Ausbau
Spitalsreform stärkt Krankenhaus Kufstein

Primar Carl Miller, Gemeindeverbandsobmann Rudi Puecher und Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg präsentierten die geplanten Maßnahmen für Kufstein im Zuge der Spitalsreform.
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Die Reform bringt 39 Betten mehr für das BKH Kufstein. Mit einer ambulanten Erstversorgungseinheit will man den Spitalbetrieb "entlasten".

KUFSTEIN (bfl). Nach dem Abschluss der sogenannten zweiten "Häuserrunde" zum Bezirkskrankenhaus (BKH) Kufstein ist die Spitalsreform nun auf Schiene. Das Bezirkskrankenhaus Kufstein darf sich über mehr Betten freuen und auch die Tagesbetreuung soll weiter ausgebaut werden. Die nächsten Jahre dürften jedoch Kostensteigerungen für die Gesundheitsversorgung mit sich bringen.
Gemeinsam mit Gemeindeverbandsobmann Rudi Puecher und Primar Carl Miller präsentierte Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg am Mittwoch, den 29. Mai die Ergebnisse für das Bezirkskrankenhaus Kufstein. Dies nachdem die Spitalsreform nun für die Versorgungsregion Tirol Nordost endgültig steht. Die Bilanz für das Haus in Kufstein ist dabei durchaus gut.

39 Betten mehr für Kufstein

In den nächsten Jahren sollen Maßnahmen zur Stärkung des Standorts stattfinden. Zu den 385 derzeitig bestehenden Betten kommen mit der Spitalsreform 39 Betten in verschiedenen Bereichen dazu. Der Gesamtrahmen der Reform sieht 406 vollstationäre Betten, 18 Tagesklinische Plätze und 8 ambulante Betreuungsplätze vor. Dieses Programm soll bis zum Jahr 2025 laufen. Insbesondere die tagesklinischen und ambulanten Leistungen sollen damit gestärkt werden.
Die Bettenerweiterung findet speziell in Stationen und Abteilungen statt, in welchen das BKH Kufstein einen überregionalen Versorgungsauftrag hat, wie Neurologie und Psychiatrie. Insgesamt bestehen bleibt das Leistungsangebot am BKH in den Fachbereichen Innere Medizin, Neurologie und Orthopädie/Traumatologie. Im Rahmen des Traumanetzwerk Tirol wird das BKH Kufstein künftig eine zentrale Rolle in der Unfallversorgung für das Tiroler Unterland einnehmen. Ebenso bleibt die Augenheilkunde erhalten und wird neben einem reduzierten, stationären Angebot um eine Tagesklinik erweitert. Geringfügig angepasst werden auch die Kapazitäten in der Gynäkologie und Chirurgie. Die Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde bleibt auch zukünftig mit 20 Betten eine tragende Säule in der Gesundheitsversorgung im Bezirk Kufstein.
Als spitalsentlastende Maßnahme ist zudem eine ambulante Erstversorgungseinheit geplant. Es ist dies eine neue Anlaufstelle für Patienten zur allgemeinmedizinischen Versorgung. Sie soll für Patienten kurze Wartezeiten bieten und dabei das Krankenhaus gleichzeitig entlasten.

Kufstein ist Standort für Übergangs- und Schwerpunktpflege

Wichtig ist dabei auch die Vernetzung zum Thema Pflege. Wie im Strukturplan Pflege 2012-2022 vorgesehen, ist das BKH Kufstein ein Standort für Übergangs- und Schwerpunktpflege. Für den Bezirk Kufstein sind im Bereich der Übergangspflege bis 2022 Ausbaukontingente von 15 Plätzen festgesetzt. Für die Schwerpunktpflege sind für die Versorgungsregion Tirol Nordost insgesamt 24 Plätze bis 2022 vorgesehen. Diese Maßnahmen sind auch für die Entlastung des Spitalbetriebs wichtig.

Palliativ- und Hospizversorgung ausgebaut

Auch für die Palliativversorgung kommen im BKH Kufstein sechs Betten hinzu. „Durch die Einführung Mobiler Palliativteams wird die Versorgung von schwer kranken und sterbenden Menschen optimiert. Der flächendeckende Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung in Tirol ist bis zur ersten Jahreshälfte 2020 geplant“, sagt LR Bernhard Tilg.

Alternde Gesellschaft bringt mehr Kosten

Der Tiroler "Spitalstopf" sieht 1,1 Mrd Euro vor, mit welchen das "Geschäft" der Krankenhäuser in Tirol bezahlt wird. Im letzten Jahr beliefen sich die Kosten für den Betrieb dieser insgesamt auf 1,056 Mrd Euro. Die Tiroler sowie Vorarlberger Spitäler können im Vergleich mit anderen Bundesländern die kosteneffizientesten Strukturen vorweisen. Dennoch dürfte auch in der Region die Debatte um Spitalsfinanzen ein Thema bleiben. Bringt doch die demografische Entwicklung, die alternde Gesellschaft, höhere Kosten mit sich. Die Kosten im Gesundheitswesen und in der Pflege würden dabei laut Tilg eine Steigerung von fünf bis sechs Prozent erfahren. Auch für die Gemeinden könnte dies höhere Beiträge bedeuten. "Eine solidarische Finanzierung zwischen Gemeinden, Land und Sozialversicherung werde es aber immer geben, sagt Tilg abschließend.

Autor:

Barbara Fluckinger aus Kufstein

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