Oberau als Zentrum im Hochtal
Vier Millionen zum Start des Freizeitparks in der Wildschönau

Rund 200 Wildschönauer waren bei der Präsentation der Pläne zum Freizeitpark in Oberau mit dabei.
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Die Wildschönau plant zur Attraktivierung ihres touristischen Ganzjahresangebots einen Freizeitpark in Oberau. Mit einer sommers wie winters beriebenen "Sommerrodelbahn", einer Seilrutsche, Wildwasserweg und vielem mehr soll im Hochtal mit dem "kleinen, feinen Erlebnispark" ein Zentrum geschaffen werden, so der Plan von Gemeinde, Touristikern und Projektentwicklern.

WILDSCHÖNAU (nos). Die Grundstücksangelegenheiten wurden geregelt, die Genehmigungen eingeholt, so TVB-Obmann Michael Unger. Ende Jänner wurde den Wildschönauern erstmals der Projektplan zum "Freizeitpark" in Oberau präsentiert. 200 Interessierte fanden sich dafür im Mehrzwecksaal in Oberau ein und diskutierten im Anschluss einige offene Fragen.

Die Hallwanger (Sbg) "Input Projektentwicklungs GmbH" konzipierte seit 2015 gemeinsam mit Tourismusverband und Gemeinde das Attraktivierungsprojekt, um "eine gemeinsame Vision für das gesamte Tal" zu finden, wie Helmut Müller (Input) in der Präsentation ausführte. Ziel sei dabei auch, ein sichtbares Zentrum im Hochtal zu etablieren, denn "der Gast muss das Gefühl haben, 'jetzt bin ich angekommen'".

Der "Masterplan für das Familien-Erlebnis-Zentrum", das "modern und zeitgemäß" angelegt auch den Einheimischen einen Wohlfühlfaktor bieten soll, dreht sich dabei rund um das Wappentier der Gemeinde, den Drachen, der liebevoll "Toni" getauft wurde.

Das soll im Freizeitpark in Oberau passieren

Abheben will sich das Projekt von ähnlichen Anlagen in der Region dadurch, dass nicht erst ein Berg erklommen werden muss. Der Park soll auf einer großen Freifläche am Talboden, dem "Riedlhang", in Oberau neben dem Fußballplatz errichtet werden und ein tagesfüllendes Angebot bieten. Erde, Holz und Wasser sollen die elementaren Bestandteile werden, trotz aller Technik soll die Anlage "authentisch bleiben", erklären die Entwickler.

Eine motorbetriebene Seilrutsche ("Zip-Line"), "einzigartig in Europa", soll bis zu 60 Personen pro Stunde in den Genuss einer rasanten Talfahrt mit bis zu 50 km/h kommen lassen. Die "neue generation der Sommerrodelbahn", ein ganzjährig betreibbarer "alpine Coaster" soll weitere Spannung bringen, ebenso ein "4D-Kino", in dem etwa ein Flug über das Hochtal simuliert werden könne. Ein Wildwasserweg mit kleinem, flachen See, Bike-Pump-Tracks, Bag Jump ("Kundler Sprung"), Motorikparcous und Boulderwand sollen rund um "Tonis Alm" entstehen, wo Gastronomie und Kartenverkauf abgewickelt würden.
"Gewisse Dinge werden im Winter stehen bleiben", so die Projektentwickler, zudem soll neben dem See ein Eislaufplatz "mit richtigem Eis" angelegt werden. Nachtskilauf und Kinderskischule ziehen in der kalten Jahreszeit dort ebenso ein. "Vergesst nicht, da sind noch ein Haufen Dinge und Pläne dahinter", riefen die Planer in Erinnerung.

"Steht's dahinter, seid's so guad!"

Bgm Eder steht mit dem Gemeinderat hinter dem Projekt, der Beschluss zur finanziellen Beteiligung sei bereits getroffen worden. "Die Finanzierung schaut recht gut aus, das dürfte passen", meinte Eder zu seinen Gemeindebürgern. Federführend in die Tasche greifen soll dafür der Tourismusverband, die gemeinde trete als Investor auf, ebenso seien weitere Interessierte eingeladen sich hier zu beteiligen. "Wichtig ist, dass es los geht und jeder weiß, dass hier etwas für die Wildschönauer und für Oberau entsteht", meinte der Bürgermeister und rief die Wildschönauer zum Mitmachen auf: "Steht's dahinter, seid's so guad!" Dies würde sich auch auf die Familienfreundlichkeit im Hochtal auswirken, so Eder.

"Wieviel wir da machen können, werden wir sehen"

Für TVB-Chef Unger ist klar: "Unser Sommer ist ausbaufähig." Auch weil der Klimawandel einen langfristigen Wintertourismus immer mehr in Frage stelle, sei ein Investitionsschub und eine Aufbruchstimmung notwendig. Anfänglich brauche es für die ersten Maßnahmen rund vier Millionen Euro. "Damit werden wir nicht alles erreichen, wieviel wir da machen können, werden wir sehen", meint Unger mit Blick auf die Vereine des Hochtals, deren (kostenlose) Mitarbeit essentiell für den Bauerfolg werden könnte: "Alles was wir selber machen können, müssen wir nicht bezahlen und dieses Geld dann in Attraktionen investieren!"

Ab 4.000 Euro gibt's 2 bis 5 Prozent Rendite für Beteiligung

Interessierte Investoren sollen sich ab 4.000 Euro Mindestvolumen am Projekt beteiligen können, so Unger. Zwei bis fünf Prozent Rendite verspreche man sich davon. Die Hälfte der jährlichen Einnahmen solle an die Anteilseigner ausgeschüttet werden, der Rest fließe retour in die Anlage, um auf dem Laufenden zu bleiben und weiter ausbauen zu können.
Die Projektentwickler rechnen dabei mit rund 250 offenen Tagen im Jahr bei anfangs 45.000, später im Normalbetrieb 100.000 Besuchern im Jahr. Fünf Ganzjahresstellen sowie weitere Saisonarbeitsplätze sollen dabei entstehen.

Kein Eintritt, aber "Fahrkarten" und – vielleicht – Einheimischentarife

Die Besucher, Einheimische wie auch Gäste, sollen den Park ohne Eintritt besuchen können, dafür seien einzelne Attraktionen dann kostenpflichtig. Die Tickets dafür würden in "Tonis Alm" verkauft, Investoren, besonders die Tourismusbetriebe, sollen je nach Finanzierungsanteil Freikartenkontingente erhalten. "Es wird auch nicht so sein, dass die Gäste mit der Gästekarte gratis fahren", beschwichtigten die Touristiker Bedenken aus der Bevölkerung, zudem könne man über "Einheimischentarife" nachdenken, was zahlreiche Zuhörer positiv bewerteten.
Das Projekt soll als "GmbH & Co KG" verwirklicht werden. Im Ganzen zeigten sich viele Wildschönauer "ziemlich baff", wie einer der Wortführer zusammenfasste. Einige hätten vor der Diskussion gerne tiefergehende Details geprüft. Bedenken in Sachen Lärmbelastung erteilte TVB-Chef Unger eine klare Ansage: "Wenn du so eine Ruhe willst, musst du in ein Sanatorium!"

Mehr Details zu den Projekten

Der Freizeitpark Oberau ist Teil eines angedachten Gesamtkonzepts, das in den vier Kirchdörfern der Gemeinde Wildschönau umgesetzt werden soll. Dabei soll in Niederau, Oberau, Auffach und Thierbach jeweils auf die lokale Ausrichtung und Thematik hin der Ganzjahrestourismus stärker angefacht werden – die BEZIRKSBLÄTTER berichteten.

Mehr zu den Projekten in den vier Wildschönauer Kirchdörfern finden Sie hier.
Alle Beiträge zum Thema TVB Wildschönau finden Sie hier.

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Autor:

Sebastian Noggler aus Kufstein

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