Landwirtschaft
Landeskulturfonds hilft bei Infrastrukturprojekten mit Tauschflächen

Markus Federspiel (Abteilungsvorstand Wasserwirtschaft), LHStv Josef Geisler, Thomas Danzl, (Geschäftsführer Landeskulturfonds) und Hannes Schirmer (Landeskulturfonds) (v.l.) zeigten in Kramsach, wie Ersatz- und Tauschflächen bereitgestellt werden können.
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  • Markus Federspiel (Abteilungsvorstand Wasserwirtschaft), LHStv Josef Geisler, Thomas Danzl, (Geschäftsführer Landeskulturfonds) und Hannes Schirmer (Landeskulturfonds) (v.l.) zeigten in Kramsach, wie Ersatz- und Tauschflächen bereitgestellt werden können.
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Der Landeskulturfonds kauft landwirtschaftliche Flächen, um diese dann beim Bau von Infrastrukturmaßnahmen als Ersatz- und Tauschflächen anbieten zu können. Damit hilft er dem Land bei der raschen Umsetzung der Maßnahmen und sichert gleichzeitig, dass diese nicht zu Lasten der Landwirtschaft gehen. Ein Lokalaugenschein in Kramsach.

KRAMSACH/TIROL (bfl). Grund und Boden sind gerade in Zeiten wie diesen ein kostbares Gut. Schwierig wird es, wenn es darum geht, Bauten oder Infrastrukturmaßnahmen umzusetzen, die im öffentlichen Interesse stehen und auf landwirtschaftlichen Nutzflächen entstehen sollen. Hier tritt der Landeskulturfonds als eine Art Flächenmanager auf und bietet Bauern einen Flächenersatz. Damit garantiert er, dass diese zügig umgesetzt werden können, gleichzeitig aber nicht zu Lasten der Landwirtschaft gehen. "Wir wollen den Fortbestand der produzierenden Landwirtschaft in diesen Gebieten sichern und gleichzeitig eine geordnete Entwicklung unseres Landes ermöglichen. In diesem Spannungsfeld spielt der Landeskulturfonds als Flächenmanager eine immer bedeutendere Rolle“, betont LHStv Josef Geisler.

Hochwasserschutz fordert Flächen

Derzeit verfügt der Landeskulturfonds über mehr als 100 Hektar Ersatzflächen. Dass und warum er einige dieser auch in naher Zukunft brauchen wird, verdeutlichten Vertreter des Landes sowie des Landeskulturfonds selbst bei einem Lokalaugenschein im Kramsacher Ortsteil Voldöpp. Dieser liegt in einem der drei großen Retentionsräume für den Hochwasserschutz im Unteren Unterinntal. Bald sollen dort auch Schutzbaumaßnahmen, wie Dämme errichtet werden. Insgesamt 2.200 Gebäude und 725 Hektar Bau- und Freiland gilt es im Unteren Unterinntal vor einem 100-jährlichen Hochwasserereignis zu schützen.
Gründe, auf denen Dämme oder andere Maßnahmen zum Hochwasserschutz errichtet werden, müssen vielerorts durch Tauschflächen ersetzt werden. Auf insgesamt fünfzig Hektar Grund sollen Bauten zum Hochwasserschutz entstehen. Für ökologische Ausgleichsmaßnahmen braucht man zusätzlich eine Fläche von zirka sieben Hektar. Hier kommt der Landeskulturfonds ins Spiel. Er kauft Gründe in den drei großen Retentionsräumen im Unteren Unterinntal an und hält diese bis zur Umsetzung des Projektes "in Vorrat".

Flächenankauf für Ersatz und Tausch

In den Jahren 2018 und 2019 hat man so 14,5 Millionen Euro ausgegeben und 47 Hektar im Unteren Unterinntal angekauft, erklärt Thomas Danzl, Geschäftsführer des Landeskulturfonds. Weitere drei Hektar wurden im Mittleren Unterinntal erworben. Hier gilt es 1.500 Gebäude vor Hochwasser zu schützen, wobei hier aber noch kein generelles Projekt vorliegt und somit auch Zahlen für die benötigten Flächen fehlen.
Steht indes das Einreichprojekt zum Hochwasserschutz im Unteren Unterinntal dann und ist klar, wo genau welche Maßnahmen umgesetzt werden und wie viel Grundfläche man dafür benötigt, folgt der nächste Schritt. Dann fängt ein großes Rechen- und Puzzlespiel an, bei dem Tauschflächen vergeben und unter anderem auch Grundzusammenlegungen zugeteilt werden. "Die Flächen des Landeskulturfonds sind der Schlüssel für eine zügige, günstige und einvernehmliche Realisierung von Projekten im öffentlichen Interesse“, sagt Geisler.

Landeskulturfonds als Drehscheibe

Nach dem verheerenden Unwetter in der Gemeinde Sellrain im Jahr 2015 hat der Landeskulturfonds in der Gemeinde 19 Hektar Fläche für Dämme, Auffangbecken, Bachregulierungen und Absiedlungen sowie kommunale Vorhaben zur Verfügung gestellt. Im Zuge der Grundzusammenlegung Thaurer Felder hat der Landeskulturfonds acht Hektar Ersatzflächen für Wirtschaftswege und Bewässerungsanlagen bereitgestellt. „Der Landeskulturfonds ist eine Drehscheibe im Flächenmanagement. Wir sehen uns sowohl als Partner der Landwirtschaft als auch der ländlichen Gemeinden und sind ein seriöser Ansprechpartner für Grundeigentümer mit Verkaufsabsicht“, sagt Danzl. Der Landeskulturfonds spekuliert dabei nicht, er agiert im öffentlichen Interesse und ohne Gewinnabsicht.
Unterstützend tätig ist der Landeskulturfonds auch bei Verkehrsprojekten. „Die Umfahrung Fügen wird maßgeblich mit Hilfe von sechs Hektar Ersatzflächen des Landeskulturfonds umgesetzt. Und auch für die Entlastung des Ortszentrums von Aldrans stehen 0,8 Hektar Ersatzflächen zur Verfügung. Eine große Fläche von 10,8 Hektar hält der Landeskulturfonds in Gries am Brenner für die Sanierung und den Neubau der Autobahnbrücke, für ein schutzwasserwirtschaftliches Projekt an der Sill und für den geplanten Radweg. Werden bei Infrastrukturvorhaben ökologisch wertvolle Flächen berührt, sieht das Tiroler Naturschutzgesetz Ausgleichsmaßnahmen vor. Auch hierfür hält der Landeskulturfonds bereits Ausgleichsflächen von mehr als zwanzig Hektar – vornehmlich im Tiroler Oberland – vor.

Mehr zum Thema Landeskulturfonds finden Sie hier.

Autor:

Barbara Fluckinger aus Kufstein

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