Im Gespräch
Erste Bilanz von "Stihl-Tirol"-CEO Clemens Schaller

Clemens Schaller zum "Brexit": "Wir regeln das im Moment in enger Abstimmung mit dem Vertrieb in Großbritannien über erhöhte Lagerbestände. Den Rest regelt Theresa May..."
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  • Clemens Schaller zum "Brexit": "Wir regeln das im Moment in enger Abstimmung mit dem Vertrieb in Großbritannien über erhöhte Lagerbestände. Den Rest regelt Theresa May..."
  • hochgeladen von Sebastian Noggler

"Stihl Tirol"-Chef über Wetter, 'Brexit' und Digitalisierung: Seit knapp einem Jahr ist Clemens Schaller der neue CEO beim Schaftenauer Gartengeräteprofi. Die BEZIRKSBLÄTTER baten den Manager kurz vor Veröffentlichung der Jahresbilanz zum Gespräch und ersten Fazit im neuen Job.

LANGKAMPFEN (nos). Seit etwa einem Jahr ist Clemens Schaller nun CEO von 'Stihl Tirol' in Schaftenau. Mit den Besonderheiten Tirols wurde der Deutsche rasch konfrontiert: Seit den ersten Begegnungen im lokalen Lebensmittelhandel oder auch in seiner neuen Heimatgemeinde Mariastein war man sofort per Du. Das wird nun auch im Unternehmen so gehandhabt. Und damit der CEO am eigenen Leib mitbekommt, wie in den Produktionshallen gewerkt wird, hat er selbst eine Zehn-Stunden-Schicht lang am Montageband mit angepackt. Drei Mitarbeiter aus der Produktion konnten im Gegenzug in der Chefetage schnuppern.
Am 16. Mai präsentiert das Unternehmen die Jahresbilanz 2018. Die BEZIRKSBLÄTTER baten vorab zum Gespräch.

BEZIRKSBLÄTTER: Welches Resümee können Sie nach einem Jahr bei Stihl Tirol ziehen?
Clemens Schaller: Es macht sehr viel Spaß, der Standort ist toll mit sehr flexiblen und engagierten Mitarbeitern und hat eine attraktive Zukunftsperspektive. Wir haben sehr gute Aussichten.

Ihre berufliche Laufbahn hat Sie nach Großbritannien, in die USA und nach China geführt, Sie haben weltweit Fabriken und Produktionsprozesse aufgebaut. Wie können Sie diese Erfahrungen in Schaftenau einbringen und wie "funktioniert" Tirol im Vergleich zu anderen Regionen?
Im unmittelbaren Vergleich zu dem, was ich in China erlebt habe, arbeiten die Leute hier mit viel mehr Erfahrung und außerdem selbstständiger. In China musste Stihl viel unternehmen, damit die Prozesse so laufen, wie wir das haben wollten.

Welchen Stellenwert sehen Sie für Stihl Tirol innerhalb der Firmengruppe?
Wir sind mit Abstand der größte, bis vor kurzem der einzige Standort, der akkugetriebene Produkte herstellt. Es gilt sich darauf vorzubereiten, dass das Akku-Geschäft weiter wächst. Es erschließt neue Kundenkreise, davon profitiert der Standort.

In Ihrem ersten Jahr ist bis auf Ersatzteile das "Viking-Grün" komplett verschwunden, wie haben Partner und Kunden darauf reagiert?
Auf der Marktseite wurde das eindeutig positiv aufgenommen. Wir sind jetzt mit unseren Produkten auch bei jenen Händlern vertreten, die vorher nur Stihl im Programm hatten. Die USA und Kanada waren zuvor auch wegen der umständlichen Zulassungen keine Märkte für "Viking".

Sie werden bald die Geschäftsbilanz 2018 veröffentlichen, konnte Stihl Tirol den Erfolgslauf der vergangenen Jahre fortsetzen?
Aufgrund der extremen Trockenheit im Frühjahr in Europa war das Jahr kein einfaches für die Branche. Wir sind dennoch gewachsen und unsere Expansionspläne gehen wie geplant weiter.

65 der 150 angekündigten neuen Arbeitsplätze sollen mit Jahreswechsel bereits besetzt worden sein, sind Sie hier auf Kurs?
Den Rest haben wir nicht besetzt, weil wir nicht genügend Leute bekommen können. Wir haben rund 40 offene Stellen im Arbeiter- und im Angestelltenbereich.

Im Neubau wurde stark auf Digitalisierung und Robotik gesetzt, Sie kooperieren hier mit Partnern. Planen Sie einen selbstfahrenden Aufsitzmäher?
Der Aufsitzmäher hat einen großen Konkurrenten und das ist der Mähroboter 'iMow'. Er bekommt weitere Brüder und Schwestern und wird mit der Cloud vernetzt.

Einer der in der Branche umkämpftesten Märkte ist Großbritannien, wie geht Stihl Tirol mit dem "Brexit" um?
Wir regeln das im Moment in enger Abstimmung mit dem Vertrieb in Großbritannien über erhöhte Lagerbestände. Den Rest regelt Theresa May (schmunzelt).

Behält Stihl Tirol den Vertrieb über den "servicegebenden Fachhandel" und ausgewählte Baumärkte bei?
Dazu bekennt sich Stihl eindeutig. Der servicegebende Fachhandel ist wichtig, damit der Kunde immer einen kompetenten Partner an der Seite hat, das gilt auch für ausgewählte Baumärkte, die die Stihl-Fachhandelskriterien erfüllen. Damit den Kunden geholfen werden kann, etwa wenn es darum geht, ob die Kette einer Kettensäge ausgetauscht werden muss, oder repariert werden kann.

Was konnten Sie aus dem "Rollenwechsel" und Ihrer Schichtarbeit am Montageband an Erfahrungen mitnehmen?
Eine wichtige Erkenntnis war, dass Leute mit festen Pausen in der Kantine nicht Schlange stehen sollten. Fünf Minuten Hin- und Rückweg zur Kantine, 20 Minuten Pause, da "knabbert" das Schlangestehen zu viel weg. Auch in der Vergangenheit habe ich immer in der Produktion mitgearbeitet, damit man sieht, was in der Montage wirklich abläuft. Ohne Berührung redet man nur vom Hörensagen.

Interview: Sebastian Noggler


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Den Beitrag zum Führungswechsel in Schaftenau finden Sie hier.
Den Beitrag zum Marken- und Farbenwechsel finden Sie hier.
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