22.10.2016, 21:07 Uhr

Echte Bauernhofatmosphäre

Kufstein: Weißach |

11. Teil: Die Reise in meine Vergangenheit.


In einzigartiger Lage am Rand von Weißach, umgeben von Wiesen und Weiden stehen zwei Bauerhöfe, dazwischen eine Waschküche, wie ich es von früher kannte und ein modernes Ausgedinge, in dem die Altbauern wohnen. Der alte Eingang mit seiner schweren Haustür und den Stufen ist, glaube ich, immer noch so, wie früher. Im ersten Stock und darüber die Balkone mit den herrlichen Blumen.
Das Geheimnis, warum es der Bäuerin gelingt, sie jährlich so prachtvoll blühen zu lassen, hat die Hausfrau uns auch nicht ausreichend verraten.
Vor dem Haus befindet sich ein Bauerngärtchen für Kräuter und Gemüse, welches von einem Holzzaun umgeben ist. Ich war neidisch auf die schönen großen Kohlrabi, die dort standen. Es schien ein guter Boden zu sein, wenn alles so gut wachsen konnte.
Ob die alten Apfelbäume schon zu meiner Zeit standen, kann ich mich nicht mehr erinnern. Dem Aussehen nach könnte es möglich sein. Jetzt geben sie herrlich Schatten zum Ruhen.
Wir sahen Ziegen, Kühe oder waren es noch Kälber, was versteht schon der Stadtmensch, und Pferde auf der Weide.
Eine Wanderung ums Haus erlaubte uns einen Blick in den Kuhstall und hinterm Haus auf die glücklichen Hühner im Auslauf. Einen zweiten, sehr großen Garten konnten wir nur von weitab betrachten. Unserer Meinung nach war da alles angebaut was ein Hof für seine Bewohner braucht. Mitten drin war noch ein moderner Pferdestall, denn die Familie liebte Pferde, das konnte man fühlen.

Die Inneneinrichtung des Hofes war rustikal und wie erwartet in echtem Bauernhofstil. Der Gang und die Stiege waren mit Fleckerlteppichen belegt. Im Obergeschoß befanden sich zwei große Ferienwohnungen, im Parterre freundliche Fremdenzimmer. Mit welcher Liebe sie eingerichtet waren, zeugen die Fotos.
Die Hausfrau blieb bescheiden, wenn wir sie über die viele Arbeit ansprachen.

Voll Erwartung gingen wir am ersten Abend schon auf Erkennungstour Richtung Weißach. Auf dem Fußweg, hinterm Haus den Hügel bergauf bis zum Kreuz. Einen herrlichen Rundblick hatten wir, doch alles war anders. Natürlich, es wurde, wie überall, rundum neu gebaut. Modern oder ländlich, ob es immer zusammenpasst war hier die Frage.

Wir waren auf dem Weg, den ich zu gut vom täglichen Milch holen kannte. Wenn mir der Weg zu langweilig wurde, machte ich mit der vollen Milchkanne Übungen, die zur Erforschung der Schwerkraft dienten. Ich erforschte, dass nur hohe, und gleichbleibende Geschwindigkeit verhinderten, wenn man die Kanne rund schwenkt, dass Milch verloren ging. Es gelang leider nicht immer. Bei Verlusten habe ich die verlorene Masse beim Dorfbrunnen nachgefüllt. Meine Stiefmutter wunderte sich manchmal über die dünne Milch. Einmal brach der Bügel der Milchkanne. So kamen meine Studien und deren Folgen ans Tageslicht. Daraufhin mußte ich meine Forschung einstellen.

Im alten Zentrum angekommen war nichts, auch nichts mehr wieder zu erkennen. Weißach war dazumal ein Weyer - heute ist es ein moderner Stadtteil.
Dass das Wasch-und Badehaus und davor der große Brunnentrog nicht mehr da sein wird, war mir klar. Von den alten Bauernhäusern um einen kleinen Dorfplatz gab es nur noch eines, wo ich glaubte etwas erkennen zu können. An der Ecke eine kleine Kapelle war was ganz Neues. Die Geräteschuppen und die Dreschtenne waren natürlich verschwunden. Ich suchte nach dem Lebensmittelgeschäft, über dem wir gewohnt hatten. Ein Haus mit zwei großen Schaufenstern müßte man doch finden können. Das Buchauerhaus war doch gegenüber? Nichts sah so aus, wie es einmal war. Dann doch: die früheren Offiziershäuser die waren noch da. Die großen Hallen und Baracken der Glasfabrik wurden umgebaut in moderne Verkaufsgebäude. War gegenüber doch der Ganderbauer? Es war mir nicht möglich, das festzustellen.

Weißach bekam zwei neue Hotels, sahen wir. Das Alpenrose-Hotel muß auf der freien Wiese vor uns, vor dem Lebensmittelgeschäft gebaut worden sein. Also muß das graue Haus dahinter, wo wir gerade davor standen, früher ein Lebensmittelgeschäft gewesen sein? Es mußte.

Das zweite Hotel, kam mir vom Namen her bekannt vor. Der Lanthalerhof war früher der größte Bauernhof. Ein ??? Mauracher ging mit mir zur Schule. Sollte das Hotel ihm gehören? Wir entschlossen uns, dort im noblen und recht bekannten Restaurant zu Speisen. Eine ältere Frau gab im Service Anweisungen. Könnte dies die Schwester des Lausbuben von früher sein?

Die Geschichte geht noch weiter.
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Erika Bauer aus Bruck an der Mur | 23.10.2016 | 05:27   Melden
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Franz Binder aus Weiz | 23.10.2016 | 09:15   Melden
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renate krska aus Neubau | 23.10.2016 | 18:11   Melden
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Gerhard Woger aus Deutschlandsberg | 25.10.2016 | 12:32   Melden
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