Wörgl blickt für Entwicklung über die Staatsgrenze

Euregio-Vizepräsident Walter J. Mayr, Stadtwerke-Energiekoordinator Peter Teuschel, Stadtbaumeister Hermann Etzelstorfer, Euregio-GF Esther Jennings, Trostbergs Bauamtsleiter Bernhard Unterauer, Wörgls Stadtamtsleiterin Simone Riedl, Trostbergs Stadtkämmerer Armin Gois, Vizebgm. Hubert Aufschnaiter, Trostbergs 1. Bürgermeister Karl Schleid, Bgm. Hedi Wechner, Wörgls Finanzabteilungsleiter Walter Hohenauer und Technik-Ausschussleiter GR Andreas Schmidt (v.l.).
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  • Euregio-Vizepräsident Walter J. Mayr, Stadtwerke-Energiekoordinator Peter Teuschel, Stadtbaumeister Hermann Etzelstorfer, Euregio-GF Esther Jennings, Trostbergs Bauamtsleiter Bernhard Unterauer, Wörgls Stadtamtsleiterin Simone Riedl, Trostbergs Stadtkämmerer Armin Gois, Vizebgm. Hubert Aufschnaiter, Trostbergs 1. Bürgermeister Karl Schleid, Bgm. Hedi Wechner, Wörgls Finanzabteilungsleiter Walter Hohenauer und Technik-Ausschussleiter GR Andreas Schmidt (v.l.).
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WÖRL (vsg). Welche Gemeinsamkeiten verbinden die Stadt Wörgl und die bayerische Stadt Trostberg im Landkreis Traunstein – und lässt sich anhand ähnlicher Herausforderungen dazu ein Euregio-Projekt für grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Form einer Städtepartnerschaft schmieden? Um das zu sondieren, trafen sich im Wörgler Stadtamt erstmals Politiker und Verwaltungsmitarbeiter der beiden Städte mit Euregio-Akteuren.

„Zu den Gemeinsamkeiten der beiden Städte zählen der sogenannte Speckgürtel mit Handelsbetrieben an der Peripherie, eine trennende Straße durch das Zentrum und die Komponente des Fahrradverkehrs“, erklärte Esther Jennings, Geschäftsführerin der Euregio Inntal e.V., die mit Euregio-Vizepräsident Walter J. Mayr über Möglichkeiten von EU-Förderungen informierte, die bis zu 75 % der Projektkosten betragen können.
Nach Vorgesprächen in beiden Städten brachte sie auch schon einen Vorschlag für ein Euregio-Projekt mit: „Einen Workshop mit dem Ziel, in Wörgl die Bahnhofstraße und in Trostberg die Hauptstraße attraktiver zu gestalten und Verkehrskonzepte dafür zu entwickeln.“

Wörgl-Fakten für bayerische Gäste

Beim ersten Treffen auf politischer Ebene stellte sich die Stadtgemeinde Wörgl dem angereisten Ersten Bürgermeister der Stadt Trostberg, Karl Schleid, Traunsteins Bauamtsleiter Bernhard Unterauer und dem Stadtkämmerer Armin Gois vor.

„Das Stadtbild von Wörgl kann mit der historischen Altstadt von Trostberg nicht mithalten“

, meinte Bgm. Hedi Wechner bei der Begrüßung der Gäste und ging auf Eckpunkte der Stadtentwicklung ein: die Aufhebung der Roten Zone durch Errichtung des Hochwasserschutzes, die der Infrastruktur davon galoppierende Einwohnerzahl und die schlechten Karten, die Städte von 10.000 bis 20.000 Einwohner bei der Zuteilung der Abgabenertragsanteile haben: „Wir sind die Nettozahler für alle anderen Gemeinden“, so Wechner. Wörgl hat derzeit 13.695 Einwohner.

„Wörgl ist die sechstgrößte Stadt Tirols und durch die zentrale Lage im Inntal ist hier der Zuzug größer als etwa in Kufstein“, erklärte Stadtbaumeister Hermann Etzelstorfer und erläuterte Wörgls Stadtgebiet, das sich auf 20 Quadratkilometern erstreckt, in dem 72 Kilometer Gemeindestraßen zu erhalten sind. Dazu zählt auch die halbfertige Nordtangente, für deren zweiten Teil die Planung begonnen habe. Die Umsetzung müsse aber durch das Land Tirol erfolgen, so Etzelstorfer.
Weshalb die Stadt der Bahnhofstraße vermehrt Aufmerksamkeit schenken sollte, erläuterte er anhand wirtschaftlicher Aspekte und des Kommunalsteueraufkommens 2013: „Die Betriebe in der Bahnhofs- und Speckbacherstraße zahlten rund 800.000 Euro Kommunalsteuer, die Einkaufszentren an Innsbrucker und Salzburgerstraße zusammen rund 488.000 Euro.“
Der Durchzugsverkehr in der Bahnhofstraße liegt täglich bei 4.000 Pkw.

Den Energie-Entwicklungsplan, den die Stadt Wörgl seit 2008 verfolgt, um bis 2025 bei Strom und Wärme autark zu sein, erläuterte Stadtwerke-Energie-Koordinator Peter Teuschel. Dazu zählt der Fernwärmenetz-Ausbau, wobei Verhandlungen mit dem Spanplattenwerksbetreiber Egger laufen. Mit dessen Abwärme könnte Wörgl zu 100 Prozent mit Fernwärme versorgt werden, so Teuschel. Mit dem Bürgerbeteiligungsmodell der "Wörgler Sonnenscheine" wurden bereits vier Solarparks realisiert – für einen weiteren Ausbau fehlen aber kommunale Dachflächen.

Verkehr und Innenstadtbelebung

In Trostberg leben auf 72 Quadratkilometern in 94 Stadtteilen bzw. Weilern rund 11.000 Menschen. Ein Kartonagen-Werk und die chemische Industrie, besonders AlzChem AG und BASF im 63 Hektar großen Chemiepark, sind wichtige Arbeitgeber. Der Strukturwandel im Einzelhandel macht den Bayern ebenso zu schaffen, wie das Verschwinden von Gastronomie-Betrieben. Was Wörgl und Trostberg darüber hinaus verbindet, ist der Einsatz von Schwundgeld: Während Wörgl mit dem Freigeld in den 1930er Jahren weltberühmt wurde, wird von Trostberger Geschäften heute mit dem "Chiemgauer" eine Regionalwährung angenommen, für die das historische Wörgler Geld-Experiment Vorbild war. In Wörgl erfüllt die "Energy.Card" mit über 10.000 Nutzern (notwendig zur Nutzung des Recyclinghofes und Bürgerkarte) die Funktion der Kaufkraftbindung.
Bei der Innenstadtbelebung treffen sich Wörgler und Trostberger Interessen. Auch die Problematik der Durchzugsstraßen ist ähnlich. Sind in Wörgl täglich rund 24.000 Fahrzeuge auf der Bundesstraße unterwegs, so sind es in Trostberg 20.000 bis 21.000 Autos auf der den Ort durchtrennenden Straße.

In welchen Punkten eine Zusammenarbeit sinnvoll sein könnte, will die Wörgler Delegation beim Gegenbesuch in Trostberg im September ausloten.

Euregio-Vizepräsident Walter J. Mayr, Stadtwerke-Energiekoordinator Peter Teuschel, Stadtbaumeister Hermann Etzelstorfer, Euregio-GF Esther Jennings, Trostbergs Bauamtsleiter Bernhard Unterauer, Wörgls Stadtamtsleiterin Simone Riedl, Trostbergs Stadtkämmerer Armin Gois, Vizebgm. Hubert Aufschnaiter, Trostbergs 1. Bürgermeister Karl Schleid, Bgm. Hedi Wechner, Wörgls Finanzabteilungsleiter Walter Hohenauer und Technik-Ausschussleiter GR Andreas Schmidt (v.l.).
Das Vorbereitungsteam mit den Bürgermeistern: GR Andreas Schmidt, Peter Teuschel, Esther Jennings, Hermann Etzelstorfer, Bgm. Karl Schleid, Bgm. Hedi Wechner, Armin Gois und Bernhard Unterauer (v.l.).

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