16.11.2016, 16:08 Uhr

Das erwartet Sie heuer im "Rattenberger Advent"

Die alten Rattenberger Ansichtskarten gibt's im Mesnerhaus zu sehen und zu erstehen, das Adventbier kommt aus der "Kristallbrauerei Alpbach".

Viel Traditionelles und Brauchtum, eigener Adventwein, spezielles Adventbier, "energetischer" Platz der 1.000 Lichter und: "sicher kein Weihnachtskitsch".

"Frieden finden" – Unter diesem Motto hat der Kultur- und Wirtschaftsförderungsverein ("KuWiFö") der Glasstadt sein vielfältiges Programm für den heurigen "Rattenberger Advent" zusammengestellt.

"Die vier Freitage werden jeweils Konzerte sein", erklärte Susanne D. Gregori. Den Auftakt machen am 25. November die Mädls von „Harfonie“ gemeinsam mit Ludwig Dornauer, am 2. Dezember lässt das „Tyrol Music Project“ aufhorchen, am 9. Dezember heißt es dann „4-Klang s(w)ingt mit Saxlmanda“ und am 16. Dezember geben sich „Die Mayrhofner“ die Ehre in der historischen Glasstadt. Begonnen wird jeweils um 17 Uhr, der Eintritt ist frei.
Die Advent-Samstage beginnen in der Glasstadt um 14 Uhr mit einem großen Kinderprogramm, ab 17 Uhr gibt‘s traditionelle Musik an der Hauptbühne. Außerdem werden Weisenbläser und Anklöpfler aus Kramsach durch die Glasstadt ziehen.

Zu Mariä Empfängnis am 8. Dezember sind ab 15:30 Uhr die Anklöpfler in den historischen Gassen unterwegs, um 17 Uhr wird dann gemeinsam stimmungsvoll vor dem Christbaum gesungen.

Auch georgelt wird in der besinnlichen Zeit – freitags in der Spitalskirche und samstags in der Pfarrkirche werden Orgelkonzerte als Abschluss der Adventwanderungen durch Rattenberg abgehalten, so KuWiFö-Obmann Josef Fürst.
Paul Lorenz ist als musikalischer Leiter 2016 erstmals auch für das Samstagsprogramm zuständig.
"Wir gehen zurück auf Musik, die sich bei uns schon seit Jahrzehnten entwickelt hat, weniger bis gar keine englischsprachige."

Für das "Gesamtkunstwerk Rattenberg" versuchen die Organisatoren das "Programm dahin zu bringen, wo es hingehört".
Moderiert wird der "Rattenberger Advent" von Adriane Gamper.

Platz der 1.000 Lichter wird "energetisch"

Alfred J. Mühlbacher, GF von "Samt Business Coaching", hat "eine energetische Gestaltung für diesen Platz" geplant. "Unser Team, mit Alfred Mühlbacher, Uschi Keen und Patrizia Sacchini, wurde von der Organisationsleitung dazu eingeladen, mit der Gestaltung des Platzes der 1.000 Lichter einen Beitrag zu leisten, Menschen in ihre Mitte zu führen und Impulse für einen friedvollen Umgang miteinander zu setzen", so die Coaches. "Geführte Meditationen, besondere Geschichten und wunderbare Gespräche" sollen dort "den Menschen ein Licht im Herzen entzünden", erklärte Mühlbacher. Die Lichter sollen heuer einen Friedensstern bilden.

Im "Mesnerhaus" gibt's was zu sehen

"Das müssen wir den Leuten unbedingt zeigen", ist sich Josef Fürst beim jüngst generalsanierten "Mesnerhaus" sicher. Gleich drei Themenfelder warten dort auf interessierte Ausstellungsbesucher:
"Rattenberg in alten Ansichten" zeigt 40 vergrößerte und gerahmte historische Postkartenmotive aus der Sammlung von Martin Götz. Die Faksimile werden auch zum Selbstkostenpreis zu erwerben sein, merkte Fürst an.
"Alles Krippen, die seit Generationen von Rattenberger Familien zuhause aufgestellt werden", zeigt eine Krippenausstellung im Mesnerhaus. Derzeit verhandle Fürst noch mit einer Familie, um ein besonderes, 300 Jahre altes Kleinod zeigen zu können.
Außerdem gibt es eine Ausstellung christlich-orthodoxer Ikonenmalerei.

"Wir sind besonders!"

"So eine Veranstaltung funktioniert nur dann in der ganzen Stadt, wenn man die volle Rückendeckung der Gemeinde hat", bemerkte Fürst. Bürgermeister Bernhard Freiberger meint: "der Erfolg gibt uns recht. Der Rattenberger Advent ist mittlerweile eine Marke." Zudem sei "tam-tam" "nicht der Weg für Rattenberg".
Susanne Gregori strich nochmals die Besonderheit des Adventtrubels in der Glasstadt heraus: "Wir haben eine unglaubliche Kulisse, eine besinnliche Stimmung, die es sonst nirgends gibt. Und die Rattenberger selbst spielen auch eine gewaltige Rolle, etwa, wenn sie im Advent Kerzen in ihre Fenster stellen und so zum gesamtbild beitragen. Das sind Gänsehautmomente, wenn dann der Engel zum Abschluss das 'Ave Maria' singt!"

So schmeckt der Rattenberger Advent

Zahlreiche im kulinarischen Bereich bewanderte Betriebe der Glasstadt bringen sich ebenfalls in den Advent ein. Mit traditionellen Leckerbissen wie Lebkuchen oder Schokolade bis hin zum speziell gebrauchten Adventbier.
Josef Moser von der "Kristallbrauerei Alpbach" hat für den Advent 2016 satte 5.000 Liter bernsteinfarbenes, naturtrübes Kellerbier (4,6%) gebraucht. "Hopfengestopft, leicht und unfiltiert", erklärt Moser. Das dunkle Bier hat lange Tradition in Rattenberg und wurde schon im Vorjahr für den Advent gebraut. Das gibt's in 0,33l-Flaschen und in einer 0,75l-Geschenkvariante im edlen schwarzen Steingutgefäß.
Für die Glühweinfreunde haben die Rattenberger auch heuer wieder ihre ganz eigene Mischung parat: Der Rattenberger Adventwein kommt mit Holundernote in die Krüge und Tassen.

"Sind nicht auf Gewinn ausgerichtet"

Rund 100.000 Euro nimmt KuWiFö als Veranstalter für den Rattenberger Advent in die Hand. Ein Großteil der Mittel kommt von Sponsoren wie dem TVB Alpbachtal-Seenland oder der Rattenberger Sparkasse. Der Verein rechnet mit rund 30.000 Besuchern an den vier Adventwochenenden. "Wir sind nicht auf Gewinn ausgerichtet", erklärten Gregori und Fürst, "aber wir müssen samstags die Eintrittsgelder verlangen, um die Kosten für das Programm zu decken". Alternativ müsste man sonst auf externe Standbetreiber "die Weihnachtskitsch verkaufen" und deren Mieten zurückgreifen. "Das werden wir sicher nicht zulassen!", so Gregori. Die Besonderheit Rattenbergs liege in der besinnlichen Stimmung, was den Advent auch unter den "Advent in Tirol"-Märkten hervorhebe. Diese Kooperation mit der Tirolwerbung, die seit 2009 besteht, bewerten die Organisatoren als durchaus positiv, da die Gruppe "die Qualität in den Vordergrund" stelle und zudem die Werbemaßnahmen, besonders nach Bayern und Italien, professionell aufbereitet bündle, wie TVB-GF Markus Kofler anmerkte.
In den vergangenen drei Jahren wurden jeweils um die 12.000 Karten für die Adventsamstage verkauft.

Die "drei Säulen des Rattenberger Advents"

Freitag: Adventwanderung mit Orgelkonzert (16 Uhr), Konzert auf der Adventbühne (17 Uhr) – Eintritt frei
Samstag: "Klassischer Rattenberger Advent" mit Kinderprogramm, musikalischem Nachmittags- und Hauptprogramm, Tiroler Brauchtum, Orgelkonzert, Herbergssuche, Platz der 1.000 Lichter, Handwerkerstraße – 5 Euro Eintritt
Sonntag: Anklöpfler & Weisenbläser ziehen durch die Stadt – Eintritt frei
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