Tourstopp in Wörgl
Grüne Nationalräte sprachen in Wörgl über Mautbefreiung und Verkehr

Bei ihrem Tourstopp in Wörgl sprachen Hermann Weratschnig und Barbara Neßler unter anderem über das Thema Mautbefreiung und Verkehr sowie grüne Leuchtturmprojekte wie das „1-2-3-Ticket“.
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  • Bei ihrem Tourstopp in Wörgl sprachen Hermann Weratschnig und Barbara Neßler unter anderem über das Thema Mautbefreiung und Verkehr sowie grüne Leuchtturmprojekte wie das „1-2-3-Ticket“.
  • Foto: Tiroler Grüne
  • hochgeladen von Barbara Fluckinger

Die grünen Nationalräte Barbara Neßler und Hermann Weratschnig thematisierten Anfang März – vor den verschärften Maßnahmen rund um das Coronavirus – in Wörgl "grüne" Zielsetzungen im Bund und was diese für den Bezirk bedeuten könnten. 

WÖRGL/BEZIRK KUFSTEIN (red). Es ist eine dreitätige Tour durch Tirol, auf die sich die grünen Nationalräte Barbara Neßler aus Innsbruck und Hermann Weratschnig aus Schwaz am Anfang des Monats – vor den verschärften Maßnahmen zur Coronakrise – begaben. Am Freitag, den 6. März  machten sie Halt in Wörgl und sprachen dabei über Grüne Zielsetzungen im Bund – und deren Auswirkungen und Chancen für die Tiroler Regionen. 
Seit rund vier Monaten sind Barbara Neßler aus Innsbruck und Hermann Weratschnig aus Schwaz nun Abgeordnete zum Nationalrat, seit etwa zwei Monaten sind die Grünen auf Bundesebene in Regierungsverantwortung. Nicht zuletzt aufgrund ihrer Erfahrungen in Tirol wurden die beiden „neuen“ Nationalräte in den gewichtigen Bereichen Tourismus (Barbara Neßler) und Mobilität (Hermann Weratschnig) fraktionsintern zu den Sprechern des Grünen Klubs im Parlament gewählt.

Mautausnahmen soll einzeln geprüft werden

Bei ihrem Tourstopp in Wörgl sprachen die Grünen unter anderem über das Thema Mautbefreiung und Verkehr sowie grüne Leuchtturmprojekte wie das „1-2-3-Ticket“. Am Dienstag zuvor tagte in Wien der Verkehrsausschuss des Nationalrats, bei dem Klimaschutz-Bundesministerin Leonore Gewessler aktuelle Fragen der Abgeordneten beantwortete und Auskunft über weitere Pläne und Schritte ihres Ministeriums gab. Auch Möglichkeiten zur Mautausnahme auf Autobahnteilstrecken waren dabei ein Thema. Nach Beschluss des Nationalrats wurden die Ausnahmen bereits mit 15. Dezember 2019 auf fünf Streckenabschnitten in Österreich umgesetzt.
„Die mittlerweile durch erste Messungen bestätigte Verkehrsentlastung in und um Kufstein zeigt den Erfolg dieser Maßnahme“, konnte Mobilitätssprecher Hermann Weratschnig dem Ausschuss mitteilen. Die Ausnahme von der Mautpflicht auf der A12 Inntalautobahn zwischen Kufstein-Süd und der Staatsgrenze konnte nicht zuletzt deshalb durchgesetzt werden, da hier rund fünf Jahre lang intensiv an mehreren Mess- und Zählstellen des Landes Tirol Daten zur Verkehrsdichte, Lärm- und Luftwerten erhoben wurden, so Weratschnig. So konnte die Belastung für die Bürger klar objektiv nachgewiesen werden.
Weratschnig plädierte im Ausschuss dafür, jede künftige Forderung für Ausnahmen anhand gesicherter Daten einzeln zu prüfen und zu bewerten – dem schloss sich auch BM Leonore Gewessler an. Inwiefern eine Ausnahme von der Mautpflicht im Einzelfall zweckmäßig sei und welche Auswirkungen diese auf die Nachbarregionen habe, werde künftig anhand eines Kriterienleitfadens geprüft, so die Bundesministerin. Mess- und Zählstellen der Länder wie auch der ASFINAG werden dafür unter anderem für das Datenmaterial herangezogen.

"1-2-3-Ticket" für Öffis

Der zweite öffentliche Tagesordnungspunkt im Verkehrsausschuss behandelte den Bericht zum derzeit in Ausarbeitung befindlichen „1-2-3-Ticket“, das den öffentlichen Nahverkehr nachhaltig stärken und attraktivieren soll. Hermann Weratschnig brachte im Anschluss an den Bericht auch seine Erfahrungen bei der Einführung des Tirol-Tickets ein, etwa was die schrittweise Steigerung der Ticket-Verkäufe und Einnahmen seit dem Start in Tirol angeht. BMin Gewessler bekam vonseiten der Verkehrsverbünde, Länder und Gemeinden sowie weiterer beteiligter Partner bereits „viel Unterstützung signalisiert“, die Einführung des Tickets könne nur gemeinsam mit allen Beteiligten in einem fairen Finanzierungsschlüssel bewerkstelligt werden, wie sie erklärte. Neben Bahn und Bus ist auch der sogenannte Mikroverkehr, etwa Car-Sharing-Modelle und Anrufsammeltaxis, mit einzubinden, um öffentliche Mobilität möglichst breit für die Bürger*innen gewährleisten zu können

Umdenken im Tourismusbereich

Tourismussprecherin Barbara Neßler sieht indes gerade im Bezirk Kufstein bereits zahlreiche spannende Projekte und Ansätze eines Umdenkens im Tourismusbereich, weg von der reinen Masse hin zur nachhaltigen Klasse.
Große Unterstützung mit direkter Expertise dazu haben die Grünen dabei etwa im Walchseer Bio-Hotelier und LA Georg Kaltschmied, der an der Spitze der Grünen Wirtschaft in Tirol zu den WK-Wahlen antrat. „Viele Tourismusverbände im Bezirk Kufstein haben sich zum Beispiel bereits intensiv mit dem Thema ‚letzte Meile‘ zwischen Bahnhof und Unterkunft auseinandergesetzt und hier Projekte in Gang gesetzt, auch was das Thema ‚Overtourism‘, also die Akzeptanz touristischer Maßnahmen in der Bevölkerung angeht, gibt es hier spannende Akzente“, weiß Neßler. Die Ausrichtung der Verbände auf nachhaltige Nischenthemen sorgt dabei für eine höhere Wertschöpfung in der Branche, ohne um jeden Preis Nächtigungszahlen steigern zu müssen und damit oft noch mehr Anreiseverkehr anzuziehen. Ein weiteres Anliegen von Neßler ist der Erhalt von Gasthäusern. „Es geht nicht nur um den Verlust von Arbeitsplätzen in Dörfern und Städten, sondern um wichtige Infrastruktur für die Dörfer. Gasthäuser sind für das Dorf- bzw. Stadtleben, im Sinne von Zusammenhalt und Austausch enorm wichtig."

Aktuelle Nachrichten aus dem Bezirk Kufstein finden Sie hier.

Bei ihrem Tourstopp in Wörgl sprachen Hermann Weratschnig und Barbara Neßler unter anderem über das Thema Mautbefreiung und Verkehr sowie grüne Leuchtturmprojekte wie das „1-2-3-Ticket“.
Tiroler Grüne Landessprecher Christian Altenweisl, Landesgeschäftsführerin Natscha Chmelar, NR Hermann Weratschnig und NR Barbara Neßler (v.l.) in Wörgl.
Autor:

Barbara Fluckinger aus Kufstein

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