11.02.2018, 09:00 Uhr

Wasserretter versammelten sich in Brandenberg

Kathrin Gasteiger, Mario Sprenger, Einsatzstellenleiter Stv. Thomas Schaffer, Thomas Summerer und Einsatzstellenleiter Michael Ausserhofer (v.l.) bedankten sich bei ihrem Vereinseigenen Baumeister Thomas Schaffer für sein unglaubliches Engagement beim Zubau in Kramsach. (Foto: Florian Haun)

Wasserrettung Mittleres Unterinntal blickt bei Jahreshauptversammlung gespannt auf Fertigstellung der Erweiterung ihres Einsatzzentrums.

BRANDENBERG/KRAMSACH (flo). "Nach mehr als drei-jähriger Vorbereitungsphase konnten wir im vergangenen Jahr endlich mit der dringend benötigten Erweiterung unserer Garage in Kramsach beginnen und wir sind schon beinahe fertig", sagt Michael Ausserhofer, Einsatzstellenleiter der Wasserrettung Mittleres Unterinntal. Diese hielt am Freitag, den 2. Februar im Brandenberger Gasthof Ascherwirt ihre Jahreshauptversammlung ab.
Wie bereits berichtet, besteht im Kramsacher Einsatzzentrum, welches gemeinsam mit der Bergrettung genutzt wird, akuter Platzmangel. Das im Jahr 2000 erbaute Einsatzzentrum wurde bereits zwischen 2006 und 2008 erstmal aufgestockt. Dennoch mussten bereits zwei Botte der Wasserrettung aus der rund 160 m2 großen Garage in eine örtliche Tenne ausgelagert werden. Da dies im Einsatzfall ungünstig ist, wurde beschlossen das Einsatzzentrum um einen weiteren Garagenkomplex nach Norden zu erweitern.
Nach langer Vorbereitung erfolgte schließlich am 26. Juni des vergangenen Jahres der Spatenstich für das Bauvorhaben. Der Rohbau konnte bereits bis September komplett fertig gestellt werden. "All unsere Fahrzeuge stehen bereits in der neuen Garage und es ist eine ganz neue Arbeitsqualität wenn man sich rund um die Fahrzeuge bewegen kann und sie zum beladen nicht mehr nach draußen fahren muss", so der Einsatzstellenleiter über das gelungene Projekt. Derzeit wird noch am Innenausbau gearbeitet. Die Einweihungsfeier findet voraussichtlich im heurigen Frühjahr statt. Auch die Bergrettung erhielt Platz im neuen Zubau.

12 Gemeinden finanzieren Projekt

Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 165.000 Euro, wovon 110.000 Euro von den zwölf betreuten Gemeinden finanziert werden. Weitere 25.000 Euro werden von der Wasserrettung MUT selbst übernommen. 9.000 Euro kommen vom Landesverband sowie der Sparkassenstiftung. Der Landesverband schafft zudem im heurigen Jahr ein neues Aluminiumboot für die Wasserrettung MUT an. Diese stationiert dann im Gegenzug die Unterwasserschleppkamera Tirol des Landesverbands. Die Wasserrettung erhält zusätzlich noch ein brandneues sogenanntes "Otter Boot" (aufblasbares Schlauchboot) vom Landesverband. Auch die Anschaffung eines zweiten Allradfahrzeugs für den Einsatzfall ist bereits beschlossene Sache und wahrscheinlich wird ein gebrauchtes aber in sehr gutem Zustand befindliches Einsatzfahrzeug des Roten Kreuzes Innsbruck gekauft.
Ein erfolgreiches Abkommen mit den zwölf betreuten Gemeinden ist seit drei Jahren der "Gemeindecent". Dabei bezahlt jede Gemeinde pro Einwohner einen Cent an die Wasserrettung, um die Kosten des laufenden Dienstbetriebs zu decken. "Allerdings beginnt dieses Projekt leider zu bröckeln, denn wir haben von der Stadt Wörgl für das heurige Jahr keine konkrete Zusage bekommen und alle Anfragen blieben bisher unbeantwortet", bedauert Einsatzstellenleiter Ausserhofer.

Wildschönau "entlassen"

Ursprünglich betreute die Wasserrettung Mittleres Unterinntal 13 Gemeinden im Bezirk, nämlich Kramsach, Brixlegg, Rattenberg, Radfeld, Kundl, Breitenbach, Angerberg, Mariastein, Angath, Wörgl, Brandenberg, Münster und die Wildschönau. Allerdings wurde das Betreuungsgebiet Wildschönau im vergangenen Jahr entlassen, da es seitens der Gemeinde bedauerlicherweise keinerlei Unterstützung für die Wasserrettung MUT gab. In Zukunft wird die Wildschönau von der Einsatzstelle Reith betreut.

Statistik erfreulich

Erfreulich ist auch die relativ konstant bleibende Zahl von rund 350 Mitgliedern, davon 43 im aktiven Dienst. Diese meisterten im abgelaufenen Jahr insgesamt 17 Einsätze, darunter zwölf Alarmeinsätze, wie etwa acht Personen suchen ohne Ergebnis, vier Personenrettungen und bedauerlicherweise auch drei Bergungen von Toten. Weiters gab es im abgelaufenen Jahr insgesamt 131 Überwachungsdienste mit rund 640 erbrachten Arbeitsstunden im Wörgler Wave, Kundler Schwimmbad sowie im Rehazentrum Münster und sogar einige am Achensee, bei welchen 77 Versorgungen nötig waren. Die Jugendgruppe der Wasserrettung zählt rund 70 Nachwuchswasserretter, welche in sieben Gruppen aufgeteilt jeden Mittwoch eine Stunde im Wörgler Wave trainieren.
Vertreter der Wasserrettung MUT im vergangenen Dezember beim Ö3 Weihnachtswunder in Linz dabei waren und eine Spende von insgesamt 700 Euro übergaben. Natürlich durften auch die traditionellen Ehrungen nicht fehlen und so wurden Theresa Bäuml und Kassier Stv. Mario Sprenger von Landesleiter Markus Kostner und Bezirkshauptmann Christoph Platzgummer mit dem Leistungsabzeichen in Bronze für ihren unermüdlichen Einsatz ausgezeichnet.
Weiters legte Simone Thalhammer ihre Funktion als stellvertretende Schriftführerin nieder und Thomas Summerer wurde zu ihrem Nachfolger gewählt. Auch Einsatzstellenleiter Michael Ausserhofer betonte, dass er seine Funktion nicht mehr ewig ausführen will und wenn sich ein Nachfolger führ ihn findet, er für diesen Platz machen würde. Landesleiter Kostner erklärte in seiner Ansprache abschließend, dass es im vergangenen Jahr Tirolweit insgesamt 181 Alarmeinsätze gab.
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