23.01.2018, 12:40 Uhr

"Neuhäusl"-Hof mit Sanierungspreis ausgezeichnet

Der "Neuhäusl"-Hof in Scheffau ist Preisträger des Tiroler Sanierungspreises. (Foto: David Schreyer)

Sanierungspreis für historischen Scheffauer Bauernhof, Anerkennung für Maßnahmen am "Mesnerhaus" in Rattenberg.

TIROL/BEZIRK (red). Land Tirol und "Energie Tirol" haben zum vierten Mal den "Tiroler Sanierungspreis" ausgeschrieben, zahlreiche Einreichungen von gelungenen Sanierungsprojekten wurden von einer hochkarätigen Fach-Jury begutachtet. Elf Projekte mit Vorbildcharakter wurden nominiert und fünf davon am 22. Jänner im Innsbrucker Landhaus ausgezeichnet. Vier weitere Objekte erhielten eine Anerkennung. Zudem wurde ein Sonderpreis für ein Energiekonzept im Sinne von "TIROL 2050 energieautonom" vergeben.

Mit dem Tiroler Sanierungspreis 2018 ausgezeichnet wurden der Dechantstall in Brixen im Thale, das Dolomitenbad Lienz, das Internat der Landwirtschaftlichen Lehranstalt Rotholz sowie das 300 Jahre alte Giatlahaus in Innervillgraten und der historische Hof "Neuhäusl" in Scheffau. Den Sonderpreis für ein Energiekonzept im Sinne der Vision von TIROL 2050 energieautonom erhielten die Innsbrucker Kommunalbetriebe, die am Verwaltungsgebäude fortan auf eine hocheffiziente Wärmeversorgung setzen


Alter "Neuhäusl"-Hof

Mit viel Liebe zum Detail und intelligenten Bau- und Haustechniklösungen wurde das historische Bauernhaus in Scheffau saniert. Die architektonische Gestaltung und Materialwahl stehen in einem spannenden Dialog mit der bestehenden Bausubstanz. Das Beispiel beweist, dass eine energietechnische Ertüchtigung von historischen Gebäuden nicht im Widerspruch mit guten gestalterischen Lösungen unter Erhaltung von wichtiger Baukultur steht. Fazit der Jury: Innovation und Tradition treffen im Passivhausstandard aufeinander.
„Wir sind dieses Projekt mit voller Energie angegangen. Es war uns ein Anliegen, einen energietechnischen Standard herzustellen, der auch in 20 Jahren noch aktuell ist.“
Markus Rieder, Bauherr

Anerkennung für "Mesnerhaus"

Dem Leerstand entgegenwirken, so der Vorsatz der Pfarre Rattenberg. Im Einklang mit dem Denkmalschutz gelang die Generalsanierung eines bereits stark angegriffenen Altstadthauses.Mittels sensibler Eingriffe und durch die Verwendung neuer Materialien wurde die historische Substanz stimmig ergänzt. Obwohl Verbesserungen des Wärmeschutzes nur punktuell möglich waren, ist der Energiebedarf, auch auf Grund der dicht aneinandergereihten Bebauung, niedrig.

„Mit dem Einbau eines Liftes ist nicht nur das gesamte Gebäude barrierefrei erschlossen, sondern auch die Verbindung zur Pfarrkirche gewährleistet.“
Roland Frühauf, Pfarrprovisor


„Der Tiroler Sanierungspreis würdigt hervorragende Sanierungsleistungen, die architektonische und energietechnische Qualität verbinden. Mit der Auszeichnung von Vorzeigeobjekten, zielen wir auch darauf ab, das Wissen über energieeffiziente und nachhaltige Lösungen von Sanierungen zu verbreiten und zu fördern“, so Bruno Oberhuber, Geschäftsführer von "Energie Tirol". Mit Blick auf die diesjährigen Preisträger stellt er fest: „Die Leerstandsthematik stellt uns vor immer größere Herausforderungen. Leerstehende Gebäude und Wohnungen sind nicht nur ein Problem des privaten Eigentümers, sondern bringen zusätzlich vielschichtige soziale und ökonomische Probleme mit sich. Es freut mich deshalb umso mehr, wenn wir Beispiele auszeichnen dürfen, die bestehende Bauflächen effizient nutzen.“

Mit 79 Einreichungen für den diesjährigen Sanierungspreis zeigt sich der hohe Stellenwert bei ArchitektInnen und PlanerInnen. Der Sanierungspreis wird von einer unabhängigen Jury vergeben. Ausschlaggebend für die Bewertung ist das Gesamtkonzept der Sanierung, in dem die energetische Qualität, Fragen der Architektur sowie bauökologische Maßnahmen gleichermaßen beurteilt werden. Grundlegende Voraussetzung für das umfassende Gelingen einer Sanierung, ist die frühzeitige Einbeziehung aller beteiligten Fachleute.
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