15.03.2017, 10:00 Uhr

Freiraum Wald bringt frischen Wind

Der im September in Kirchbichl eröffnete Waldkindergarten mag für viele eine große Neuheit sein, in Ländern wie Deutschland und Dänemark gehören Kindergärten dieser Art aber schon längst zum Standardrepertoire der heimischen Kindererziehung. Der Hauptunterschied zu einem normalen Kindergarten? Ganz einfach: der Gruppenraum ist der Wald. Der Wald ist somit nicht nur Symbol für Freiraum, sondern wird auch zum Spielplatz und Mittelpunkt im Kindergartenalltag. Auf Plastik verzichtet man fast gänzlich, zieht dem Künstlichen Holz und natürliche Stoffe vor.
Der Boom und das große Interesse rund um die Waldkindergärten scheint nur ein Teil einer allgemeinen "Rückkehr zum Ursprung" und des Umdenkens hin zu einem ökologischerem Bewusstsein zu sein. Dass dieses Umdenken schon im Kindesalter verinnerlicht wird, ist eine positive, vielleicht sogar notwendige Entwicklung.
Mit dreckigem Gesicht durch den Schlamm wühlen und in Lacken hüpfen – wer hat als Kind nicht schon davon geträumt? Kinder im Waldkindergarten Kirchbichl, beispielsweise, dürfen das. Das Grundkonzept in Kirchbichl orientiert sich an der Montessoripädagogik, die das Kind und seine Individualität in den Mittelpunkt stellt. Das Kind darf selbst entscheiden wann es basteln oder spielen will und bewegt sich in einem sehr freien Umfeld, dem doch immer Grenzen gesetzt sind. In einer Welt, die von Abgrenzung, Zeitknappheit und strengen Regeln gekennzeichnet ist, könnte ein solches Konzept frischen Wind in festgefahrene Erziehungsmethoden bringen. Ob der erste Tag in der Schule nach zwei bis drei Jahren des absoluten Freiraumes für die Kinder dann zum Schock wird, ist eine andere Geschichte...

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