21.09.2014, 20:35 Uhr

Frauenkulturreise Feldkirch 2014 der kath. Frauenbewegung und des Frauentreff Kitzbühel

Basilika Rankweil
Wörgl: kfb Regionalstelle Wörgl |

Frauenkulturreise 2014:

Ein voller Erfolg war die Frauenkulturreise Feldkirch der katholischen Frauenbewegung und des Frauentreff Kitzbühel.
Auf den Spuren von Geschichte und Kultur reisten 22 Frauen vom 17.09 bis zum 19.09.2014 durch Vorarlberg. Das „Ländle“ ist nicht nur ein Traum für Naturliebhaber und ein bedeutender österreichischer Wirtschaftsstandort, sondern auch uralter menschlicher Siedlungsraum“, betonte Mag. Harald Rupert, der es als „Kulturattaché“ der Reisegruppe vortrefflich verstand, Zahlen, Fakten und Daten informativ und unterhaltsam zu präsentieren. Schon die Anreise mit dem Zug nach Feldkirch war ein Erlebnis und das Strahlen der Herbstsonne ein Geschenk, das alle dankbar genossen.
Zusammen mit seiner Frau Luise Rupert hat er ein großartig organisiertes, abwechslungsreiches Kultur- und Genussprogramm auf die Beine gestellt. Von Feldkirch aus ging es zunächst hoch zur Basilika Rankweil auf den Liebfrauenberg. Einst Wehrkirche und heute ein bedeutender Ort der Marienverehrung, der zusammen mit der dort in einem unterirdischen Raum befindlichen Vorarlberger Landesgedächtniskapelle alle mit seinen Installationen zum Thema „Unantastbarkeit der Würde des Menschen“ und „Glaube an Gott“ beeindruckte und spirituelle Impulse setzte.
Am Abend stand noch ein Rundgang durch die historische Altstadt von Feldkirch mit seinen romantischen Gassen, dem Dom St. Nikolaus und den stolzen Türmen auf dem Programm bevor es dann zurück zum Hotel ging.

Absolute Höhepunkte

des zweiten Tages waren das Hittisauer Frauenmuseum und ein Konzertbesuch in Hohenems im Rahmen der Schubertiade, dem bedeutendsten Schubert Festival der Welt.
Das Hittisauer Frauenmuseum

im Bregenzerwald ist österreichweit das erste und auch einzige Frauenmuseum. Es wurde im Jahr 2000 gegründet und widmet sich in jährlichen Ausstellungen frauenrelevanten Themen aus den Bereichen Kultur- und Sozialgeschichte, Kunst, Geschichte und Literatur. Die Führerin Marion Maier nahm die Besucherinnen und Besucher mit auf eine interessante Reise durch die Welt der „gestickten Moral“. Hunderte von Spruchtüchern, vor allem aus dem letzten Jahrhundert, sind Teil der diesjährigen Ausstellung und legen Zeugnis ab über das damalige Frauenbild und (doppel-) moralische Appelle und Ermahnungen zu Fleiß, Frömmigkeit und Sparsamkeit.
Der Besuch am Nachmittag auf dem Hohenemser jüdischen Friedhof – übrigens ganz in der Nähe des neuen muslimischen Friedhofes – machte betroffen, auch nachdenklich und war eine gute Einstimmung auf das jüdische Museum in der Villa Heimann Rosenthal. Thema der Dauerausstellung dort ist die wechselhafte dreihundertjährige Geschichte der Hohenemser Juden im Spannungsfeld von Diaspora, Migration, Antisemitismus und Nationalsozialismus.

Musikgenuss auf höchstem Niveau und Entspannung bot dann am Abend im Markus-Sittikus-Saal in Hohenems ein Kammerkonzert mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert und Felix Mendelssohn Bartholdy präsentiert vom bekannten Cuarteto Casals.
Krönender Abschluss unserer Reise war am nächsten Tag das Kloster Letzehof, bei Feldkirch, seines Zeichens das erste buddhistische Kloster in Österreich. Tashi Rabten wurde 1981 von Gesche Rabten Rinpotsche gegründet. Der Österreicher Manfred Neurauter - einer von zehn buddhistischen Mönchen des Klosters- empfing uns herzlich und führte uns in den großen reich geschmückten Gebetsraum. Das Interesse der Gäste an der fremden Religion war enorm und der Gedankenaustausch rege. Viel Interessantes Neues über Buddha und seine Lehren, aber auch den Tagesablauf eines buddhistischen Mönches erfuhr man wie zum Beispiel, dass man unheilsame Handlungen vermeiden, heilsame Handlungen ausführen und seinen Geist zähmen soll. „Dies seien die Wurzeln unserer Erfahrungen von Leid und Glück“, so Neurauter. Parallelen, die man durchaus auch zu den anderen Weltreligionen ziehen kann, wie Viele fanden. Besonders schön war auch ein kleiner Spaziergang hoch zur Stupa1 des Klosters, der majestätisch auf einer Anhöhe thronte und natürlich umrundet wurde.
Durch Wiesen und Felder ging es dann bei strahlendem Sonnenschein auf einem Saumpfad zurück nach Feldkirch, wo uns der Bus zum „Vater-unser- Meditationsweg“ in Tosters brachte.
Dieser 1 km lange in die Natur eingebettete Pfad führt von der Kapelle St. Wolfgang hoch nach St. Corneli. Er umfasst 8 Bildsäulen mit den Bitten des Vaterunsers und startet mit dem stimmigen Impuls „Vater-Mutter-himmlisches Du“ und lud uns ein zum Beten und Meditieren. Oben angekommen, empfing uns das Wallfahrtskirchlein St. Corneli aus dem 11. Jahrhundert. Eine von nur vier dem Heiligen Cornelius geweihten Kirchen in Österreich. Hier steht auch die 1000-jährige Eibe, ein Naturdenkmal, das dem angrenzenden Gasthaus, in dem wir vorzüglich speisten, den Namen gab.

Fazit: drei wunderbare Tage mit tollen Frauen, die lange in Erinnerung bleiben werden und die Vorfreude auf die nächste Frauenkulturreise mit Luise und Harald Rupert. Und, so viel ist sicher, wir kommen wieder, denn es gibt im „Ländle“ noch viel zu entdecken.

1 Der Stupa ist ein buddhistisches Bauwerk, das Buddha und den Dharma symbolisiert. Stupa ist ein Sanskritwort und bedeutet "Haarknoten", oder allgemein der "obere Teil des Kopfes", aber auch "Ansammlung von Steinen und Erde". Einen Stupa zu errichten, gilt im Buddhismus als sehr heilsam, da positives Karma im Geist des Erbauers zurückbleibt. Auch in der Zukunft seien dem Baumeister dadurch vielfältige Vorzüge durch vorteilhafte Wiedergeburten gegeben. Im besten Fall wird eine rasche Erleuchtung ermöglicht. Den Stupa zu umschreiten, sei ebenfalls sehr vorteilhaft und ermögliche positive Wiedergeburten. Der Stupa wird von Buddhisten rituell im Uhrzeigersinn umkreist. (Quelle Wikipedia)
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