Am eigenen Leib
WC-Reiniger ohne Plastik – geht das?

Der Versuch einen WC-Reiniger selbst herzustellen ist geglückt – wenn auch mit ein wenig Plastik.
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  • Der Versuch einen WC-Reiniger selbst herzustellen ist geglückt – wenn auch mit ein wenig Plastik.
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Redakteurin Barbara testete, wie einfach es ist selbst ein Putzmittel herzustellen – dies nach Möglichkeit ohne Plastik – und erfuhr warum das Plastik-Dilemma ein solches bleibt.  

KUFSTEIN (bfl). Viele wollen angesichts der anhaltenden Klimadebatte ihr Verhalten ändern und weitgehend auf Plastik verzichten. So einfach der Vorsatz am Anfang klingen mag, seine Umsetzung betrifft Bereiche des täglichen Lebens, die man im ersten Moment leicht übersehen kann. Darunter fällt definitiv das Thema Putzen, denn das unliebsame Plastik hat sich auch dort breit gemacht. 
Putzmittel gibt es in Hülle und Fülle – das Richtige für jeden Fleck. Gemein haben die Fleckenbeseitiger verschiedenster Art vor allem die Verpackung, denn die besteht in den meisten Fällen aus Plastik. Ein weiteres Problem liegt in den mitunter bedenklichen Inhaltsstoffen: synthetische Duftstoffe, Tenside und anorganische Säuren belasten nicht nur die Umwelt, sie können auch Allergikern das Leben schwer machen und Krankheitssymptome hervorrufen. Was nun? Einfach nicht zu putzen ist auf Dauer definitiv keine Lösung. Gibt es hier einen Ausweg aus dem Plastik-Dilemma? Glaubt man diversen Blogs und Internetseiten, liegt die Antwort in der Selbstherstellung von Putzmitteln und dem Besinnen auf das Einfache. Ich widme mich in einem Selbstversuch diesem Thema und versuche ein WC Pulver selbst herzustellen. 

Das große Plastik-Dilemma

Der Versuch beginnt mit einer gründlichen Recherche im Internet und Anti-Plastikratgebern diverser Art. Um so nachhaltig und umweltfreundlich wie möglich zu bleiben, entscheide ich mich für ein Rezept für ein WC-Pulver. Dieses soll also den klassischen, in Plastik verpackten WC-Reiniger in Zukunft ersetzen. Ein Blick auf die Zutatenliste verrät, dass die Herstellung einfacher verlaufen könnte als gedacht. Man braucht 30 Gramm geraspelte Seife, 125 Gramm Zitronensäure-Pulver und 50 Gramm Waschsoda. 
Als Seife verwende ich ein in Papier verpacktes Exemplar, das ich schon zu Hause hatte. Nun kommt der schwierigere Teil, was die Beschaffung anbelangt. Zitronensäure-Pulver und Waschsoda findet man in den Regalen von einigen Lebensmittelgeschäften oder Drogeriefachmärkten. Allerdings ist auch hier die Verpackung aus Plastik. Der nächste Unverpackt-Laden ist nicht in greifbarer Nähe. Ist meine vermeintliche Lösung für das Plastik-Dilemma in Wahrheit gar keine Lösung? Ich rechne nach. Nun gut, wenn man sich die Mengen ansieht, sollten die in Plastiksäckchen verpackten Zutaten am Ende mehr WC-Reiniger ergeben und nach Möglichkeit vielleicht sogar länger halten. Was sie ihrem konventionellen Bruder voraushaben ist, dass sie umweltfreundlicher sind.

So einfach geht es

Ich schreite also ans Werk. Zuerst wird die Seife geraspelt, dann gewogen, dann wieder geraspelt – bis ich auf meine 30 Gramm an Seifenflocken komme. Danach vermenge ich diese mit Zitronensäure-Pulver und Waschsoda zu einem feinen WC-Pulver. Aufbewahrt wird dieses in einem großen Schraubglas. Fertig!
Nun kommt der Test in der Praxis. Ich verteile das Pulver laut Anleitung mit der WC-Bürste in der Toilette und kann beobachten, wie es zischt und schäumt. Nach einer kurzen Einwirkzeit muss ich nur die Spülung betätigen. Das Ergebnis ist verblüffend: das Pulver ist nicht nur in seiner Herstellung sehr einfach, es erweist sich auch als sehr effektiv.
Mein Fazit: Für mich ist definitiv die Zeit gekommen, dem alten WC-Reiniger in der großen Plastikverpackung Ade zu sagen. Das umweltfreundliche WC-Pulver kommt von nun an auf meine To-Do-Liste. 

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