 2019 oder Frühjahr 2020 sollen die Arbeiten an der B178 beginnen, hoffen die Scheffauer. "Die Zeit dazwischen verbringen wir sicher nicht mit Daumendrehen", weiß Bgm Tschugg. Detailplanungen, Grundablöseplan, Lärmschutzprojekt, Bauausschreibung und -vergabe stehen inzwischen auf der Agenda.

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