Veranstaltungen abgesagt
UPDATE: Corona-Vorgaben treffen auch Bezirk Kufstein – Kirche sagt Messfeiern ab

Kufsteins Bürgermeister Martin Krumschnabel sagte öffentliche Veranstaltungen in den städtischen Räumlichkeiten bis auf Weiteres ab.
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  • Kufsteins Bürgermeister Martin Krumschnabel sagte öffentliche Veranstaltungen in den städtischen Räumlichkeiten bis auf Weiteres ab.
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Auf die Pressekonferenz der österreichischen Bundesregierung am 10. März folgten eine Reihe an Veranstaltungsabsagen im Bezirk Kufstein. Auch die Stadt Kufstein kündigte bereits Maßnahmen an. 

BEZIRK KUFSTEIN/KUFSTEIN (bfl/red). Die von der österreichischen Bundesregierung am Dienstag, den 10. März angekündigten Vorgaben und Vorsichtsmaßnahmen hinsichtlich des Coronavirus treffen auch den Bezirk Kufstein. Ab Mittwoch, den 11. März bis zum 3. April sind alle Freiluft-Veranstaltungen mit über 500 Teilnehmern sowie alle Veranstaltungen im Innenbereich mit über 100 Personen bis Anfang April abzusagen.

Kufstein sperrt Veranstaltungsorte

Die Stadtgemeinde Kufstein kündigte gleich am Mittwoch an, alle Maßnahmen zu treffen, um ein Verbreiten des Virus zu verhindern. Auf Anordnung des Bürgermeisters Martin Krumschnabel werden in den städtischen Räumlichkeiten bis auf Weiteres keine öffentlichen Veranstaltungen durchgeführt. Dies betrifft Veranstaltungen in den folgenden Locations: Kufstein Arena, Kulturfabrik, Kultur Quartier, Rathaus Kufstein und die Musikschule Kufstein. Die Stadtgemeinde sagt zudem alle ihre eigenen Veranstaltungen grundsätzlich ab. Krumschnabel richtete sich auch in einer Videobotschaft via Facebook an die Kufsteiner Bevölkerung. 
Grundsätzlich gelte, was der Bund in der Pressekonferenz verkündet hat, man habe aber den Erlass dazu noch nicht schriftlich vorliegen, so Bgm. Krumschnabel. Man habe sich aber dazu entschlossen in den Veranstaltungsräumlichkeiten der Stadt vorerst keine Veranstaltungen mehr durchzuführen – dies auch unabhängig von der Obergrenze von 100 Personen. "Hundert ist eine vollkommen willkürliche Zahl. Die Botschaft ist klar: größere Menschenansammlungen sind zu vermeiden", erklärt Krumschnabel im Gespräch mit den BEZIRKSBLÄTTERN. Bei externen Veranstaltungen im Freien warte man nun noch auf den Erlass, da sich die Zahlen hier jeden Tag ändern. 
"Ich appelliere an die Eigenverantwortung der Leute, dass es nicht darum geht, die öffentlichen Bestimmungen zu unterlaufen, sondern es ist nur zum Schutz der Bevölkerung gedacht. Wenn ich 99 Leute in einen Saal hineinlasse, dann habe ich das Problem nicht richtig verstanden. Das Virus zählt nicht ab", so Krumschnabel. 

Wörgl sagt Veranstaltungen ab

Auch die Stadtgemeinde Wörgl kündigte an, dass "es in den nächsten Wochen zu drastischen Einschränkungen im öffentlichen Leben kommen wird". Die Stadt sagte, dem Erlass der Bundesregierung folgend, ebenfalls alle Outdoor-Veranstaltungen über 500 Teilnehmer bis Anfang April ab, ebenso alle Indoor-Veranstaltungen über 100 Teilnehmer. Sämtliche Kulturveranstaltungen wurden nach Rücksprache mit den zuständigen Personen im Veranstaltungszentrum Komma sowie in der Zone Wörgl bis 14. April vorerst abgesagt. Dafür sollen Ersatztermine bekanntgegeben werden, die Karten behalten ihre Gültigkeit. Sollte es zu weiteren Absagen kommen, wird dies auf der Homepage der Stadtgemeinde Wörgl (www.woergl.at) wie auch auf den Internetseiten des Komma sowie der Zone bekannt gegeben.
Aufgrund der aktuellen Ereignisse wandte sich auch das Wörgler Seniorenwohnheim nach am Dienstag an die Bevölkerung und informierte über Vorsichtsmaßnahmen. Alle Besucher, die sich in den letzten 14 Tagen in betroffenen Regionen in Italien, Deutschland, China, Hongkong, Singapur, Südkorea, Japan oder Iran aufgehalten haben, werden demnach ersucht, das Heim nicht zu betreten, um die Gesundheit der Bewohner nicht zu gefährden. Generell gilt: Nur völlig gesunde Personen (frei von Infektionsanzeichen) sollen die Bewohner des Heimes besuchen. Generell gilt der Aufruf Altenwohnheime zu meiden, um gefährdete Personen zu schützen. 

Absagen und Umstellung im ganzen Bezirk

Im Anschluss an die Pressekonferenz der Bundesregierung regnete es zudem im ganzen Bezirk Absagen rund um Veranstaltungen und Termine. Ein Großteil der Veranstaltungen bis Anfang April mit über 100 Personen, die im Bezirk hätten stattfinden sollen, wurde somit bereits abgesagt. Auch der für den 24. März angesetzte "Unlimited"-Bandcontest für 14- bis 25-Jährige Tiroler Newcomer wurde einstweilen auf voraussichtlich April verschoben. Auch die Sitzung zum Kaiserfest der Stadt fand beispielsweise vorerst nicht statt, da unsicher ist ob das Fest wie geplant stattfinden kann. Veranstaltungszentren, wie das Wörgler Komma, oder die Festspiele Erl kündigten Absagen von Veranstaltungen der nächsten Tage und Wochen an. 
Beim Pharmakonzern Novartis, mit Sitzen in Schaftenau und Kundl, erfolgte beispielsweise bereits am Mittwoch vor allem bei Büromitarbeitern ein weitreichender Umstieg auf Homeoffice.

Kirchen müssen "zumachen"

Auch die Erzdiözese Salzburg kündigte an, die beschlossenen Vorgaben der Bundesregierung zu übernehmen: diese gelten daher auch für alle Gottesdienstformen und kirchlichen Veranstaltungen. Die Erzdiözese verschärfte am Donnerstag ihre bereits getroffenen Maßnahmen. Ab Montag, den 16. März sind alle öffentlichen Gottesdienste und Versammlungen (dazu gehören auch Rosenkranzgebet, Anbetung, oder Tagzeitenliturgie) bis auf Weiteres abgesagt. Priester sind derweilen aufgerufen, die Eucharistie weiterhin (ohne Anwesenheit der Gläubigen) für die Gemeinde und für die Welt zu feiern. Gläubige können über Medien teilnehmen und von zu Hause aus mitbeten. 
Bei Begräbnissen soll zuerst die Verabschiedung am Grab mit derzeit max. 500 Personen stattfinden, anschließend wird für den Verstorbenen in der Kirche das Requiem/ein Gottesdienst im allerengsten Familienkreis gefeiert. Feiern wie Hochzeiten und Taufen werden verschoben. Taufen mit lediglich Eltern und Paten, also im allerengsten Familienkreis, können – wenn es angebracht ist – stattfinden.

Schulen und Krankenhäuser ebenfalls betroffen

Das Bildungsministerium ersuchte die Schuldirektoren im Bezirk am Dienstag, sich präventiv auf Schulschließungen vorzubereiten. Schulen sollten Kommunikationskanäle mit Schülern und Eltern per Mail oder Lernplattformen wie "Moodle" oder "LMS" nutzen. In einem der APA vorliegenden Schreiben an Schulleiter wurde außerdem empfohlen, dass Ausflüge, Reisen und Schulveranstaltungen ab sofort bis auf weiteres ausgesetzt werden.
Am Abend des Mittwoch, den 11. März gab die Tiroler Landesregierung dann definitive Maßnahmen in Schulen bekannt, die voraussichtlich bis Ostern gelten werden. "Ab kommenden Montag, 16. März 2020, werden Schülerinnen und Schüler ab der neunten Schulstufe zuhause bleiben und ab Mittwoch, 18. März 2020, gibt es Einschränkungen für Pflichtschülerinnen und Pflichtschüler sowie Kindergartenkinder“, erklärte Landesrätin Beate Palfrader.
Wie Landesrat Bernhard Tilg bekannt gab, ist ab sofort ein generelles Besuchsverbot in allen Tiroler Spitälern wirksam. "Wir ersuchen die Tiroler Bevölkerung um Verständnis, dass an den Tiroler Spitälern ab sofort Besuchseinschränkungen zum Wohl der Patientinnen und Patienten eingeführt werden“, so Tilg. Ausnahmen sind Besuche bei Kindern und Patienten in Palliativbetreuung – hier ist pro Patient und Tag ein Besucher erlaubt. Bei Geburten ist eine Begleitperson gestattet. Außerdem erlaubt sind notwendige Begleitpersonen für Gehörlose, Patienten mit Demenz, Menschen mit Behinderung, Übersetzer, usw.

Warum werden die Maßnahmen getroffen?

Grundsätzlich gilt es Zeit zu gewinnen. Wer soziale Kontakte in den kommenden Wochen reduziert, könnte jetzt einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten. So können vor allem junge Menschen zwischen 14 und 30 Jahren, die als Hauptüberträgergruppe gelten, durch die Minimierung sozialer Kontakte an der Eindämmung des Coronavirus maßgeblich mithelfen.

Zur Video-Botschaft des Kufsteiner Bürgermeisters auf Facebook gelangen Sie hier.

Alle Entwicklungen in Tirol zum Corona-Virus auf einen Blick

Kufsteins Bürgermeister Martin Krumschnabel sagte öffentliche Veranstaltungen in den städtischen Räumlichkeiten bis auf Weiteres ab.
Auf die Pressekonferenz der österreichischen Bundesregierung am Dienstag folgten zahlreiche Absagen von Veranstaltungen – auch im Bezirk Kufstein. (Symbolfoto)
Autor:

Barbara Fluckinger aus Kufstein

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