Laadhaus: Abriss umstritten

Sandra, Hans, Helmuth und Thomas Bodner sprechen von einer "Jahrhundertchance für Kufstein".
  • Sandra, Hans, Helmuth und Thomas Bodner sprechen von einer "Jahrhundertchance für Kufstein".
  • hochgeladen von Carmen Kleinheinz

KUFSTEIN (ck). Im Herbst 2013 soll in der Kufsteiner Innenstadt der Startschuss für das nächste Großprojekt fallen: Die Firma Bodner plant, die rund 5000m2 große Fläche zwischen Marktgasse, Oberen Stadtplatz, Hans-Reisch-Straße und Inngasse zu verbauen. Projektleiter Christian Kirchner und die Familie Bodner streben mit dem Projekt "eine Erweiterung der Innenstadt an".

Zwei offene Fragen
Derzeit spießt sich die Umsetzung des Siegerprojekts des Innsbrucker Architekten Johann Obermoser an zwei Punkten: Einerseits müsste das Laad-Haus am Oberen Stadtplatz abgerissen werden, andererseits muss Kufsteins Politik eine Entscheidung fällen, ob ein Stadttheater an diesem Standort gewünscht wird.

Das Laad-Haus liegt in der definierten Schutzzone des Stadt- und Ortsbildschutzgesetz-Beirats. Dieser Beirat hatte einem Abriss des Laadhauses unter gewissen Umständen jedoch schon grünes Licht gegeben. Ein Problem mit dem Abriss hat aber der Kufsteiner Bauausschuss, der sich dagegen aussprach und dem Gemeinderat eine dementsprechende Empfehlung geben wird.

Politiker uneins
Richard Salzburger (ÖVP), Obmann des Bauausschusses, zu den Bezirksblättern: "Das Laad-Haus ist Teil der SOG-Zone. Der SOG-Gestaltungsbeirat hat sich gegen den Abriss ausgesprochen und wir haben uns dieser Meinung angeschlossen." Ähnlich äußert sich Stadtrat Horst Steiner (Bürgerliste), der ebenfalls Mitglied im Bauausschuss ist: "Der Obere Stadtplatz ist als geschlossenes Ganzes und als erhaltenswertes Ensemble anzusehen, aus dem einzelne Gebäude nicht entfernt werden können." Auch Gemeinderat Andreas Falschlunger (Grüne) ist gegen den Abriss und fordert, "dass die Beschlüsse des SOG-Beirates ernst genommen werden".

Für Bürgermeister Martin Krumschnabel (Parteifreie) und Gemeinderat Robert Wehr (SPÖ) ist der Abriss des Laadhauses vorstellbar. Krumschnabel: "Man sollte eine Lösung finden, die den Neubau möglich macht." Wehr betont, dass das Haus nicht unter Denkmalschutz steht: "Wenn man das Konzept so umsetzen will, wird das Haus weichen müssen."

Stadttheater ist kein Muss
Derzeit ist auf dem Areal auch ein Stadttheater geplant. Die Firma Bodner wünscht sich in dieser Frage eine baldige politische Entscheidung. Für Kirchner ist die Integration des Stadttheaters eine "Option", er stellt aber klar: "Wenn man sich gegen das Theater entscheidet, lässt sich das Projekt auch umplanen." Dann würden vermutlich die Geschäftsflächen vergrößert.

ZUR SACHE: Innenstadt-Quartier
Bauzeit: Herbst 2013 bis Herbst 2015
Sperren: keine Hauptverkehrsstraße muss gesperrt werden
Baukosten: 35 Mio. Euro (ohne Innenausstattung)
Was entsteht: Cafés, Geschäfte, Büros, 4-Sterne Hotel mit 75 Betten, Eigentumswohnungen, Bank und eventuell ein Stadttheater.

Architektonisch setzt die Firma Bodner auf "kleine Einheiten". Derzeit wird noch an der Fassade im Bereich des jetzigen Laad-Hauses gearbeitet. Man will den Charakter des Laad-Hauses in das neue Gebäude aufnehmen.

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