Wasserverband "Unteres Unterinntal" gegründet
Mitglieder beantragten die Verpflichtung Radfelds

Hochwasserschutzprojekt am Inn: links ohne, rechts mit Schutz, basierend auf den Planungen des "Generellen Projekts". 
In beiden Karten ist hellblau links die Mündung der Brandenberger Ache in Kramsach zu erkennen.
  • Hochwasserschutzprojekt am Inn: links ohne, rechts mit Schutz, basierend auf den Planungen des "Generellen Projekts".
    In beiden Karten ist hellblau links die Mündung der Brandenberger Ache in Kramsach zu erkennen.
  • Foto: Grafik: Land Tirol
  • hochgeladen von Sebastian Noggler

Der Wasserverband „Hochwasserschutz Unteres Unterinntal“ hat sich nach langer Vorbereitungszeit nun am 26. Februar gegründet. Mit Breitenbach, Brixlegg, Kramsach, Kundl, Rattenberg und Wörgl sowie den Infrastrukturträgern ÖBB, ASFINAG, TIWAG und dem Land Tirol treten zehn Mitglieder dem Verband auf Basis der gemeinsam erarbeiteten Statuten freiwillig bei. Radfeld soll zwangsverpflichtet werden.


BEZIRK (red). Die Gemeinde Radfeld hat ihren freiwilligen Beitritt an eine weitreichende Änderung der Statuten geknüpft – die BEZIRKSBLÄTTER berichteten. Aus diesem Grund wurde von den Mitgliedern im Rahmen der Gründungsversammlung der Beschluss gefasst, Radfeld verpflichtend am Wasserverband zu beteiligen. Angath hat bereits im Vorfeld eine Mitgliedschaft abgelehnt, diese sei gesetzlich nicht zwingend erforderlich.

„Es ist erfreulich, dass nach intensiven Vorbereitungsarbeiten und ausführlichen Informationen für alle Betroffenen nunmehr die Behörde um Anerkennung als Wasserverband ersucht werden kann. Gemeinsam will man an einer möglichst raschen Umsetzung des Hochwasserschutzes für 2.200 gefährdete Gebäude und 160 Hektar Bauland im Verbandsgebiet Unteres Unterinntal arbeiten. Es geht um gemeinsame Interessen, um den Schutz der Bevölkerung, um Sachwerte und um die künftige Entwicklung in der gesamten Region“

Bezirkshauptmann Christoph Platzgummer

Sobald der Wasserverband und die Beiziehung der Gemeinde Radfeld von der Wasserrechtsbehörde per Bescheid anerkannt und die Statuten genehmigt sind, kann der Wasserverband seine Arbeit aufnehmen. Dazu gehört die Beauftragung der Einreich-Detailplanung.
Aufgabe eines Wasserverbandes sind die Errichtung der schutzwasserbaulichen Maßnahmen sowie die Instandhaltung und Sanierung bereits bestehender sowie neu zu errichtender Hochwasserschutzbauten und Verbandsanlagen.

Projekt liegt seit Ende 2016 vor

Seit Ende 2016 liegt das "Generelle Projekt für den Hochwasserschutz im Unteren Unterinntal" vor. 18 Kilometer Mauern und Dämme sowie drei optimierte Retentionsräume in Kramsach, Radfeld-Kundl und Angath mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 8,5 Millionen Kubikmeter Wasser sollen die 2.200 gefährdeten Gebäude im Bezirk künftig vor einem 100-jährlichen Hochwasser schützen.

Im Jahr 2018 wurde auf Basis der Rückmeldungen der Grundeigentümer und Gemeinden eine Variante für den Hochwasserschutz im Unteren Unterinntal ausgearbeitet. 90 Prozent der Anregungen seien dabei berücksichtigt worden. Von der Anpassung des Projekts würde, so das Land Tirol, besonders Radfeld profitieren. Der Retentionsraum Kundl-Radfeld könne "durch verschiedene Maßnahmen im Gemeindegebiet von Radfeld um über 21 Hektar reduziert werden".

Chronologie bis zur Wasserverbandsgründung

  • 2009 bis 2012 – Bund und Land überarbeiten systematisch die Gefahrenzonenplanung für das gesamte Unterinntal
  • 2012 bis 2014 – Regionalstudie mit Analyse der Schutznotwendigkeiten und Maßnahmenvorschläge im Unterinntal. Erkenntnis, dass Hochwasserschutz nur gemeindeübergreifend möglich ist.
  • 2015 – Auftragsvergabe der Planungsarbeiten für den Abschnitt Unteres Unterinntal und Start Information für die Gemeinden
  • 2015 bis dato – Durchführung von 8 Planungstreffs für die Vertreter der betroffenen Gemeinden sowie der Grundeigentümer
  • Jänner 2016 – Planungsstart "Generelles Projekt Hochwasserschutz Unteres Unterinntal"
  • September 2016 – Start der Arbeiten zur Gründung eines Wasserverbandes mit den Gemeinden und den Infrastrukturträgern ÖBB, ASFINAG, TIWAG, Landesstraßenverwaltung; bis 2019 fünf Arbeitssitzungen, drei Informationstreffen und zwei Exkursion
  • Dezember 2016 – Vorlage des "Generellen Projekts"
  • April bis Juli 2017 – Einzelgespräche mit allen Grundeigentümern in den Retentionsräumen Kramsach/Voldöpp, Radfeld/Kundl und Angath (Agrarische Grundlagenerhebung)
  • Dezember 2017 – Vorstellung des Berichts zur Agrarischen Grundlagenerhebung
  • Jänner bis  April 2018 – Anpassung der Planung und Einarbeitung der Wünsche und Anregungen der Grundeigentümer und Gemeinden (Variante 2018)
  • 26. Februar 2019 – Gründungsversammlung Wasserverband Unteres Unterinntal

Weitere Beiträge und Links zum Hochwasserschutzverband im Unteren Unterinntal

Einen Beitrag zu Optimierungen der Pläne zum Wasserverband Unteres Unterinntal vom Februar 2018 finden Sie hier.
Diese Pläne wurden Ende März vorgelegt – den Beitrag finden Sie hier.
Für Kramsach wurde mit der Universität Innsbruck ein Modellversuch gestartet – hier geht's zum entsprechenden Beitrag.
Den Wasserverband konnte man bereits vor seiner Gründung online begutachten – hier der Beitrag dazu.
Wie weit der Stadt Wörgl das Thema Hochwasserschutz steht, können Sie hier nachlesen.

Alle Beiträge zum Thema Dammbau in Wörgl finden Sie hier.
Alle Beiträge zum Hochwasserschutz im Unteren Unterinntal finden Sie hier.
Die Website zum Hochwasserschutz Unteres Unterinntal finden Sie hier.

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