Politik
Vortrag im AMS Kufstein wirft Blick auf Frauenpolitik

Die Innsbrucker Politikwissenschafterin Alexandra Weiss sprach im AMS Kufstein über Frauenpolitik in Österreich.
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Verein "Frauen im Brennpunkt" lud im AMS Kufstein zu Vortrag der Politikwissenschafterin Alexandra Weiss zum Thema Frauenpolitik.  

KUFSTEIN (bfl). Befindet sich Frauenpolitik momentan im "Out"? Diese Frage stellte sich eine aktuelle Vortragsreihe in Tirol. Pünktlich zu den Aktionstagen "16 Tage gegen Gewalt" lud der Verein "Frauen im Brennpunkt" am Donnerstag, den 28. November in die neuen Räumlichkeiten des AMS Kufstein. Besucher erwartete dort ein Vortrag der Innsbrucker Politikwissenschafterin Alexandra Weiss. Sie legte dabei den Fokus auf die österreichische Ausnahmepolitikerin Johanna Dohnal.
"Das AMS widmet sich seit 25 Jahren dem Thema Gleichstellung", sagte AMS-Geschäftsstellenleiterin Margit Exenberger zu Beginn der Veranstaltung und gab einen Überblick zu den frauenbezogenen Angeboten in der Kufsteiner Geschäftsstelle. Auch Julia Schratz vom Veranstalter "Frauen im Brennpunkt" begrüßte die knapp dreißig Teilnehmer zum anschließenden Vortrag, der in den erst vor kurzem fertig gestellten neuen Räumlichkeiten des AMS Kufstein stattfand. Die Zuhörer erwartete ein spannender Vortrag mit Diskussion und anschließendem "Get-together". 

Dohnal als Vorreiterin für Frauenpolitik

Dass sich Frauenpolitik derzeit in einer schwierigen Phase befindet, davon zeigte sich die Vortragende, Alexandra Weiss überzeugt. Die Politikwissenschafterin nahm dies zum Anlass, einen Blick auf die Geschichte der Politikerin Johanna Dohnal zu werfen. 
Dohnal, die im Februar 2019 ihren achtzigsten Geburtstag gefeiert hätte, war Feministin, SPÖ-Politikerin und gilt als Ikone der österreichischen Frauenbewegung. Die wohl bekannteste Frauenpolitikerin in Österreich wurde 1979 als Staatssekretärin für allgemeine Frauenfragen in die Bundesregierung Kreisky IV berufen. In der Folge setzte sich Dohnal stark in der Frauenpolitik ein und konnte viele gesetzliche Verbesserungen für Frauen durchsetzen. 

Starke Frauenpolitik bis in die Neunziger

Die Stärke der Frauenpolitik bis in die Neunziger Jahre, beruhte laut Weiss dabei auf drei Säulen: Die institutionalisierte Frauenpolitik, die feministische Wissenschaft, die sich an den Universitäten entwickelte, und die Frauenbewegung selbst, die viele Projekte hervorbrachte. "Hier hat Österreich ein Alleinstellungsmerkmal im internationalen Vergleich", sagt Weiss. Die intensive Zusammenarbeit und der Austausch von Frauen in den Achtzigern und Neunzigern, dies auch über Parteigrenzen hinweg, sei damals einzigartig gewesen.

Frauenpolitik heute geschwächt 

Der neoliberale Umbau von Gesellschaft und Politik in den neunziger Jahren habe die Frauenpolitik geschwächt, so Weiss. Auch deswegen sei die Frauenpolitik heute in einer schwierigen Situation und habe zudem mit starken antifeministischen Strömungen zu kämpfen. In vielerlei Hinsicht sei über die Jahre das "Sagen-was-ist" in der Frauenpolitik verloren gegangen. Um die Frauenpolitik aus dem "Out" zu bringen, nennt Weiss zwei entscheidende Faktoren. Einerseits sei es notwendig politische Leidenschaft zu erzeugen, andererseits wäre aber auch eine "Abkehr" vom Neoliberalismus erforderlich.

Mehr über den kürzlich erfolgten Umbau im AMS Kufstein finden Sie hier.
Mehr zum Thema Frauenpolitik finden Sie hier.

Autor:

Barbara Fluckinger aus Kufstein

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