Overshoot-Day: es ist wieder mal so weit
FridaysForFuture machte auf unseren nicht tragbaren Ressourcenverbrauch aufmerksam.

INNSBRUCK/KUFSTEIN. In Innsbruck und Kufstein veranstalteten gestern, den 07. April die jeweiligen Regionalgruppen von FridaysForFuture (FFF) den Tag über Aktionen zum sogenannten “Country-Overshoot-Day” für Österreich. Dieser Tag beschreibt das Datum, an dem ein Land sein Budget an Ressourcen für das jeweilige Jahr aufgebraucht hat. Alle zusätzlich verbrauchten Ressourcen des Jahres können von unserer Erde nicht wieder regeneriert werden.

Untragbarer Ressourcenverbrauch

Zum Vergleich: 2020 fiel der “Country-Overshoot-Day” für Österreich auf den 08. April, der weltweite “Earth-Overshoot-Day” auf den 22. August. Würden also alle Menschen so leben wie wir Österreicher:innen, dürften wir von heute an bis Silvester keine Ressourcen mehr verbrauchen. In anderen Worten: Wären alle Menschen Österreicher:innen, bräuchten wir die Ressourcen von ca. 3,7 Erden. “Unser Lebensstil geht auf Kosten der Umwelt. Schon heute leiden Millionen Menschen unter diesem Ungleichgewicht. Die Menschen, die ohnehin mit Armut und sozialen Unruhen zu kämpfen haben, verlieren nun aufgrund von Hunger-, Dürre- oder Überschwemmungskatastrophen gänzlich ihre Lebensgrundlage. Für die kommenden Generationen wird die Lage noch dramatischer sein”, sagt Paula Schickh, FFF-Aktivistin aus Kufstein.

Mit Politik und Einzelengagement zur Lösung

In den letzten Jahren hat sich auf individueller Ebene einiges getan. Viele Menschen hinterfragen ihr tägliches Handeln und achten auf ihren Ressourcenverbrauch. Dies ist enorm wichtig und zeigt den Entscheidungsträger:innen, dass sich unsere Gesellschaft eine nachhaltige Veränderung wünscht. Die Politik nimmt gerne eine passive Stellung ein, was verheerend für unser Klima sein wird. Jetzt zählt es, die Politiker:innen zu motivieren, eine aktive Rolle zu ergreifen und Österreich auf einen klimagerechten Kurs zu lenken. “Solange der öffentliche Verkehr weniger attraktiv ist als die Fahrt mit dem Auto, wenn Massentierhaltung lukrativer ist als Gemüseanbau, dann wird unser System einfach weiterlaufen wie zuvor. Wir müssen an den großen politischen Stellschrauben drehen, um die Klimakrise aufzuhalten. So wie Mund-Nasenmasken für unsere Gesellschaft zum neuen ‘normal’ geworden sind, so muss auch Klimagerechtigkeit zur Norm werden”, sagt Sofia Scherer, FFF-Aktivistin aus Innsbruck.

Aktionen für Bewusstseinsbildung

In Innsbruck waren Aktivist:innen ab der Mittagszeit bei der Annasäule und machten mit Informationstafeln auf den „Country-Overshoot-Day“ aufmerksam. In Kufstein gab es ab 12 Uhr einen Stand am Oberen Stadtplatz, ebenfalls mit Informationstafeln und viel kreativen Ideen. Vor allem wurde mit Passant:innen gesprochen, um eine gewisse Aufmerksamkeit in der Bevölkerung zu erreichen.

Berechnung des Datums

Der “Earth-Overshoot-Day” wird als das Verhältnis der ökologischen Ressourcen, die die Erde in einem Jahr erzeugen kann, mit der Nachfrage von uns Menschen, multipliziert mit 365, der Anzahl der Tage, berechnet. Für den “Country-Overshoot-Day” wird angenommen, alle Bewohner:innen der Erde würden so leben wie die Bevölkerung des jeweiligen Landes. Auf die Größe oder Bevölkerungsdichte des jeweiligen Landes wird nicht Bezug genommen.

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