237 Anrufe in Abwesenheit am ersten Arbeitstag!

Tiroler "Schmäh" zieht in die Wiener Parteizentrale ein.
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  • Tiroler "Schmäh" zieht in die Wiener Parteizentrale ein.
  • Foto: ÖVP/Jakob Glaser
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Mit der Bestellung zum Generalsekretär der Österreichischen Volkspartei hat der Kufsteiner Hannes Rauch den bisherigen Zenit seiner steilen Politkarriere erreicht. Auf ihn warten eine 80-Stunden-Woche und der Druck, eine Partei zu übernehmen, deren Umfragewerte sich gerade auf historischem Tiefststand befinden.

Es war Montag in den frühen Morgenstunden, als bei Hannes Rauch das Telefon klingelte: „Ich kannte die Nummer nicht und wusste erst gar nicht, wer dran war“, schmunzelt der Kufsteiner Parteimanager im Gespräch mit den BEZIRKSBLÄTTERN. Noch weniger wusste der bisherige Hauptgeschäftsführer der Tiroler Volkspartei, dass dieser Anruf binnen weniger Stunden sein Leben umkrempeln würde: Am anderen Ende der Leitung war der neue ÖVP-Bundesobmann Michael Spindelegger „und fragte mich, ob ich die Bundespartei managen will.“

Gutes Bauchgefühl
„Ich hab dann nur gefragt, wie lange ich Bedenkzeit habe“, erinnert sich Rauch. „Ich hatte aber sofort ein gutes Bauchgefühl und sagte nach einem kurzen Gespräch mit meiner Frau Johanna nach wenigen Stunden zu.“ Noch am selben Abend reiste Rauch nach Wien, verhandelte am nächsten Morgen letzte Details mit Spindelegger und wurde am Mittwoch den Medien als neuer „General“ präsentiert.

Der Ruf eilte voraus
Sein Ruf als knallharter Parteimanager war ihm zu diesem Zeitpunkt bereits nach Wien vorausgeeilt. So schrieb zum Beispiel ZIB2-Anchorman Armin Wolf auf Twitter: „Gegen Hannes Rauch war Ex-VP-General Missethon ein Supersoftie. Die OTS-Presseschlachten mit Frau Rudas - das wird was für die UN-Friedenstruppen.“ Oder Krone-Innenpolitikchef Claus Pandi, ebenfalls auf Twitter: „Mit dem Tiroler Kommunikationstalent Hannes Rauch als ÖVP-General kommt Schwung in die Bude. Vis -à-vis bei der SPÖ heißt´s putzig Ohren anlegen.“

Mit Tiroler Schmäh
Kommentare, die Hannes Rauch sichtlich amüsieren. „Auf Bundesebene geht´s eben ein wenig härter zur Sache“, schmunzelt Rauch. Doch sein Tiroler Schmäh scheint fürs Erste bei den Wiener Journalisten gut anzukommen. Und nicht nur dort: „Auch Michael Spindelegger hat mir nach der Vorstellungspressekonferenz geflüstert, dass er selten so viel Spaß auf einer Pressekonferenz gehabt hat.“ Nervös sei Rauch nicht in solchen Momenten, „auch wenn da zehn Kameras auf dich gerichtet sind und jedes Wort auf die Waagschale gelegt wird. Aber angespannt ist man natürlich schon.“ Genau das sei aber auch der Kick, den er brauche. Dass er jetzt noch mehr zur öffentlichen Person geworden sei, stört den begeisterten Tennisspieler nicht: „Ich merke das eigentlich gar nicht.“

Familie bleibt in Kufstein
Auch stört ihn nicht, dass ab sofort eine 80-Stunden-Woche auf ihn wartet, „weil ich mich sehr schnell regenerieren kann. Da genügen oft schon ein paar Stunden Schlaf und ich bin wieder topfit.“ Die Wochenenden will Rauch aber so gut es geht bei seiner Familie zu Hause in Kufstein verbringen, wo er gerade ein Eigenheim erworben hat. Auch Stadtparteiobmann der ÖVP will er bleiben, „weil ich will, dass sich in Kufstein was bewegt, das ist mir einfach wichtig“, betont Rauch, der sich sehr über die Gratulationen von Bürgermeister Martin Krumschnabel und Alt-Bürgermeister Siegfried Dillersberger auf der Facebookseite der BEZIRKSBLÄTTER gefreut hat.

Kufstein soll sich bewegen
Aber daran muss er sich in diesen Tagen wohl gewöhnen, allein am ersten Arbeitstag erreichten ihn fast 1.000 SMS, unzählige E-Mails mit Glückwünschen und Anfragen und 237 Anrufe in Abwesenheit, „obwohl ich ohnehin fast den ganzen Tag telefoniert habe und 14 Interviews gegeben habe.“ Auch während unseres Gesprächs läutet ständig das Handy. Und Rauch gibt Anordnungen, beantwortet Fragen und weiß, dass das ab sofort sein Alltag sein wird. Um all das zu bewältigen, unterstützen ihn dabei zwei Sekretärinnen, eine Pressesprecherin, eine ganze Kommunikationsabteilung, der Büroleiter mit rund 50 Mitarbeitern in der ÖVP-Zentrale und ein Chauffeur mit bayerischer Limousine. Eine Entourage von Profis, mit denen er dafür sorgen soll, dass die Umfragewerte der Volkspartei wieder steigen. Und das nicht nur in der Festungsstadt.

Autor:

Christian Mey aus Kufstein

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