02.11.2016, 12:17 Uhr

Kreuze wurden auf Hochglanz gebracht

Die Sagzahnschmied-Mitarbeiter bei der alljährlichen Grabkreuzpflege am Friedhof Mariatal bei Kramsach. (Foto: Eberharter)
KRAMACH (be). Jahr für Jahr, wenn die Menschen ihrer Toten gedenken, dann wird es bei der Sagzahnschmiede in Kramsach stressig. Die zwölf Kunstschmiede und Steinmetze schwirren in die Friedhöfe der Region 31 aus, um die Kreuze, Tafeln, Laternen und andere Metallteile, auf den von ihnen hergestellten Gräbern zu putzen.
„Unsere Mitarbeiter – und das beginnt bereits beim Lehrling – kennen die Gräber sehr genau, die von uns errichtet wurden“, schmunzelt Hans Guggenberger auf die Frage, ob er denn einen Plan habe, auf welchen Friedhöfen welche Gräber errichtet wurden. Tirolweit, und da gibt es wohl kaum einen Friedhof, auf dem der Sagzahnschmied nicht schon tätig war, sind es immerhin rund 10.000 Gräber.
Seit über 40 Jahren wird dieser kostenlose Service vor Allerheiligen durchgeführt, auch wenn es kaum einmal ein Dankeschön dafür gibt. Hans hat diese Gepflogenheit von seinem Vater Johann übernommen und ihm auch zugesichert, diesen Service auch beizubehalten. Da werden kleine Gläser bei den Laternen ausgetauscht, Dinge festgeschraubt, die sich in den Jahren gelockert haben und vieles mehr. Zwei Tage lang tauschen die Schmiede ihren Hammer und Amboss und die Steinmetze ihre Werkzeuge durch Putzlappen und spezielle Reinigungsmittel aus und während die Angehörigen die Blumen und Gestecke auf den Gräbern pflegen, kümmern sie sich darum, dass die Kreuze wieder in der Sonne funkeln.
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