11.10.2017, 12:12 Uhr

Grüne hoffen auf schnelle Ermittlungsergebnisse, FPÖ: keine Verantwortung "für alle Sauschädel"

Landtags-Klubobmann Gebi Mair apelliert an alle Tiroler Parteien, das friedliche Zusammenleben im Land nicht auf's Spiel zu setzen. (Foto: Grüne)

Grüne besorgt über politisches Klima in Tirol – "Das war keine besoffene Aktion", so Mair.

TIROL/KIRCHBICHL (red). Die Tiroler Grünen zeigen sich nach dem Vorfall am TSD-Heim in Kirchbichl, die BEZIRKSBLÄTTER berichteten, besorgt über das politische Klima in Tirol. „Was muss passiert sein, damit jemand so etwas hasszerfressenes tut?“ fragt sich der Grüne Klubobmann im Landtag Gebi Mair. 

„Das war keine besoffene Aktion. Das war planmäßig und bewusst“, weist für Gebi Mair die aufwändige Anbringung auf einem Stock auf gezieltes Vorgehen hin. „Mich erinnert das an den Ku-Klux-Klan, der Kreuze als Zeichen der Einschüchterung verbrannte. Offensichtlich ist die Absicht des Sauschädels, das gute Zusammenleben in Tirol zu erschüttern.“

Mair hofft nun auf schnelle Ermittlungsergebnisse durch die Polizei. „Ich hoffe, dass die Täter bald ausgeforscht werden. Ich appelliere aber auch an alle politischen Parteien, auf das politische Klima in unserem Land zu achten. Wir sollten uns um ein friedliches Zusammenleben aller Menschen bemühen“, so Gebi Mair. Dazu gehöre auch ein Ende der Stimmungsmache gegen die Unterbringung von Menschen auf der Flucht. Der Grüne Klubobmann erwartet sich entsprechende Distanzierungen der Parteien von diesem Akt des Hasses und der Intoleranz.

Mair konfrontierte auf Twitter auf FPÖ-Landesparteiobmann Markus Abwerzger mit dem Vorfall. Dieser antwortete: "Für alle Sauschädel tragen wir nicht die Verantwortung! Zudem hetzen wir nicht!"

"FPÖ-Skandale fast im Wochentakt"

Bereits zuvor, als der Kirchbichler "Sauschädel" durch die BEZIRKSBLÄTTER publik wurde, warnte Mair vor "blauen Hasspredigern und Gesinnungskameraden".

"Monatelang hatte die FPÖ die Schließung des Flüchtlingsheims in Kirchbichl gefordert. Wie heute bekannt wurde, fällt die Agitation auf fruchtbaren Boden und erinnert frappant an die Schwazer Sauschädelaffäre", so Mair. Er erinnerte an den Vorfall in Schwaz Ende Mai: dort "ermittelte der Verfassungsschutz, am Freitag ist am Landesgericht die Verhandlung gegen jenen mittlerweile ausgetretenen FPÖler angesetzt, die wegen der Einladung zum Spanferkelessen mit Bezug auf die muslimische Fastenzeit Ramadan die Herabwürdigung religiöser Lehren prüft."

"Wer auch immer in Kirchbichl einen Schritt weiter gegangen ist, als die Täter von Schwaz und das im Islam verbotene Schwein nicht vor einem Kulturverein abgelegt, sondern direkt an die Tür einer Flüchtlingsunterkunft gelegt hat, hat sich von der FPÖ inspirieren lassen", sagt der grüne Klubobmann. Seit einem halben Jahr liefere "die FPÖ fast im Wochentakt Skandale - neben der Schwazer Sauschädelaffäre von einer Hitler-Geburtstagsgratulation über eine Verurteilung eines regionalen Spitzenfunktionärs wegen Herabwürdigung religiöser Lehren bis zum Rücktritt eines Landesparteivorstands-Mitglieds wegen Nazi-Devotionalien in seiner Apotheke." "Ich warne davor, was eine Regierungsbeteiligung dieser FPÖ bedeuten würde: Zwielichtige Personen nicht nur im Parlament, sondern auch in Ministerien. Das kann sich Österreich nicht leisten.", meint Mair.
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