27.11.2017, 14:57 Uhr

Die 100-Punkte-Party beim Greil in Söll: Robert Parker wäre verzückt gewesen

Vorbesprechung: Werner Feyersinger (Morandell), Heribert Steiner (Greil), Willi Balanjuk und Gerhard Ritter. (Foto: Eberharter)
SÖLL (be). So wie viele geniale Ideen entstammt auch das 100-Punkte-Weinfestival beim Greil in Söll einer durchzechten Nacht von Sepp Greil und einigen Freunden. Nach eineinhalb Jahren Planung war es am Freitag so weit. „Solche Dinge finden normalerweise in New York, Tokio oder in einer anderen Metropole statt“, versicherten die beruflichen Juroren den Genusstrinkern.

Motto: Gemeinsam neue Genüsse erleben

Gemeinsam neue Genüsse erleben – dieses Motto stand hinter dem Festival. Jeder der Gäste hat einen 100-Parker-Punkte-Wein mitgebracht und alle durften davon kosten. Allein daraus ergibt sich, dass die Anzahl der Gäste beschränkt ist. Aus nah und fern kamen sie angereist um insgesamt 3.800 Parker-Punkte zu verkosten. Die Reihenfolge wurde von Heribert Steiner, dem Sommelier des Hauses Greil festgelegt, moderiert wurde die Verkostung vom steirischen Starsommelier Gerhard Ritter bzw. wussten die beiden Fachjuroren Sascha Speicher (Meininger Verlag) und dem Weinakademiker Willi Balanjuk weil über die Weine zu berichten.
Zu den Spendern und Genießern des Abends zählten unter anderem Peter Morandell, der Grand Monsieur der heimischen Weinszene, Armin Döllerer (Weinhandel Döllerer), Andreas und Christian Unterlechner (Unterlechner, St. Jakob), Armin Gander (Die Alm, Sölden), Silvana und Simone Embacher (Weinatelier Agnes, Ellmau) und Armin Künig (Kaiserblick, Ellmau), Reinhold Baumschlager (Präs. OÖ Sommeliervereinigung), Wolfgang Böhm (Steuerberatung, Linz) Christian Zeissmann (Riedel Glas).

„Wir sind alle Freaks“

Robert Parker war der erste, der damit begonnen hat, vor allem französische Weine nach einem Punktesystem zu bewerten. Weinspekulanten verließen sich in der Folge auf seine Punkte und so manches Weinhaus erlebte dadurch den Geldrausch. Karl Oberreiters Sohn Sandro arbeitet in der Greilschen Küche und so wollte der Kufsteiner Nicht-Wein-Kenner beim Festival dabei sein: „Meine Frau hat mich gefragt ob ich verrückt bin so eine Flasche „Cheval Blanc“ zu kaufen. Da ich nun weiß, dass dieses Weingut zum Louise Vuitton-Konzern gehört, wird sie den Preis verstehen.“ Bedankt hat sich Christian Unterlechner vom gleichnamigen Hotel in St. Jakob, dass er mit seinen 24 Jahren bei einem derartigen Festival dabei sein darf.

Auf eigenen Geschmack verlassen

„Wer den selben Geschmack wie die diversen Verkoster hat, für den wird das Weintrinken teuer“, erklärte Ritter. Er empfiehlt, sich auf den eigenen Geschmack zu verlassen, denn noch niemals habe es so viele gute Weine gegeben, als dies derzeit der Fall ist. Wer nicht auf Etiketten achtet. mit Wein nicht spekuliert und bereit ist, weitgehend unbekannte Weingüter zu versuchen, der kann dabei wunderbare Weine erleben.
Nach dieser einzigartigen, humorvollen und sehr berührenden Weinverkostung gab es noch was Handfestes vom Grill. Mike Süßer, Grillweltmeister Geri Hochgatterer und das Greil-Küchenteam zauberten nach knapp zweistündiger Verspätung noch traumhaftes auf die Teller, was jedoch angesichts des 100-Parker-Punkte-Wein-Erlebnisses etwas unterging.
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