Coronavirus
Vorwürfe um "schnelles" Testen in Kufstein erhoben

Nur zwei oder drei Minuten sollen einige Personen beim Antigen-Schnelltest in Kufstein "gebraucht haben", bis sie das negative Testergebnis erhielten – so lautet der Vorwurf.
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  • Nur zwei oder drei Minuten sollen einige Personen beim Antigen-Schnelltest in Kufstein "gebraucht haben", bis sie das negative Testergebnis erhielten – so lautet der Vorwurf.
  • Foto: Stadt Kufstein/Berger
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Testpersonen sollen bei Teststation in Kufstein nach nur zwei bis drei Minuten negatives Ergebnis bekommen haben. Das durchführende Unternehmen bestreitet die Vorwürfe.

KUFSTEIN (bfl). Nach dem PCR-Test Skandal rund um die Firma HG Lab Trucks in Tirol, wurden nun Vorwürfe rund um "zu schnelle" Schnelltests laut. Demnach sollen Testpersonen bei Antigen-Schnelltests in Kufstein bereits innerhalb von zwei bis drei Minuten ein (negatives) Ergebnis ausgestellt bekommen haben. Dies obwohl die tatsächliche, vorgeschriebene Wartezeit nach der Testabnahme bei 15 Minuten liegt. Hier soll der Profitgedanke eine Rolle gespielt haben, da mehr abgewickelte Tests, mehr Einnahmen bringen würden. Zwischen 65 und 35 Euro – je nach Anzahl an durchgeführten Tests pro Monat – bringt ein Testabstrich – durchgeführt für das Land Tirol – ein.
Die Vorwürfe, die der Blogger Markus Wilhelm nun erhob und auf seiner Webseite publik machte, gelten Teststationen bzw. -containern, die vom Ärztezentrum in Telfs (Ärztezentrum Betriebs GmbH, Innsbruck) betrieben werden – dies unter anderem im Tiroler Unterland in Kufstein und ehemals an der Autobahn, sowie in Einkaufszentren im Oberland. Zwei aufgenommene Videos, die zwei anscheinend "zu schnelle" Testabwicklungen bei einer Teststation in Kufstein zeigen, wurden nun durch Wilhelm online veröffentlicht. In beiden Fällen sollen die jeweiligen Testpersonen das negative Ergebnis bereits innerhalb von weniger als zwei bzw. drei Minuten erhalten haben. Auch weitere Rückmeldungen von Getesteten, die dem BEZIRKSBLÄTTERN vorliegen, bestätigen, dass es solche Fälle gegeben hat. 

"Führen korrekte Tests durch"

Christian Raudner, Gesellschafter des Ärztezentrums in Telfs, betont, dass die Vorwürfe nicht der Wahrheit entsprechen würden. "Wir als Ärztezentrum, als Geschäftsleiter hinter dem, stehen hinter dem Land Tirol (...), führen absolut korrekt Tests durch und lassen da auch keinen Spielraum", sagt Raudner. Natürlich könne er bei 100 Mitarbeitern nicht überall "daneben stehen", räumt er ein. Ob ein Fehler passiert sei oder die Videos "getäuscht" waren, wisse er nicht. Allerdings dauere das Hineingehen, der Test an der Nase sowie das Abtropfen selbst alleine schon an die eineinhalb Minuten. Er könne sich also nicht erklären, wie man zu einer vermeintlichen Test- und Wartezeit von nur zwei Minuten komme. Zudem bleibe der "Testfluss", unabhängig von der Wartezeit für das Testergebnis, immer der gleiche. Eine Station bzw. ein Testcontainer schafft je nach Öffnungszeiten im Schnitt rund 300 Testungen pro Tag, wobei sich zwei Container bzw. Stationen in Kufstein befinden. 

Die Testungen würden nach Vorschrift durchgeführt, betont Raudner. (Symbolfoto)
  • Die Testungen würden nach Vorschrift durchgeführt, betont Raudner. (Symbolfoto)
  • Foto: Lipiarski/BB Archiv
  • hochgeladen von Barbara Fluckinger

Laufende Überprüfungen zu Vorschriften

Raudner verweist gegenüber den BEZIRKSBLÄTTERN auch auf interne Überprüfungen sowie externe Überprüfungen durch das Land Tirol. "Wir haben gerade heute wieder von der Gesundenbehörde eine Prüfung gehabt, in zig Stationen, die alle mit 'Eins' abgehandelt wurden", sagt Raudner. "Ich fahre selber einmal die Woche die Runde über alle in ganz Tirol", so Raudner. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe, fuhr Raudner zu den Teststationen nach Kufstein und befragte seine Mitarbeiter. Jeder seiner Mitarbeiter habe bestätigt, dass man sich an die Zeiten halte.
Das Unternehmen führt an die hundert Mitarbeiter und betreibt eine eigene Hygieneassistentin, welche sämtliche Stationen auch regelmäßig kontrolliere, erklärt der Unternehmer. Alle Mitarbeiter würden eine Einschulung bekommen und müssten sich an die Vorschriften im Handbuch halten – auch an die korrekte Durchführung der Schnelltests. Seit dem Betrieb der Teststationen hat Raudner zwar zwei Mitarbeiter kündigen müssen – allerdings wegen unzureichender Einhaltung der Hygienevorschriften und wegen nicht vorschriftsmäßigem Tragens der FFP2 Maske.

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