Umzug und "Audienz"
Zum Ritterfest zieht "Maximilian I." durch Kufstein

"Kaiser Maximilian" Hugo Oberkofler und Landsknecht Gerhard Lehmann vom Heimatkundeverein Kufstein.
2Bilder
  • "Kaiser Maximilian" Hugo Oberkofler und Landsknecht Gerhard Lehmann vom Heimatkundeverein Kufstein.
  • hochgeladen von Sebastian Noggler

Seit Jahren veranstaltet der Kufsteiner Judoclub parallel zum "Ritterfest" (7. - 10 Juni) auf der Kufsteiner Festung einen Umzug durch die Innenstadt. Das heurige "Maximilianjahr" nahm der Verein zum Anlass, diesen nun zu vergrößern und eine "Audienz" am Unteren Stadtplatz anzuhängen.

KUFSTEIN (nos). Am Pfingstsamstag, am 8. Juni ab 10 Uhr sollen an die 300 mittelalterlich Gewandtete durch Kufstein ziehen und anschließend einer "Audienz" von Kaiser Maximilian I. am Unteren Stadtplatz beiwohnen. Das jedenfalls ist die "spontane Idee" des Kufsteiner Judoclubs unter Freia und Walter Gasteiger. Für den vergrößerten Umzug holten sie sich heuer den Heimatkundeverein mit ins Boot, der das Heimatmuseum auf der Festung betreibt und über einen Fundus historisch korrekter Gewänder und Rüstungsteile aus der Zeit um 1500 verfügt. Zudem starteten die umtriebigen Judoka einen offenen Aufruf an Mittelaltervereine und auch per Postwurf an die Kufsteiner, um möglichst viele Teilnehmer für den Umzug zu gewinnen.

"Mittelalter mit Augenzwinkern"

17 Gruppen hätten bereits ihr Kommen angekündigt, mit derzeit 250 Teilnehmern wird jedenfalls gerechnet. Mehr wären freilich gewünscht, weshalb Freia Gasteiger auch betonte, dass eine Meldung bis zum Veranstaltungstag am Sammelplatz am Fischergries noch möglich sei. "Geschichte hautnah erleben" sollen die Kufsteiner beim Umzug, im Ansinnen des Judoclubs soll es ein "Maximilianjahr für die Bevölkerung" sein. Die historisch korrekte Bekleidung steht darum für Freia Gasteiger zum Mitmachen weniger im Vordergrund: "Vieles ist mit dem Fasching ident. Wir wollen das Mittelalter mit einem Augenzwinkern betrachten." Neben einigen Mittelaltervereinen aus der Region sowie den professionellen Darstellern, die am Ritterfest auf der Festung teilnehmen, sollen auch einige Kufsteiner Schulen, die Stadtmusikkapelle, das Stadttheater und Sportvereine bereits zugesagt haben mitzugehen. Aufgrund des langen Pfingstwochenendes sei es aber schwierig, noch mehr zu lukrieren.

Umzug und "Audienz"

"Versuchen, die Zeit historisch möglichst authentisch widerzugeben" möchte der Heimatkundeverein Kufstein unter Obmann Gerhard Lehmann und Heimatmuseumsleiter Hugo Oberkofler, der für Umzug und "Audienz" den Maximilian gibt. Im Vereinsfundus finden sich zahlreiche Repliken historischer Gewänder, Rüstungsteile und Waffen. "An der Originalausstattung der Festung fehlt es komplett, da ist nichts mehr da", bedauert Lehmann. Allerdings habe man über die Jahre hinweg einen stattlichen Fundus nach historischen Vorlagen anfertigen und ansammeln können. "Wir haben uns Jahrelang mit dem Thema beschäftigt", erklärt Oberkofler, der als NMS-Lehrer auch im Brotberuf die historische Seite der Festungsstadt im Detail kennt, "Maximilian soll in seinen Stärken und Schwächen gezeigt werden."
Ihm gebührt nach dem rund 45-minütigen Umzug, der am Fischergries startet, vorbei an Kulturfabrik und Inntalcenter zum "Goldenen Löwen" und über das Bezirksgericht schließlich bis zum Unteren Stadtplatz führt, die Aufgabe sich zur "Audienz" dort huldigen zu lassen und den Teilnehmern eine Gedenkmedaille zu überreichen. Auch mit einer Jause dürfen jene rechnen, die dort mitmarschieren. "Die im Vorhinein beim Judoclub angemeldeten Gruppen in historisch guter Gewandung sind im Anschluss eingeladen bei freiem Eintritt auf die Festung zum Ritterfest zu kommen", erklärt Emanuel Präauer als "Festungskommandant". Mit der "Kufstein Card" oder der "Festungs Card" haben auch die nicht verkleideten Stadtbürger freien Eintritt.
Die Medaillen sollen am Unteren Stadtplatz auch geprägt bzw. geschlagen werden und sind für Besucher dort käuflich zu erwerben.

Fast ohne Budget kommen die Vereine mit ihrer "spontanen Idee" dabei aus. Rund 6.000 Euro – vornehmlich aus der Stadtkasse – stehen ihnen zur Verfügung, so Walter Gasteiger. Die Stadtwerke unterstützten darüber hinaus den Druck der Flyer und Plakate, der TVB deren Anbringung und die Sparkasse stelle die Medaillen. Von den Organisatoren des Ritterfests, einer Werbeagentur im bayerischen Trostberg, soll es laut Gasteiger indes nichts geben: "Wir wurden in den vergangenen Jahren mit unserem Umzug nicht einmal erwähnt". Die Festung Kufstein GmbH – vormals TopCity – stellt den freien Eintritt zum Fest für "gut gewandete Gruppen".

Das Ritterfest auf der Festung findet von 7. bis 10. Juni statt, aktuelle Eintrittspreise sind auf der Website des Veranstalters zu finden.

"Kaiser Maximilian" Hugo Oberkofler und Landsknecht Gerhard Lehmann vom Heimatkundeverein Kufstein.
Hans Szuchowski (li) moderiert den Umzug mit "Kaiser" und Landsknechten, die "spontane Idee" von Walter und Freia Gasteiger (vorne).
Autor:

Sebastian Noggler aus Kufstein

Sebastian Noggler auf Facebook
following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

8 folgen diesem Profil

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.