22.11.2017, 15:04 Uhr

"Festspiele"-Leitung umgebaut, Künstlerherberge bald fertig

Martha Schultz (Neo-Präsidentin "Freunde der Festspiele"), die Stiftungsvorstände LR Beate Palfrader und Hans Peter Haselsteiner sowie Maestro Gustav Kuhn (v.l.) in Erl.

"So gut wie nichts Neues" gäbe es bei den Tiroler Festspielen Erl, meinte Stiftungsvorstand Hans Peter Haselsteiner zur Programmpräsentation in der Passionsspielgemeinde.

ERL (nos). Zwei Mal im Jahr stellen Hans Peter Haselsteiner und Maestro Gustav Kuhn das Programm der Sommer- bzw. Winterspielzeiten der Tiroler Festspiele Erl im Rahmen einer Pressekonferenz vor, zu der bereits traditionell mehr "Freunde der Festspiele Erl" als Medienvertreter kommen. Das liegt aber nicht am Desinteresse der der lokalen und überregionalen Medienvertreter, sondern an der besonderen Verbundenheit des "Freundeskreis", für den die Veranstaltung einen regelmäßigen Fixpunkt darstellt.

"Es gibt so gut wie nichts Neues", meinte Mäzen Haselsteiner zum Auftakt, der diesml nicht im gewohnten Ambiente des Festspielhauses, sondern im "Frühstücksraum" der neuen Künstlerherberge stattfand. Dort sind die Baumaßnahmen in den letzten Zügen, Medien und "Freundeskreis" bekamen im Anschluss die Gelegenheit, den Neubau zu besichtigen.

Stiftung umgestaltet, neue Präsidentin für "Freunde"

Einiges hat sich aber dennoch getan rund um die Tiroler Festspiele. So wurde die Finanzierung und damit der Fortbestand über eine gemeinnützige Stiftung langfristig abgesichert, wofür neben dem Land Tirol auch die Republik Österreich mit in's Boot geholt werden konnte. Dementsprechend wurde der Aufsichtsrat umgewandelt – direkt vor der Präsentation hielt er seine letzte Sitzung in dieser Form ab. Künftig wird ein dreiköpfiger Stiftungsvorstand die Geschicke lenken: Hans Peter Haselsteiner, Landesrätin Beate Palfrader und Sektionschef Jürgen Meindl (Kunst- und Kultursektion im Bundeskanzleramt). Sie übernehmen künftig die Aufgaben des Aufsichtsrats.

Auch beim Verein der "Freunde der Tiroler Festspiele Erl" hat sich etwas getan: WK-Vizepräsidentin Martha Schultz übernahm die Präsidentschaft des Freundeskreises. Zudem habe man "diesen ein Stück attraktiver gestaltet", so Haselsteiner. Diese Gemeinschaft sie von "unschätzbarem Wert" für die Erler Kulturschaffenden. Die neue Präsidentin zeigte sich begeistert, "wieviel Chancen und Möglichkeiten ihr den jungen Künstlern gebt". 
Diese Möglichkeiten liegen etwa in der neuen Orchesterakademie, die in Kooperation mit dem Tiroler Musikschulwerk ins Leben gerufen wurde und regionale, junge Talente entsprechend fördern und begleiten soll. "Kunst und Kultur müssen nachwachsen", betonte Landesrätin Palfrader, die "nochmal betonen" wollte, "dass diese Institution unverzichtbat für die Tiroler und Österreichische Kultur geworden ist".

Ebenso erfreut zeigte sich die Landesrätin über die Kooperation der Festspiele mit der Aktion "Hunger auf Kunst und Kultur", mit deren "Kulturpass" es Menschen mit geringen finanziellen Mitteln ermöglicht wird, verschiedenste Kulturveranstaltungen besuchen zu können. "Kulturgenuss soll nie an der finanziellen Situation scheitern!", meinte Palfrader.

"Das Programm finden Sie im Programm"

Maestro Gustav Kuhn stellte anhand von zahlreichem Feedback scherzhaft fest: "Wir werden ja nicht mehr beurteilt nach der Qualität unserer Tristan-Aufführung, sondern nach der Qualität unserer Toiletten!" Die "schönsten Toiletten Mitteleuropas" gäbe es im Festspielhaus. Er freute sich auch über die Anschaffung eines neuen, alten Cellos aus dem Jahr 1773 sowie eines Geigenbogens, der allein bereits einige Tausend Euro kostete.
Kuhn lobte auch die Zusammenarbeit mit dem TVB "Kufsteinerland", die "zukunftsweisend" sein soll. Die noch in Bau befindliche Künstlerherberge werde auch die Hotellerie-Situation in der Region entspannen, da die Künstler dann nicht mehr zwischen Erl, Walchsee und Bad Häring untergebracht und transferiert werden müssten und damit wieder Kapazitäten für die Gäste frei würden. "Dieses Haus ist eine Sparmaßnahme", meinte Kuhn, denn immerhin gab man in den vergangenen Jahren bis zu 950.000 Euro per Anno für Unterbringung und Transfers aus.
Im Neubau finden die Künstler nun neben den kleinen, feinen Zimmern auch Gemeinschaftsküchen, einen großzügigen Frühstücksraum sowie Spa- & Fitnessmöglichkeiten.

Auf dem Programm der Sommer-Saison stehen wiederum Rossini und Wagner im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, aber "es ist wie immer die Kammermusik genauso interessant wie die großen Ereignisse", so Kuhn, "das Programm finden Sie im Programm". Die vier hintereinander geplanten "Ring"-Aufführungen (26.-29. Juli 2018) sind bereits ausverkauft, nicht zum ersten Mal, wenn Wagners "Ring" in Erl gespielt wird. neben einem Beethoven-Triple (17. Juli) wird's auch wieder eine Matineé mit "Franui" geben (8. Juli), Klavier- und Gitarrenabende sowie koreanisches bei "Zeitgenuss und Ausländler" (12. Juli) wie heimisches bei "Zeitgenuss und Inländer".
Das gesamte Programm der "Tiroler Festspiele Erl" finden Sie online auf der Website der TFE, der offizielle Vorverkauf beginnt am 30. November. Mitglieder des Vereins "Freunde der Tiroler Festspiele Erl" hatten mit der Programmpräsentation bereits 14 Tage im Voraus die Möglichkeit zuzuschlagen.
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