20.10.2016, 10:30 Uhr

Kufsteiner "Kaffeesieder" auf High-Tech-Level

Thomas Siedler (li.) und Mario Vitale enthüllen den "Balken", den nächsten großen Wurf in Sachen FilterKaffee-Maschine.

"Cald'oro" präsentierte nicht nur erfolgreiche Bilanzvorschau sondern vorab auch Weltneuheit vor der eigentlichen Premiere auf der "Gast".

KUFSTEIN (nos). Beinah nur die Eingeweihten, die Branchen-Insider, kennen sie, die bald 70-jährige Kaffeemaschinentradition in der Festungsstadt. Seit 1947, als Theodor Hopfner "Alpina" gründete, werden in Kufstein Kaffemaschinen produziert, 1968 übernahm einer seiner Mitarbeiter, Franz Kupfner, das Unternehmen. "Alpina" machte sich einen Namen im Profisegment – in einigen Gastronomiebetrieben sollen knapp 30 Jahre alte, noch immer einwandfrei funktionierende "Alpina"-Maschinen ihren Dienst versehen, wie Geschäftsführer Thomas Siedler am 18. Oktober erzählen konnte.

Mittlerweile, seit 2011, firmiert das Unternehmen unter der Dachmarke "cald'oro" und rühmt sich damit, "der einzige Kaffeemaschinenhersteller, der in Österreich produziert" zu sein. Gefertigt wird bei Maschinenbauer Grissemann in Kufstein-Sparchen, vertrieben werden "cald'oro", "Alpina", "Veron", "Schaerer", "Animo" und, als Generalvertrieb für Österreich, "Reneka"-Maschinen vom anderen Ende der Stadt aus in Endach. 2012 verbuchte das Unternehmen der beiden Inhaber und Geschäftsführer Thomas Siedler und Gerald Unterberger 736.000 Euro Umsatz. Ihr Ausblick auf das Bilanzergebnis 2016 ist freudig. "Vier Jahre später, 2016, werden wir unseren Umsatz auf rund 1.480.000 Euro verdoppelt haben", so Unterberger.

Unternehmensziel: "Kunden den perfekten Kaffee in die Tasse bringen"

Gemeinsam mit Verkaufsleiter Mario Vitale gaben die Geschäftsführer einen Einblick in den Gastro-Kaffespezialisten "cald'oro", der sich auf 500 Quadratmetern vom Ersatzteillager bis zum Showroom im Gewerbegebiet Kufstein-Süd ausgebreitet hat.
13 Mitarbeiter beschäftigen die Kufsteiner dort.
Nicht nur Siedler und Vitale sind echte Kaffeeprofis, auch einigen der Servicetechniker wurde eine ganz besondere Zusatzausbildung zuteil: sie sind Barista-Meister. Der Grund liegt für Gerald Unterberger auf der Hand: "Auch unsere Techniker sollen das Gespür für den Kaffee haben!" So können sie nicht nur rasch mit Ersatzteilen zu Hilfe eilen, wenn die Maschine streikt, sondern den Gastronomen vor Ort auch gleich beratend zur Seite stehen, was Auswahl und Mahlgrad der Bohnen, Wasserdruck, Milchschaumzubereitung und Ähnliches angeht. Die Leidenschaft für das dunkle Elixir geht für das Trio erkennbar über das reine Geschäft hinaus:
"Wir verkaufen hier nicht nur Kaffeemaschinen, sondern nehmen den Kunden an der Hand, damit er den perfekten Kaffee in der Tasse hat."

Dafür gibt's von den Barista-Meistern auch gerne ausführliche Schulungen und Trainings für die Kunden und ihre Mitarbeiter. "Die haben das oft schon jahrzehntelang gemacht, aber wir konnten noch jedes Mal einen 'Aha'-Effekt erzielen", schmunzelt Siedler.

Neben Vollautomaten und Siebträger-Maschinen aus massivem Edelstahl für die fachgerechte Espresso-Zubereitung versteht sich "cald'oro" mit "Alpina" auch auf wahre Hochleistungs-Geräte, wie "Gaja", die sieben verschiedene Heissgetränke zwischen Milchkakao, Latte Macchiato, Glühwein und Jagatee zeitgleich in die Tassen laufen lassen kann – bis zu 970 pro Stunde! Auch Kaffemühlen und diverses Zubehör bieten die Kufsteiner an.

Die Renaissance des Filterkaffees

Dass neben der italienischen Barista-Kaffeekultur auch die klassische Filtermaschine nicht ausgedient hat, zeigt auch die neueste Innovation bei "cald'oro". "Filterkaffe feiert ein Comeback. Wenn man ihn richtig macht, schmeckt er hervorragend, aber bislang haben es die meisten einfach falsch gemacht", erklärt Siedler. Zwei neue Filterkaffeemaschinen für die Gastronomie werden Siedler und Unterberger auf der Salzburger Fachmesse "Alles für den Gast" Anfang November präsentieren. Namen haben die Modelle noch keinen, drei Entwickler tüftelten 1.080 Stunden an den Weltneuheiten die nicht nur technisch, sondern auch in der Gestaltung bestechen sollen. 210.000 Euro investierte "cald'oro" in die Entwicklung, den Verkaufspreis kennen auch die Geschäftsführer noch nicht.
Durch die qualitative Umsetzung der Produkte, bis auf Schläuche und Kabel besteht das Innenleben der meisten Geräte aus Stahl, haben die Kufsteiner Kaffeespezialisten einen klaren Vorteil gegenüber der Konkurrenz. "Wir müssen nicht über den Preis verkaufen", erklärt Mario Vitale, "manche unserer Maschinen sind doppelt so teuer als Konkurrenzprodukte, aber diese Qualität macht uns keiner nach. Das wissen unsere Kunden."

Die Kufsteiner Unternehmer gehen jedenfalls davon aus, dass der Plafond im Segment noch nicht erreicht ist, auch die Gastronomiekonzepte steckten, was Kaffeehäuser angehe, noch eher in den Kinderschuhen. Die Zukunft könnte Coffeeshops bringen, in denen der Gast aus Dutzenden Bohnen seine Mischung und anschließend seine Zubereitungsvariante auswählt. Siedler, Unterberger und Vitale begeben sich bislang weiter auf ihre Mission: "Die Leidenschaft für den Kaffee wieder zu wecken."


Wer sich fragt, ob so eine Kapselkaffeemaschine eigentlich günstiger wäre, kann den "Kapselkalkulator" auf der "cald'oro"-Homepage ausprobieren.
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