23.10.2016, 17:34 Uhr

WÖRGL: Turmgeschichten von und mit Brigitte Gmach

Wörgl: Evangelisches Gemeindezentrum | (wma) Brigitte Gamach, eine weitum bekannte Breitenbacher Künstlerin die hauptsächlich mit Materialien wie Ton, Metall, Nirosta, Draht, Glas und Glaskristalle arbeitet hat auch eine andere Leidenschaft - das Gehen, besser gesagt das Pilgern worüber sie immer wieder Leseabende veranstaltet bei denen sie über ihre Erlebnisse berichtet. So auch letztens im Evangelischen Gemeindezentrum in Wörgl wo sie über ihre Wanderung von Sonneberg bis nach Saalfeld in Thüringen, ein Teilabschnitt des Lutherweges, erzählte. Inspiriert hatte sie dazu ein Familientreffen 2013, Gmach ist in siebzehnter Generation mit Dr. Caspar Aquila, verwandt. Aquila starb im November 1560 in Saalfeld und war ein anerkannter lutherischer Theologe. Auf Grund dieser Verwandtschaft und des 500- Jahr Jubiläums der Reformation im kommenden Jahr ging Brigitte Gmach letztes Jahr diesen Teil des Lutherweges, den die Besucher nicht nur in ihren Worten folgen konnten sondern auch zahlreiche Bilder untermauerten ihre spannenden Geschichten. Sie wanderte diesen Weg von rund 200 km alleine wobei Gmach vieles erlebte und letztendlich an ihrem Zielort in Saalfeld auch noch einen 10-tägigen Aufenthalt als Türmerin im Turmzimmer der Johanneskirche verbrachte. Dabei musste sie um in das Zimmer zu gelangen vorerst 130 Stufen bewältigen. Das Turmzimmer, spartanisch eingerichtet ohne Küche und als Nottoilette diente ein simpler Kübel, so Brigitte Gmach. Oftmals bestieg sie fünf oder gar sechsmal am Tag den Turm um in ihr Zimmer zu gelangen. Von ihren Erzählungen erfuhr der kleine Kreis an Besucher, dass die "neue" Türmerin viele Erlebnisse niederschrieb. So etwa über Engel die dann auf ihrer, aus Papier gearbeiteten Strickleiter vom Turm auf und ab schwebten. Auch das sie einen Brand der direkt neben der Kirche war, verschlief. Sie erzählte von Gesprächen mit Marktfahrern und Schaustellern die sie in einem Cafe beim Frühstück kennen lernte. So war sie auch mitten in eine Montagsdemo geraten. Sie lernte einen Rollstuhlfahrer kennen der auf seine Freundin wartete, beide lebten in einem Altersheim, allerdings jeweils in einem anderen Heim. Gerade dieser Rollstuhlfahrer der nicht finanziell gesegnet war, war ein ausschlaggebender Punkt das Brigitte Gmach diese Geschichten, "Turmgeschichten" wie sie die Geschichten bezeichnet, niederschrieb.
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