Ausstellung
Wie aus Kundler Bier Penicillin wurde

Heimatverein Obmann Jakob Mayer, Monika Brandl-Knapp, Ernst Meijnders (Sandoz Chef 2006 - 2015), Oswald Sellemond (Biochemie Chef 1989 - 1998), Johannes Margreiter und Heinz Scherfler (Sandoz Chef 1998 - 2006) bei der Ausstellungseröffnung in Kundl (v.l.).
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  • Heimatverein Obmann Jakob Mayer, Monika Brandl-Knapp, Ernst Meijnders (Sandoz Chef 2006 - 2015), Oswald Sellemond (Biochemie Chef 1989 - 1998), Johannes Margreiter und Heinz Scherfler (Sandoz Chef 1998 - 2006) bei der Ausstellungseröffnung in Kundl (v.l.).
  • Foto: Florian Haun
  • hochgeladen von Barbara Fluckinger

Kundler Heimatverein veranschaulichte in Ausstellung, wie aus der Kundler Brauerei der Pharmakonzern Sandoz entstand.

KUNDL (flo). Ein "bieriges" Kapitel schlug der Kundler Heimatverein bei der Eröffnung der Ausstellung "Vom Kundler Bier zum Penicillin V" am Freitag, den 18. Oktober im Dr. Brandl Saal in Kundl auf. Der weltbekannte Pharmakonzern Sandoz, ehemalige Biochemie ist jedem ein Begriff. Nur die Wenigsten wissen, dass deren Gebäude bis 1945 die früher weitum bekannte Kundler Brauerei beherbergte. Gegründet wurde diese bereits im Jahre 1658 – dies aus dem alten Schloss Hocholtingen.

Das Wunder von Kundl

Im Jahre 1952 geschah schließlich in der damals jungen Biochemie das "Wunder von Kundl" wie es Kundls Vize-Bürgermeister Michael Dessl in seiner Ansprache nannte. Das Wunder kam in Form des Schwazer Forschers Dr. Ernst Brandl und seinem Kollegen Dr. Hans Margreiter, die das erste oral einnehmbare Penicillin der Welt, nämlich das "Penicillin V", entdeckten. Dass Dr. Ernst Brandl im heurigen Jahr seinen 100. Geburtstag feiern würde, nahm der Heimatverein zum Anlass, die Geschichte rund um den Weg des Kundler Bieres zum Penecillin mit einer Ausstellung zu beschreiben.Besucher können nun erfahren, wie aus einer alten, in Vergessenheit geratenen ländlichen Brauerei ein Weltkonzern wurde, der den Namen seiner Gemeinde unsterblich machte und wirtschaftlich aus der Region nicht mehr wegzudenken ist.

Zahlreiche Gäste bei Eröffnung

Unter den zahlreichen Gästen konnten auch bedeutende ehemalige Funktionäre und Mitarbeiter der Biochemie wie etwa Oswald Sellemond (Biochemie Chef 1989 - 1998), Heinz Scherfler (Sandoz Chef 1998 - 2005), Ernst Meijnders (Sandoz Chef 2006 - 2015), Sebastian Rendl (ehemaliger Finanzvorstand), Bernhard Sigl (ehemaliger Personalchef), Dr. Ernst Brandls Nachfolger als Leiter der Forschung und Entwicklung Dr. Jürg Meier sowie dessen Nachfolger Dr. Ernst Leitner, Chronist Hans Troger und viele weitere begrüßt werden. Auch die Witwe des legendären Penicillin V Erfinders Brandl, Monika Brandl-Knapp sowie der Sohn seines Forschungspartners Johannes Margreiter waren anwesend.

Viel Material für die Ausstellung

Um die Geschichte ihres Mannes und seiner Arbeit so detailliert wie möglich präsentieren zu können, stellte Brandls Witwe dem Verein seinen originalen Labormantel sowie zahlreiche private Fotos und Dokumente zur Verfügung. Weiters wurden vom Verein die ersten Presseberichte über die Entstehung der Biochemie und das Penicillin V aus den 1950er Jahren zur Schau gestellt. Auch das originale Gästebuch aus den Anfangsjahren mit einem handschriftlichen Eintrag über den Besuch des damaligen Ministers Dr. Bruno Kreisky vom Jänner 1966 ist in der Ausstellung zu sehen. Die Sandoz stellte dem Verein außerdem originale Filmaufnahmen aus dem Jahre 1957 zur Verfügung wodurch die Vergangenheit an diesem Abend quasi auf der Leinwand lebendig wurde.

Prägend für Geschichte

"Dass Sandoz in den letzten 15 Jahren rund 1,6 Milliarden Euro in die Standorte Kundl und Schaftenau investiert hat beweist dass das Vertrauen in die Kompetenz groß ist", betonte der ehemalige Sandoz Chef Ernst Meijnders, der extra für die Ausstellung aus dem schweizerischen Basel anreiste, in seiner Ansprache. "Die Erfindung von Dr. Brandl ist prägend für die Geschichte von Sandoz und es ist gut dass der Heimatverein mit seiner Ausstellung an die Anfänge erinnert", so Meijnders. "Ich glaube dass jeder der sich mit fermentieren auskennt, auch ein gutes Bier brauen kann", schmunzelte der ehemalige Sandoz Chef weiters.

Lob fürs Kundler Bier

Lob gab es auch für das nach dem Originalrezept in diesem Jahr nachgebraute Kundler Bier dessen letzte 100 Liter an diesem Abend ausgetrunken wurden. Sandoz Mitarbeiter und Heimatverein Mitbegründer Sappl, welcher seit seiner ersten Berührung mit der Geschichte der Brauerei alle erdenklichen Kundler Bier Artefakte wie etwa originale Flaschen, Fässer, Kisten, Krüge, Schilder, Bierdeckel, Bierbänke und vieles mehr sammelte präsentierte in diesem Rahmen seine komplette Sammlung die er auf Wunsch auch genauestens erklärte.

Penicillin und Gedichte

Weiters veranschaulichte er wie das nur intravenös wirkende Penicillin G, welches von 1948 bis 1952 in Kundl hergestellt wurde in das Penicillin V verwandelt wurde. Die ehemalige Kundler Kulturreferentin und Obfrau Stellvertreterin des Heimatvereins Silvana Haidacher ließ es sich zudem nicht nehmen eines von Dr. Ernst Brandls Gedichten, den sie als sehr feinen Mensch in Erinnerung behielt vorzutragen. Heimatverein Obmann und Hobbyhistoriker Jakob Mayer verriet, dass es ungefähr ein halbes Jahr dauerte die Ausstellung vorzubereiten. Diese ist noch bis zum 27. Oktober täglich geöffnet.

Mehr Beiträge zum Kundler Bier finden Sie hier.
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