Stopp in Kufstein
Freiheitliche Wirtschaft will "schwarze Allmacht" aufhalten

FW-Landesparteiobmann Winfried Vescoli (Mitte) sowie die Landesvorstandsmitglieder Christian Bucher und Arno Mück (v.l.) luden in Kufstein zum Pressegespräch.
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  • FW-Landesparteiobmann Winfried Vescoli (Mitte) sowie die Landesvorstandsmitglieder Christian Bucher und Arno Mück (v.l.) luden in Kufstein zum Pressegespräch.
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Vertreter der Freiheitlichen Wirtschaft Tirol sprachen bei einem Tourstopp in Kufstein über ihr Programm und ihre Forderungen im Rahmen der bevorstehenden Wirtschaftskammerwahlen 2020. 

KUFSTEIN (bfl). In gut zwei Wochen werden die Wirtschaftskammerwahlen über die Bühne gehen. Die Freiheitliche Wirtschaft (FW) Tirol sprach bei einem Stopp in Kufstein über ihre Anliegen und Hauptthemen bei der Wahl.
Seit 31. Jänner laufen bereits die Wahlen via Wahlkarte, bis 28. Februar können wahlberechtigte Mitglieder ihre Stimme noch mittels Briefwahl abgeben. Am 4. und 5. März wählen die Mitglieder der Tiroler Wirtschaftskammer an den Wahltagen ihre Branchenvertreter in den Fachorganisationen. Im Vorlauf dazu luden Landesparteiobmann Winfried Vescoli sowie die Landesvorstandsmitglieder Christian Bucher und Arno Mück von der FW zum Pressegespräch. Mit vereinten Kräften wollen sie die "schwarze Allmacht" des Wirtschaftsbundes stoppen, sagt Vescoli. Wenn man die Wahlbeteiligung (von 34 Prozent) erhöhen wolle, müssten Vertreter aller Parteien im Wahlkampf und Vorlauf für Wahl präsent und vertreten sein.

Bestellerprinzip abgelehnt

Hauptthema für Landesvorstandsmitglied Christian Bucher, der selbst Immobilienmakler ist, ist die Einführung des Bestellsystems im Bereich der Immobilienwirtschaft. Konkret geht es um eine neue Regelung bei Provisionen für Immobilienmakler, wenn diese eine Mietwohnung vermitteln. Laut dem Bestellerprinzip soll auch der zahlen, der bestellt: Vermittler von Mietwohnungen bezahlt demnach also der, der die Leistung des Maklers bestellt. Das Ziel wäre, das Wohnen so wieder leistbarer zu machen.
Das Bestellerprinzip ist jedoch eine Maßnahme, die Bucher nicht begrüßt. "Wir sind klar gegen das Bestellerprinzip", so Bucher. Es sei nicht eine Besserstellung für den Wohnungssuchenden, sagt Bucher. Man wisse vom Nachbarn Deutschland, dass das Prinzip "nicht wirklich" funktioniere, die Mieter seien danach "allein gelassen". Anders als in Wien sei dies gerade auf dem Land kein Thema, denn bei jenen Wohnungen, die frei sind, habe man keine Schlange, die anstehe, sagt Bucher. Er sieht dabei die Gefahr, dass Mieter so bei der Vertragsunterzeichnung ohne die Begleitung von Maklern in Fettnäpfchen treten könnten – hier sei keine Sicherheit mehr gegeben. 

Interessentenmodell ist nicht interessant

Als zweites Hauptthema nennt Bucher das Interessentenmodell für den Bauland Grundverkehr, das nun eingeführt werden soll. "Das ist ein massiver Eingriff in die Rechte desjenigen, der ein Objekt zu veräußern hat", sagt Bucher. Man habe hier nicht mehr in der Hand, wem man das gebe und welchen Preis man erzielen könne. Er sieht darin eine weitere Maßnahme, die unter dem Deckmantel des "leistbaren Wohnens" einführt werde. "Im Grunde genommen wird es für die Leute eigentlich viel teurer", so Bucher. Eine weitere Forderung Buchers: Wenn gewerbliche Bauträger soziale Wohnungen bauen, sollten für sie die gleichen Richtlinien gelten, wie für gemeinnützige Bauträger. 

Aufwertung der Lehre 

Landesvorstandsmitglieder Arno Mück (Fachgruppe Elektrotechniker) meldete sich zur Sparte Handwerk und Gewerbe zu Wort – mit 3.000 Betrieben im Bezirk ist dies die größte Sparte. Eine der Kernforderungen, die er präsentierte, ist die Aufwertung der Lehre. In Tirol liegt die Bestandsquote bei den Lehrabschlussprüfungen im Erstantritt derzeit bei 63 Prozent, eine Zahl die sicherlich verbesserungswürdig ist. Mück unterstützt das Modell der verkürzten Lehre und spricht sich dafür aus, bei Facharbeitern Zeugnisse auch aus Ländern außerhalb der Europäischen Union anzuerkennen. Man wolle zudem eine Initiative setzen: Elektroarbeiten sollen nicht mehr durch Nebengewerbe vergeben werden, nur der Elektriker selbst soll diese verrichten dürfen. Bei Ausschreibungen durch Gemeinden sollen auch regionale lokale Firmen begünstigt werden.
Zudem spricht sich Mück für einen Bürokratieabbau in der Wirtschaftskammer.

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Autor:

Barbara Fluckinger aus Kufstein

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