26.07.2017, 15:02 Uhr

Blick hinter die Fassade

Die Aufzeichnung zur 17. Ausgabe der TV-Serie "Gipfel-Sieg" fand kürzlich im Panoramarestaurant auf dem Hartkaiser in Ellmau statt. Die Moderatorin Barbara Stöckl lud dabei zu einem Gespräch auf Augenhöhe zwischen dem Schauspieler Hans Sigl und der Künstlerin Tina Hötzendorfer, die seit 2008 im Rollstuhl sitzt. Es gehe darum einen Blick "hinter den Rollstuhl" zu werfen, sagte Barbara Stöckl. Es wird damit der mitunter stigmatisierende Blick auf Behinderte angesprochen, der noch immer vorherrscht. Und es ist nicht der einzige Blick, der richtend ist.
Egal ob wir auf jemanden mit oder ohne Behinderung treffen, wir alle kategorisieren und schubladisieren im Alltag. Vielleicht ist es eine Macht der Gewohnheit, vielleicht tun wir es auch weil es fast wie eine Art "Überlebensmechanismus" im täglichen, sozialen Leben zu sein scheint, auf den wir uns nur allzugerne verlassen.
Vielleicht sollten wir aber auch innehalten und laut darüber nachdenken, ob wir vom Äußeren eines Menschen sofort auf das Innere schließen können und sollten. Wäre es nicht besser einen Blick hinter die Fassade, hinter den Rollstuhl und hinter das Äußere auf den Menschen zu werfen, bevor wir ihn in eine Schublade stecken – oder noch besser: es gar nicht erst zu tun. Denn egal ob "behindert" oder nicht, das was bleibt und zählt ist letztendlich der Mensch.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.