KSV1870 bilanziert zum 3. Quartal
Weniger Firmeninsolvenzen aber drastischer Anstieg bei Privaten

Im Bezirk Kufstein gingen die Insolvenzverfahren gegenüber Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr zurück, doch die Privatinsolvenzen nahmen stark zu.
  • Im Bezirk Kufstein gingen die Insolvenzverfahren gegenüber Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr zurück, doch die Privatinsolvenzen nahmen stark zu.
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BEZIRK (red). Der Kreditschutzverband von 1870 (KSV1870) verzeichnet für die ersten drei Quartale des heurigen Jahres einen Rückgang bei Unternehmens- und einen Anstieg der Privatinsolvenzen für den Bezirk Kufstein.

Seit Jänner 2018 wurden im Bezirk in acht Fällen Insolvenzverfahren eröffnet, im selben Zeitraum des Vorjahres waren es 21. Zuletzt wurde etwa die "Cointed GmbH" Gegenstand eines solchen Verfahrens. Mangels Kostendeckung nicht eröffnet wurden sieben Insolvenzverfahren gegenüber Unternehmen, (I.-III. Quartal 2017: 10 Fälle).
Eklatant zeigt sich allerdings dagegen der Anstieg bei den eröffnete Privatkonkursen: 83 Fällen im bisherigen heurigen Jahr stehen 68 Fälle aus dem Vorjahr gegenüber.
Private Schuldenregulierungsverfahren sind gegenüber dem Vergleichszeitraum 2017 um rund zwei Drittel gestiegen, Verbindlichkeiten haben sich beinahe verdreifacht!

Österreichweit immer mehr Privatinsolvenzen

Wie die vorläufige Insolvenzstatistik des KSV1870 ergibt, wurden in den ersten drei Quartalen 2018 in ganz Österreich insgesamt 7.801 private Schuldenregulierungsverfahren eröffnet. Das bedeute ein sattes Plus von fast 66 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2017. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf 1,502 Millionen Euro und haben sich damit um fast 166 Prozent erhöht – durchgerechnet seien das 193.000 Euro pro Schuldner. Dieser Durchschnittswert liege deutlich über dem langjährigen Schnitt, der sich in etwa bei 120.000 pro Schuldner befindet und zeige, dass durch das IRÄG 2017 vermehrt Schuldner mit hohen Verbindlichkeiten eine Schuldenregulierung bzw. Restschuldbefreiung anstreben, so der KSV1870.

Wie die Insolvenzstatistik des Gläubigerschutzverbandes zeigt, bedeuten 7.801 Privatkonkurse in den ersten drei Quartalen 2018 einen absoluten Höchstwert. Grund dafür sei das Insolvenzrechtsänderungsgesetz 2017 (IRÄG 2017), wodurch die Zahl der Schuldneranträge im vergangenen Jahr zunächst deutlich rückläufig war und erst im vierten Quartal 2017 wieder zugenommen habe, so der KSV1870. Dieser Trend setzte sich 2018 in den ersten neun Monaten fort: „Die aktuellen Höchstwerte sind das Ergebnis des IRÄG 2017 und der Entwicklung in den letzten Monaten“, erklärt Hans-Georg Kantner, Leiter KSV1870 Insolvenz. Selbst im Vergleich mit einem „normalen“ Insolvenzjahr, also einem Jahr ohne Einschnitt durch die Gesetzgebung, ergebe sich bei den eröffneten Schuldenregulierungsverfahren ein deutliches Plus von knapp 28 Prozent.

"Krypto"-Spezialisten insolvent

Am 8. Oktober wurde über das Vermögen der "Cointed GmbH" in Kufstein ein Konkursverfahren beim Landesgericht Innsbruck eröffnet. Das Unternehmen befasste sich mit IT-Dienstleistungen und Handel mit dezentralen kryptographischen Werten ("Kryptowährungen"). Geschäftsführer ist Wolfgang Thaler, Gesellschafter die "Cointed Limited" mit Sitz in Hong Kong. Gläubigerforderungen können bis zum 19. November (gerichtliche Anmeldefrist) über den KSV1870 angemeldet werden.

"Hinsichtlich Insolvenzursachen, Vermögen und Schulden liegen uns keine konkreten Angaben vor. Diese werden wir in Zusammenarbeit mit der Insolvenzverwaltung im Detail erheben. Insbesondere wird die Insolvenzverwaltung die Geldflüsse der letzten Monate vor Insolvenzeröffnung im Unternehmen der Schuldnerin prüfen", so der KSV1870.
Zur Masseverwalterin der "Cointed GmbH" wurde die "Hochstaffl & Rupprechter Rechtsanwälte GmbH" in Wörgl bestellt. Die erste Prüfungs- und Berichtstagsatzung wurde mit 3. Dezember festgelegt.

Autor:

Sebastian Noggler aus Kufstein

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