Wird der Damm zum Knackpunkt?

Das Ende Jänner vom Land Tirol vorgestellte "Generelle Projekt" wurde bei der Präsentation in den Gemeinden Kundl und Radfeld kritisiert.
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BEZIRK (bfl). Nicht nur Grundstücksbesitzer und Bauern in den einzelnen Gemeinden sehen bei der Grobplanung des Landes zum Hochwasserschutz rot. Auch Wörgl will laut der Bürgermeisterin Hedi Wechner noch verhandeln, da die Stadt als Meistzahler auftreten soll. Indes bezeichnet die FPÖ Nationalratsabgeordnete Carmen Schimanek den geplanten Hochwasserschutz für Wörgl als "unfinanzierbar."
Die Voraussetzungen für die Gründung des Wasserverbandes sind mehr als ungünstig. Laut LAbg. Bgm. Alois Margreiter solle dessen Gründung nichtsdestotrotz im Laufe des Frühjahres erfolgen.
Das Ende Jänner vom Land Tirol vorgestellte "Generelle Projekt" gibt die Grobplanung für den Hochwasserschutz im Unteren Unterinntal von Brixlegg bis Angath vor. Wie die BERZIRKSBLÄTTER berichteten, sollen 160 Hektar Bauland und 2.200 Häuser im Unteren Unterinntal vor Hochwasser geschützt werden, was mit 18 Kilometer langen Mauern bzw. Dämmen sichergestellt werden soll. Ein wichtiger Bestandteil der Planung sind dabei die drei optimierten Retentionsräume Kramsach, Radfeld/Kundl und Angath, mit denen ein Fassungsvermögen von insgesamt 8,5 Millionen Kubikmeter Wasser geschaffen werden soll. Bei der Vorstellung des Projektes in den Gemeinden Radfeld und Kundel hagelte es allerdings Kritik seitens der Grundeigentümer in den Retentionsräumen. Dabei ging es einerseits um die Göße der Retentionsflächen selbst, andererseits um die Tatsache, dass Wörgl keinen eigenen Retentionsraum einrichten müsse.

Margreiter weist Kritik zurück
LAbg. Bgm. Alois Margreiter nahm dazu in einem Schreiben Stellung und wies die Kritik seitens der Gemeinden Kundl und Radfeld größtenteils zurück. Man habe die bisherigen Kritikpunkte in der Landespolitik sehr ernst genommen und viele Punkte schon im Sinne der Gemeinden erledigt. Dazu zählte er die Schaffung weiterer Retentionsflächen in Kramsach und Angath und wies darauf hin, dass "viele Fachgespräche mit den Betroffenen geführt" worden seien. Die Wirkung einer Retention im alpinen Bereich sei untersucht und als nicht wirkungsvoll erklärt worden. Bezüglich der Stadt Wörgl meint Margreiter, dass geprüft wurde ob hier die Möglichkeit von Retentionsflächen bestehe, allerdings sei dies von Fachleuten als unrealistisch befunden worden. Er wies auch darauf hin, dass eine Verkleinerung des Retentionsraumes nicht nur eine größere Stauhöhe, sondern auch steilere Dämme bzw. Dammflächen und eine schwierigere Bewirtschaftung dieser mit sich bringen würde. Laut Margreiter müsse das Vorgestellte noch verbessert werden, aber die Gemeinden trägen schlussendlich die Verantwortung für einen wirkungsvollen Hochwasserschutz.

Schimanek: Hochwasserschutz "unfinanzierbar"
Die Kritik beschränkte sich nicht auf die Gemeinden mit großräumigen Retentionsflächen. Auch die FPÖ Nationalrätin Carmen Schimanek aus Wörgl streute Alois Margreiter keine Rosen. Er und die zuständigen ÖVP-Politiker der Landesregierung "arbeiten weiterhin fest daran, es Wörgl unmöglich zu machen den Hochwasserschutz zu finanzieren", so Schimanek. Laut den neuesten Berechnungen solle Wörgl allein für die Errichtung des Dammes rund 25 Mio. Euro zahlen, dazu kämen noch die jährlichen Erhaltungskosten. Schimanek deutete an, dass dabei das Gewerbegebiet in Wörgl, welches in der roten Zone liegt, weiterhin als "Faustpfand missbraucht" werde. Im Gegensatz zu anderen Gemeinden wie Kirchbichl, Langkampfen oder Kufstein habe es Wörgl zwar verabsäumt zeitgerecht einen Hochwasserschutz zu errichten, allerdings sei dies laut Schimanek auf "Versäumnisse eines ehemaligen ÖVP-Bürgermeisters" zurückzuführen. "Wörgl braucht einen Hochwasserschutz, ich stehe dazu und das ist nicht wegzudiskutieren. Mit derartig hohen finanziellen Belastungen ist das allerdings für Wörgl der finanzielle Ruin. Es sei denn, das Land lässt uns nicht im Regen stehen", meint Schimanek abschließend.

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