22.05.2017, 12:57 Uhr

Spatenstich für mehr Effizienz

Auch Landeshauptmann Günther Platter wohnte der Spatenstichfeier beim Kraftwerksgelände in Kirchbichl bei.

Die TIWAG lud zur Spatenstichfeier nach Kirchbichl. Das Kraftwerk wird saniert und erweitert.

KIRCHBICHL (bfl). Der Startschuss für das Erweiterungsprojekt Kraftwerk Kirchbichl ist gefallen: am Freitag, den 19. Mai beging man den Spatenstich in feierlichem Rahmen. Unter den zahlreichen Ehrengästen, die der Einladung folgten und zum Betriebsgelände des Kraftwerks in Kirchbichl kamen, war auch Landeshauptmann Günther Platter.
"Unser schönes Kraftwerk liefert schon seit 75 Jahren Strom. Damit das die nächsten neunzig Jahre nun auch so bleibt, sind wir heute hier", sagt TIWAG-Vorstandsvoristzender Erich Entstrasser beim Spatenstich. Man will das Kraftwerk "fit machen für die Zukunft" und hat dabei drei Ziele: Verbesserung der Anlagensicherheit und des Hochwasserschutzes, ein höherer ökologischer Standard und mehr Effizienz.

Erhöhte Produktion
"Wir haben mit dem Ausbau eine erhöhte Produktion um 25 Prozent gegenüber dem Istzustand und können von 130 auf 165 Gigawattstunden erhöhen", erklärt Entstrasser.
Die TIWAG investiert 110 Millionen in die Erweiterung und Sanierung des Kraftwerks mit dem Ziel den Wirkungsgrad der Anlage weiter zu verbessern. Errichtet wird beim Projekt das "Krafthaus Kirchbichl 2" mit einer weiteren Turbine und ein Dotierkraftwerk, mit dem die Restwasserabgabe auch zur Stromgerzeugung genutzt wird. Dadurch erhöht sich die Ausbauleistung des Kraftwers von rund 19,4 auf 38 Megawatt und insgesamt können zusätzlich rund 35 Gigawattstunden Strom pro Jahr erzeugt werden. Mit dieser zusätzlichen Strommenge könnten – zum Vergleich – 8.500 Haushalte versorgt werden.
Auch das Abflussvermögen der Wehranlage wird erhöht. Während man im Jahr 1942 1.800 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abführte, muss die TIWAG nun 2.374 Kubikmeter pro Sekunde abführen können.
Neben der Verbesserung der Anlagensicherheit ist ein weiteres erklärtes Ziel die gewässerökologische Durchgängigkeit. Durch den Bau des Dotierkraftwerkes und einer Fischwanderhilfe können die Fische nach der Fertigstellung vom Unterwasser zum Oberwasser aufwandern. "Richtig gesprochen haben wir dann eine Fischautobahn", sagt Entstrasser.
Die ersten Schritte werden nun die Errichtung der Baustelle sowie deren Zufahrten. Deswegen wird auch eine Brücke über den Inn errichtet, um im Anschluss die A12 problemlos zu erreichen. So bleiben die Landesstraßen vom Baustellenverkehr größtenteils verschont. Die Fertigstellung des Gesamtvorhabens ist bis Ende 2020 vorgesehen.

Vierjähriger Vorlauf
Bereits im Juli 2013 hatte die TIWAG das Projekt "Sanierung und Erweiterung Kraftwerk Kirchbichl" beim Amt der Tiroler Landesregierung zur Umweltverträglichkeitsprüfung eingereicht. Bei der öffentlichen Verhandlung im November 2016 wurden keine Einwände gegen das Projekt erhoben. Ende März 2017 stellte das Amt der Tiroler Landesregierung dann in erster Instanz den positiven Bescheid zur Umweltverträglichkeitsprüfung.
"Mit diesem Erweiterungsprojekt setzt die TIWAG den nächsten wichtigen Schritt in Richtung einer Energieautonomie unseres Landes", betonte Platter in seiner Festansprache. "Neben der Moderniesierung bestehender Anlagen bekennt sich die Tiroler Landesregierung auch klar zum Ausbau der Wasserkraft in Tirol. Es liegt in unserer gemeinsamen Verantwortung für kommende Generationen, diese saubere und umweltschonende Energiealternative in Tirol zu forcieren."
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