Schwoich entwickelt neues Siedlungsprojekt

Bgm. Josef Dillersberger,Reinhard Huber und Claudia Baur (Bodenfonds), Architekt Gerhard Dollnig, Peter Pollhammer und Vizebgm. Peter Payr (v.r.) beim Info-Abend in Schwoich.
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  • Bgm. Josef Dillersberger,Reinhard Huber und Claudia Baur (Bodenfonds), Architekt Gerhard Dollnig, Peter Pollhammer und Vizebgm. Peter Payr (v.r.) beim Info-Abend in Schwoich.
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SCHWOICH (hn). Die Gemeinde Schwoich plant ein neues Siedlungsprojekt. Auf den sogenannten „Stöffl-Gründen“ im Ortsteil Sonnendorf wird gemeinsam mit dem Tiroler Bodenfonds ein Bebauungskonzept entwickelt. Fast 300 Interessierte kamen am 7. Februar zu einem Info-Abend.
Auf einer Fläche von ca. 1,3 Hektar soll bald auf den „Stöffl-Gründen“ in Schwoich ein geschlossenes Siedlungsprojekt entstehen. Ursprünglich wollte Grundbesitzer Peter Bichler („Stöffl“)  fünf Grundstücke als Bauland widmen lassen. Das Land lehnte dieses Ansuchen allerdings ab, weil in diesem Bereich immer wieder Einzelwidmungen gewährt wurden und daher keine wirklich geplante Siedlungsentwicklung stattfand. Stattdessen unterbreitete man im Jahr 2015 den Alternativ-Vorschlag: Wenn in diesem Bereich gebaut wird, dann nur im Rahmen eines geschlossenen Siedlungs-Projektes, das in Zusammenarbeit mit dem Tiroler Bodenfonds zu entwickeln ist. Dies jedoch mit klaren Auflagen: 50 Prozent der Fläche können vom Grundbesitzer frei verkauft werden, 50 Prozent kann der Bodenfonds zu günstigen Konditionen zur Verfügung stellen – wobei der Grundbesitzer nur einen Teil dieses Erlöses erhält, der andere Teil geht an den Bodenfonds, der damit anfallende Kosten deckt. Die Gemeinde wird finanziell nicht belastet, betont Bgm. Josef Dillersberger: "Die nötige Erschließung im gesamten Bereich geht nicht zu Lasten der Gemeinde, auch die Planungskosten werden vom Bodenfonds getragen.“ Allerdings wird die Gemeinde die Zufahrtsstraße ausbauen und einen Gehsteig oder Gehweg anlegen.

Ein stimmiges Ganzes

Der Gemeinderat hat das Projekt einstimmig abgesegnet. Dillersberger: „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, denn uns ist bewusst, das ist ein großer Eingriff. Aber Grund und Boden ist sehr teuer geworden, deshalb wollen wir hier die Chance nützen, heimischen Familien günstigen Baugrund zur Verfügung zu stellen.“ Letztes Jahr hat bereits ein Architekten-Wettbewerb stattgefunden, aus dem das Büro Kleboth-Lindinger-Dollnig mit seinem Projekt „Die gute Adresse“ als Sieger hervorgegangen ist.  Gerhard Dollnig skizzierte im Rahmen des Info-Abends die Kernpunkte des Bebauungskonzeptes. Vorgesehen ist eine verdichtete Bauweise mit gruppierten Objekten bzw. Reihenhäusern – also keine Ansammlung von Einfamilienhäusern, sondern ein Gesamtkonzept mit klar definierten Bauflächen, Straßen, Wegen und öffentlichen Räumen. Dollnig: „Es sollen hier 33 Bauplätze entstehen, wobei alle Gebäude harmonisch in das landschaftliche Umfeld eingebunden werden.“ Die in diesem Bereich befindliche Biotopfläche bleibt übrigens komplett erhalten und wird bei der Verbauung geschützt. Freiräume, Privatflächen, Gemeinschaftsareale, Spielplätze und Begegnungsräume sollen letztlich ein stimmiges Ganzes ergeben und eine unverwechselbare Identität schaffen.

Hohe Wohnqualität

„Leistbares Wohnen, bodensparendes Bauen – das ist unsere Aufgabe, und die wird hier modellhaft umgesetzt“, betonte Reinhard Huber, Chef des Tiroler Bodenfonds. Letztlich gehe es darum, durch eine intelligente Planung eine hohe Wohnqualität zu schaffen. Und zwar ausschließlich für Menschen, die einen Bedarf nachweisen können. Huber: „Als Kapitalanlage taugt dieses Projekt nicht. Man muss innerhalb einer gewissen Frist bauen und hier auch seinen Hauptwohnsitz begründen.“ Die Kosten für die Grundstücke (im Bereich des Bodenfonds) taxierte Huber vorsichtig mit 140-160 Euro pro Quadratmeter, wobei auch die Variante Baurecht (ca. 6 Euro pro Quadratmeter und Jahr) möglich sein soll.
Gedanken hat man sich auch über Energieversorgung und Mobilität gemacht. Peter Teuschel von den Stadtwerken Wörgl präsentierte nicht nur ein interessantes Energiekonzept mit Photovoltaik und Luftwärmepumpen, sondern auch gleich ein Modell zur gemeinsamen Nutzung eines Elektroautos in der neuen Siedlung.

Wie geht´s weiter?

Der Schwoicher Gemeinderat könnte in seiner Sitzung im März die Änderung des Raumordnungskonzeptes, die Umwidmung und den Bebauungsplan beschließen. Dann wird eventuell noch zu diskutieren sein, ob sich ein Bauträger des Projektes annehmen soll. Schließlich kommt es zu den Einzelgesprächen mit den Interessenten und dann zur Vergabe im Gemeinderat. „Das Interesse für das Projekt ist jedenfalls groß“, berichtete Bgm. Dillersberger. Man habe bereits 85 Anfragen und Vormerkungen.

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