Tempolimit auf A 12
Kufstein diskutiert über den Achtziger

Das Tempolimit Achtzig auf der Autobahn bei Kufstein wird zum Thema in der Festungsstadt. Zur Debatte getragen wird das Thema in der Sitzung vom 7. Oktober. (Symbolfoto)
2Bilder
  • Das Tempolimit Achtzig auf der Autobahn bei Kufstein wird zum Thema in der Festungsstadt. Zur Debatte getragen wird das Thema in der Sitzung vom 7. Oktober. (Symbolfoto)
  • Foto: Franz Neumyr/Vogl/BB Archiv
  • hochgeladen von Barbara Fluckinger

Vorschlag der Bürgermeisterliste für Tempo Achtzig auf der A12 bei Kufstein sorgt für mehr Ablehnung als Zustimmung bei weiteren Fraktionen des Gemeinderates.

KUFSTEIN (bfl/red). Die Einladung zur aktuellen Kufsteiner Gemeinderatssitzung kündigte es bereits an: Das Tempolimit Achtzig auf der Autobahn bei Kufstein wird zum Thema in der Festungsstadt. Zur Debatte getragen wird das Thema in der Sitzung vom 7. Oktober, eingebracht von Stadtrat Stefan Hohenauer (Parteifreie). Dabei geht es ihm längst nicht nur um eine Verbesserung der Luftqualität.
Es ist vor allem der Lärm, der Anrainern entlang der Autobahn derzeit immer wieder zu schaffen macht. Erst im Juni dieses Jahres hatte es eine Beschwerde der Anrainer im Raum Morsbach bis in die damalige Gemeinderatssitzung geschafft. Anlass dafür ist die Tatsache, dass die Asfinag die Lärmschutzwand zur Autobahn bei Kufstein-Süd bis Kufstein-Nord saniert. Der Lärmschutz habe sich nun aber verschlechtert, so die Anrainer. Dabei ist die Lärmschutzwandsanierung noch nicht abgeschlossen, man müsste also noch bis zum Abschluss des Projekts warten, um tatsächlich darüber urteilen zu können, ob der Lärm nun höher ist. 

Weniger Lärm dank Tempolimit

Stefan Hohenauer will nun aber allenfalls einen Grundsatzbeschluss im Gemeinderat einbringen. Bei Zustimmung durch den Gemeinderat würde dies ein Tempo von achtzig km/h für PKW und Tempo Sechzig für LKW bedeuten. Die Geschwindigkeitsreduktion sei für ihn vertretbar und sinnvoll. Wichtig ist Hohenauer dabei die Lärmreduktion – konkret geht es um das Reifengeräusch von PKW und vor allem LKW. "Wenn die Autos langsamer fahren würden, dann wäre das Reifengeräusch nicht mehr so laut", argumentiert Hohenauer. "Das ist eigentlich eine von wenigen Maßnahmen, die man schnell ergreifen könnte – zusätzlich zu den Maßnahmen, die man nun im Schallschutz mit Wänden und Asphalt gemacht hat, –  die auf jeden Fall etwas bringen würde", so Hohenauer. Er will das Ergebnis des Gemeinderatsbeschlusses dann an LH-Stv. Ingrid Felipe weiterleiten. Die weitere Entscheidung bzw. der Beschluss zu einem solchen Tempolimit müsste auf Bundesebene erfolgen.

Grüne wollen keine "Schnellschüsse"

Viel grünes Licht bekam Hohenhauer dafür in der Stadt Kufstein dieser Tage nicht. Die Grünen betonen zwar, dass es löblich sei, dass die Bürgermeisterpartei und Stadtrat Hohenauer jetzt auch die Lärm- undAbgasproblematik an der A12 zwischen Kufstein Nord und Kufstein Süd erkenne. Sie verweisen aber gleichzeitig auf einen eigenen Antrag, den sie im Gemeinderat vom 27. Mai dieses Jahres gestellt hatten. „Bevor wir politische Schnellschüsse machen und 80 km/h einführen, müssen zuerst andere Schritte getätigt werden, um die Asfinag in der Verantwortung zu halten“, so Victoria da Costa (Offenes Grünes Forum Kufstein). Eine zu schnelle Verordnung von 80 km/h für PKW und 60 km/h für LKW würde das Risiko mitbringen, die Asfinag aus der Verantwortung zu nehmen. Die Grünen befürchten, dass diese so die Nachbesserungen an den Lärmschutzwänden in Kufstein-Zell und Kufstein-Morsbach "wegargumentieren" könnte. Zuerst müssten die Bauarbeiten an der Fahrbahndecke abgeschlossen werden,dann brauche es belastbare Lärmmessungen. Erst daraufhin sollten die Maßnahmen folgen.

Ranzmaier (FPÖ): Gefährlicher "Schildbürgerstreich"

Die FPÖ erteilt dem Vorschlag der Bürgermeisterliste eine klare und deutliche Absage. Kufsteins FPÖ-Stadtparteiobmann LA Christofer Ranzmaier sieht in dem Vorschlag eher einen "Schildbürgerstreich" als an eine ernst gemeinte politische Forderung. "Weder in Hinblick auf die Luftqualität, noch in Bezug auf den Lärmschutz würde diese Maßnahme den gewünschten Erfolg bringen. Darüber hinaus wären mehr Staus und eine bedenkliche Entwicklung in Sachen Verkehrssicherheit die Folge“, erklärt der Freiheitliche. Tempo Achtzig wäre gerade im Grenzgebiet, wo man von der deutschen Autobahn mit knapp 130 km/h ankomme auch aus Sicht der Verkehrssicherheit und was den Verkehrsfluss betreffe "eine fatale Idee, die nicht nur mehr Unfälle, sondern auch mehr Staus erwarten lässt“, so Ranzmaier. 
"In Sachen Luftqualität und Lärm hätten die Kufsteiner weit mehr davon, wenn das grüne Verkehrsministerium endlich in die Gänge kommen und seine Hausaufgaben erledigen würde und die Mautfreiheit bis Kufstein Süd auch nachhaltig mit Schildern entlang der deutschen Autobahn bewirbt", so Ranzmaier.

Aktuelle Nachrichten aus dem Bezirk Kufstein finden Sie hier.

Viel Lärm um neuen Lärmschutz in Kufstein
Das Tempolimit Achtzig auf der Autobahn bei Kufstein wird zum Thema in der Festungsstadt. Zur Debatte getragen wird das Thema in der Sitzung vom 7. Oktober. (Symbolfoto)
Stadtrat Stefan Hohenauer will einen Grundsatzbeschluss im Gemeinderat einbringen. Sein Ansinnen: Auf der Autobahn bei Kufstein soll ein Tempo von achtzig km/h für PKW und Tempo Sechzig für LKW gelten.
Du möchtest regelmäßig Infos über das, was in deiner Region passiert?

Dann melde dich für den meinbezirk.at-Newsletter an

Gleich anmelden

Kommentare

?

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Folge uns auf:
Die Bezirksblätter immer mit dabei! Mit der praktischen ePaper-App.


Gleich downloaden!

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen