11.10.2014, 09:00 Uhr

Arbeitskreis Weltkirche übernimmt Missionsprojekt in Indien

Theresa Sacher und Rebecca Frank von der Missionsprokur St. Gabriel International mit Father Antony Joseph (v. l.), dem Leiter der SVD-Provinz Hyderabad. (Foto: Helm/SVD)
KUFSTEIN (nos). Bewusstseinsbildung zur Gewaltprävention steht im Mittelpunkt eines Projekts des Ordens der "Steyler Missionare" (Societas Verbi Divini, SVD) im indischen Bundesstaat Telangane. Die Koordination der Spendensammlung dafür übernahm nun der Arbeitskreis Weltkirche der Kufsteiner Pfarren.

Zur Kooperation zwischen SVD und Arbeitskreis kam es auf Anfrage von Wolfgang Harrasser. Er war auf der Suche nach einem Projekt, das die Kufsteiner mittelfristig unterstützen könnten und kannte die Missionare von seinem eigenen Einsatz als Entwicklungshelfer auf Papua-Neuguinea.
Die Begeisterung für das Pilotprojekt von Father Bali Reddy war schnell da, im Februar wurde das Projekt im Detail in Kufstein präsentiert. "Von Seite der Missionsprokur ist diese Kooperation ein großes Privileg. Es freut uns, dass es engagierte Menschen gibt, die die Anliegen der SVD in ihren Gemeinschaften weitertragen möchten", so Rebecca Frank von der SVD-Missionsprokur St. Gabriel. "Seit über einem Jahr gab es Überlegungen wie und wohin wir spenden könnten", erklärte die Kufsteiner Leiterin Brigitte Höck, "als wir von diesem Projekt für Mädchen in Indien hörten wussten wir rasch, da können wir gut mit."
Im Mai richtete der Arbeitskreis Weltkirche ein biofaires Frühstück aus in dessen Rahmen die Kufsteiner Gemeinde erstmals mit dem Anliegen in Berührung kam.

Bewusstseinsbildung zur Gewaltprävention

"Indischen Mädchen eine Stimme geben" lautet der Titel der Aktion, für die der Arbeitskreis nun arbeitet. Dabei soll das bei Schülerinnen, aber auch Eltern, Lehrern, Polizei und Obrigkeiten Sensibilität für das Thema sexuelle Gewalt geschaffen werden. Im vorwiegend hinduistisch geprägten Bundesstaat Telangane, etwa doppelt so groß wie Österreich, sind Vergewaltigungen und Übergriffe keine Seltenheit und werden trotz gesetzlicher Bestimmungen oft pauschalisiert als "Tradition" übersehen.
"Ein Projekt zu unterstützen, das ein so schwieriges Thema wie Schutz vor Missbrauch angeht, eines, in dem es um Bewusstseinsbildung geht und das daher nicht so 'schnelle Erfolge' wie ein Brunnenbau oder der Ankauf von Ziegen liefert, verdient großen Respekt und große Weitsicht. Die Strukturen in Indien zu verändern wird keine schnellen Erfolge liefern, aber das Leben einiger zu verbessern ist dennoch ein wichtiger Schritt", zeigen sich sowohl Frank als auch Höck und Harasser überzeugt.
Zwei Schulklassen der HLW sowie zwei des Gymnasiums in der Festungsstadt haben sich am Fastenkalender für 2015 beteiligt, dessen Reinerlös ebenfalls dem Projekt zugute kommen wird. Die Beiträge behandeln das Thema Gerechtigkeit.
"Innerhalb der Steyler Missionare haben wir ebenfalls gut Wind für das Pilotprojekt gemacht, sodass sich mittlerweile andere Provinzen ebenfalls dafür interessieren, in ihren Schulen ein solches Projekt durchzuführen", freut sich Rebecca Frank.

Veranstaltung rund um den Sonntag der Weltkirche

Für das Wochenende vom 17. bis 19. Oktober planen die Kufsteiner einige Aktivitäten, um das Projekt einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen: Am Freitag, dem 17. Oktober, berichtet Pater Franz Pilz von der SVD im Kolpingsaal um 19.30 Uhr über die Mission und das Projekt in Indien. Am Samstag findet von 9.30 Uhr bis 13.30 Uhr im Kulturhaus ein Jazz-Brunch statt. Sonntags, nach der Messe zur Weltmission, gibt es beim Pfarrcafé weitere Möglochkeiten sich zum Projekt zu informieren.
"Was wir in Zukunft an Sammlungen planen, wird in dieses Projekt fließen", erklärte Wolfgang Harrasser. Wichtig sei dem Arbeitskreis, dass das Projekt in Telangane in einigen Jahren breit bekannt werde und daraus mehr Solidarität entstehe.
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