Aktion
Junge Linke setzen in Kufstein Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Die Jungen Linken Tirol machten mit einer Fotoaktion in Kufstein auf den Tag gegen Gewalt an Frauen aufmerksam.
  • Die Jungen Linken Tirol machten mit einer Fotoaktion in Kufstein auf den Tag gegen Gewalt an Frauen aufmerksam.
  • Foto: Junge Linke
  • hochgeladen von Barbara Fluckinger

“Jeder Frau ein sicheres Zuhause!”: Die Jungen Linken Tirol fordern anlässlich des Tages gegen Gewalt an Frauen mehr Übergangswohnungen für Betroffene und setzten mit einer Fotoaktion in Kufstein ein Zeichen. 

KUFSTEIN (red). Am Mittwoch, den 25. November ist der Tag gegen Gewalt an Frauen. Aktuell werden neunzig Prozent aller Gewalttaten an Frauen in der Familie begangen. Während des ersten Lockdowns im Frühjahr sind die Wegweisungen laut Bundesregierung um mehr als zwanzig Prozent gestiegen. Die Jungen Linken wollen angesichts des zweiten Lockdowns daraus die Konsequenzen ziehen.
Mit einer Fotoaktion in der Nähe der Feldgasse in Kufstein setzten sie deswegen zu diesem Tag ein Zeichen für mehr Übergangswohnungen für Frauen, die von Gewalt betroffen sind. “Der gefährlichste Ort für Frauen ist das eigene Zuhause. Umso wichtiger ist die Arbeit von Frauenhäusern und Frauenhilfsorganisationen, die schnell und verlässlich helfen”, so Marina Andreu Casadesus (24), Sprecherin der Jungen Linken Tirol, “Es braucht aber auch Unterstützung, wenn die unmittelbare Gefahr vorbei ist. Eine eigene Wohnung ist der Schlüssel um wieder auf eigenen Beinen zu stehen.”

Geringeres Einkommen erschwert Situation

Im Durchschnitt steht Frauen ein geringeres Einkommen zur Verfügung, um eine eigene Wohnung zu finden. Sie bekommen laut Statistik Austria im Schnitt ein Drittel weniger Lohn und nur halb so viel Pension wie Männer. Das macht es für Frauen noch schwieriger, Mieten, Kautionen, Möbel und Provisionsgebühren zu stemmen. Die Hürde, sich vom gewalttätigen Partner zu trennen, wird dadurch höher. Die Übergangswohnungen sollen hier eine Entlastung schaffen. Sie bieten Frauen und ihren Kindern eine Unterkunft, nachdem sie nicht mehr unmittelbar gefährdet sind und ein Frauenhaus oder eine Schutzwohnung verlassen können. Die Erfahrungen mit Übergangswohnungen sind gut, der Bedarf in vielen Bezirken ist größer als das Angebot.

Kostenlose Übergangswohnungen gefordert

“Jede Frau verdient ein Zuhause in dem sie ohne Angst leben kann. Dazu braucht es kostenlose Übergangswohnungen in jedem Bezirk, auch bei uns”, sagt Andreu Casadesus. In vielen Gemeinden und Städten werden einzelne kommunale Wohnungen als Übergangswohnungen bereitgestellt. Eine Entlastung für Frauen, die Gewalt erfahren haben, kann auch ein öffentlicher Kautionsfonds schaffen. Städte wie Graz, Linz und Salzburg haben bereits Kautionsfonds eingeführt. Damit werden die hohen Kautionen, die schlagartig anfallen, teilweise übernommen. “Für jede Frau kann ein sicheres Zuhause geschaffen werden, wenn es von Seiten der Politik den guten Willen dafür gibt”, sagt Andreu Casadesus abschließend.

Frauenhelpline hilft

Frauen, die von Gewalt betroffen sind, können rund um die Uhr kostenlos und anonym bei der österreichischen Frauenhelpline anrufen. Die Nummer ist 0800 222 555. Mehr Informationen zur Frauenhelpline finden Sie auf www.frauenhelpline.at und zu Frauenhäusern auf www.aoef.at.

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