Tirol Milch will mit Qualität punkten

Gerald Kotzauer, Hannes Partl und Josef Braunshofer (v.l.) präsentieren Tirol Milch Käse und Milch auf der Tirol Milch Alm.
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WÖRGL (bfl). Vertreter der Tiroler Milchwirtschaft wollen auf die Qualitätsvorteile der Tiroler Milch hinweisen. Mit neuen Innovationen und einer breiten Produktpalette will man sich bei der Tirol Milch mit dem Standort in Wörgl auch im Wettbewerb gegen ausländische Milchanbieter durchsetzen – trotz eines höheren Preises.

Tirol ist führend
Im Vergleich zu anderen Regionen in Europa besteht die Tiroler Milchwirtschaft vor allem aus kleinen Familienbetrieben. Diese bewirtschaften traditionell und nachhaltig in einer teilweise hochalpinen Bergregion.
Die Tirol Milch sammelt täglich rund 250.000 Liter Milch ein, was 80 Prozent der Tiroler Milch entspricht. Aktuell werden am Standort in Wörgl sechs Milchsorten produziert, wovon fünf Sorten von der Kuh und eine von der Ziege kommt. "Die Herausforderung ist, dass wir hier getrennt sammeln müssen", sagt Josef Braunshofer, Geschäftsführer der Berglandmilch eGen. Das Sammeln kostet die Tirol Milch im Vergleich zu großen Molkereien in Deutschland mehr als doppelt so viel, was sich auch im Preis niederschlägt. Aber, so Braunshofer, man wolle kommunizieren, dass die Milch hinsichtlich der Qualität nicht die gleiche sei. Die kleinen und familiär geführten Betriebe würden Milch produzieren die hochwertiger sei und besser schmeckt.

Vollsortiment im Angebot
"Wir haben in Tirol fünfzig Prozent Spezialmilchsorten, da ist Tirol führend", so der GF der Berglandmilch.Die verschiedenen Arten von Milch und die breite Produktpalette sei ein Markenzeichen, das die Tirol Milch besonders macht, betont auch Partl. So habe der Konsument die Wahl zwischen gentechnik-freier Milch, Heumilch, Tiermilch oder Tierheumilch. Darüber hinaus können die Bauern auch entscheiden, welche Milch sie produzieren wollen.
Auch bei den anderen Milchproduktion gibt es eine große Auswahl. Das bereits bestehende Vollsortiment wurde nun von 200 auf rund 250 Produkte erweitert. "Wir sehen uns als eine Art Innovationsschmiede", sagt Gerald Kotzauer von der Geschäftsführung der Berglandmilch eGen. Zu den neuen Innovationen dieses Jahres zählen Produkte wie ein Hartkäse mit der Reife von mindestens sechs Monaten, mit Früchten unterlegtes Naturjoghurt und Joghurt mit Keksen oder Schokostücken.

Weiterentwicklung am Standort
Die Tirol Milch ist zu 100 Prozent eine Genossenschaft, die milchliefernden Bauern sind also gleichzeitig Mitglieder. Nach dem Zusammenschluss mit der Berglandmilch eGen im Jahre 2010 habe der Tirol Milch Standort Wörgl eine Weiterentwicklung erfahren, die sonst nicht möglich gewesen wäre, sagt Partl, Obmann-Stv. der Tirol Milch. In der Folge des Zusammenschlusses wurden 70 Millionen Euro in den Standort investiert. Heute ist die Tirol Milch Wörgl die nachhaltigste Molkerei Mitteleuropas. Die Nachhaltigkeit beginnt bei den Milchbauern, die keine von gentechnisch veränderten Futtermittel einsetzen und auf Futtermittel aus Übersee verzichten. Sie endet bei der Molkerei selbst: Seit 2013 bezieht die Molkerei ausschließlich Ökostrom aus Wasserkraft. Die Dampferzeugung und Wärmegewinnung für den gesamten Produktionsprozess erfolgt durch ein eigenes Biomasse-Heizwerk. Eine Photovoltaikanlage auf den Dachflächen des Werkes runden die Nachhaltigkeitsbemühungen ab.

Kuh kein Streicheltier
Hinsichtlich der tragischen Kuhattacke in Erl bei der eine Frau ums Leben kam, sind sich die Vertreter der Milchwirtschaft einig. Kühe sind in Tirol als eine Art Markenzeichen auch unmittelbar mit der Almweide verbunden – eine Verknüpfung von der man auch lebe. Es gelte auch hier ein Maß an Eigenverantwortung und Vorsicht. "Eine Kuh ist kein Streicheltier", sagt Braunshofer.

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