18.01.2018, 12:57 Uhr

WK-Obmann Martin Hirners Eröffnungsrede 2018

WK-Bezirksobmann Martin Hirner begrüßte die Wiltener Sängerknaben und die Festgäste am 17. Jänner zum Neujahrsempfang in Kufstein.
KUFSTEIN (nos). Mit einer traditionell launigen Rede eröffnete WK-Bezirksobmann Martin Hirner den Neujahrsempfang am 17. Jänner in der Wirtschaftskammer Kufstein. 

Hier die Ansprache in voller Länge

"Es freut mich außerordentlich, dass wieder so viele meiner Einladung zum diesjährigen Neujahrsempfang gefolgt sind. Ich heiße euch nochmals alle herzlich willkommen!Schön dass ihr da seid!
Für die Wirtschaft ist es selbstverständlich, dass die Zukunft schon heute stattfindet. Erlauben Sie mir dennoch einen kleinen Rückblick.
2017 war nicht nur für die Wirtschaft ein sehr gutes Jahr. Die Welt hat sich dennoch verändert. Finanzkrisen, Brexit, Trump, Kim Jong-Un, Kriege und Konflikte im Nahen Osten, Terroranschläge in Europa etc. beschäftigten uns alle.
Trump und Kim Jong-Un streiten sich darum, wer den größeren und gefährlicheren roten Knopf hat. Dabei wäre es sicherer, wenn sie nur darum streiten würden, wer den größeren roten Kopf hat. Während Trump sich am Golfplatz vergnügt, streckt Putin geschickt seine helfenden Hände nach Asien aus. Asien wird in absehbarer Zeit die Führungsrolle in der Weltwirtschaft übernehmen. 
Die EU beschäftigt sich ausschließlich mit sich selbst. Sie bräuchte in Anbetracht der großen Aufgaben wie z.B. Brexit, Katalonien, Migration uvm. schon längst gravierende Reformen.Im Super-Wahljahr hat sich in Österreich ein politscher Wandel vollzogen. Die ständig streitende rot-schwarze Koalition ist Geschichte. Die Grünen haben sich verabschiedet und sind in trübere Gewässer abgetaucht.
Peter Pilz hat sich zum großen Chef-Aufdecker ernannt und ist mit sich selbst also MeToo beschäftigt. Nun vollzieht er gerade den Rücktritt vom Rücktritt. Wie schnell so ein grüner Pilz wieder wachsen kann!
Die SPÖ ist mit Gott und der Welt beleidigt und baut gerade ihre Parteizentrale in Wien zu Österreichs größter Pizzeria um, damit ihr prominenter Pizzaflitzer beschäftigt ist.
Und türkis-blau nimmt die Zukunft in die Hand!
Auch unsere Nachbarn, die Deutschen, haben gewählt. Sie zeigen uns gerade, wie es nicht geht. Jene, die regieren wollen, können es nicht. Jene, die regieren können, wollen es nicht. Muss das deutsche Volk so lange wählen, bis es den Politikern endlich gefällt?
Seien wir Österreicher doch froh, dass wir in so kurzer Zeit wieder eine vielversprechende und handlungsfähige Regierung zustande gebracht haben.
Wer mich kennt, weiß, dass ich in meinen vergangenen Neujahrsansprachen mit politischer Kritik nicht hinter dem Berg hielt und immer zu Veränderungen und Verbesserungen aufrief.Ein Großteil der Österreicher war auch meiner Meinung und hat bei der Nationalratswahl die ständig streitende Regierung und den Stillstand abgewählt. Die neue Koalition verspricht Veränderung, Reformen, Entbürokratisierung, Entrümpelung der Gesetze und Entlastungen für alle. Sie zeigt großen Arbeitseifer und ist mit Eilzugtempo unterwegs.
Die neue Regierung möchte alles anders machen und das ist eine willkommene Ansage. Wir wünschen uns alle, dass sie das auch beweisen. Die Mehrheit der Österreicher erwartet sich eine Haltung des Ermöglichens und nicht des Verhinderns.
Jetzt muss türkis-blau zeigen, was es kann.
Ich hoffe, dass unsere neue Regierung die Anfangs- schwierigkeiten rasch überwindet und ihren Weg unbeirrt weitergeht.
„Es gibt nichts Gutes außer man tut es!“
Messen wir sie an ihren Taten und lassen wir sie rauchfrei arbeiten. 
Unser Landeshauptmann Günther Platter hat bereits unter Beweis gestellt, dass die Politik nicht dazu da ist, unsere Steuermittel im Gießkannensystem zu verteilen, sondern auch unseren Kindern und Enkelkindern eine Zukunft in Wohlstand zu sichern. Ich danke dir lieber Landeshauptmann und deinem Team für das Einhalten des Nulldefizits und das pro- wirtschaftliche Denken und Handeln.Für die bevorstehende Landtagswahl wünschen wir dir alles Gute, damit Tirol weiterhin auf Erfolgskurs bleibt. Unseren Segen hast du. Vergiss uns Kufsteiner bitte nicht!
Die Auftragsbücher sind voll! Der Wirtschaftsmotor läuft auf Hochtouren. Wir haben Vollbeschäftigung in unserem Land. Jeder, der arbeiten will, bekommt Arbeit. Ich kenne keinen Betrieb, der nicht Arbeitskräfte sucht. Wir haben nicht nur einen Facharbeitermangel sondern schon längst einen generellen Arbeitermangel.
Es ist höchst an der Zeit, dass das Arbeitslosengeld für Durchschummler gekürzt wird und dass Fleiß sich wieder lohnt. Nun wird endlich die soziale Hängematte abmontiert. Spucken wir in die Hände und packen wir’s an!
Allein der Reformwille der neuen Regierung hat genügt, um die Unternehmer wieder zu Investitionen zu motivieren. Alle Branchen sind im Aufwind. Die Arbeitslosenzahlen sinken. Die Zinslage bleibt gut. Und das beschert der Politik die höchsten Steuereinnahmen. 
Es braucht Stärke in der Umsetzung und Geduld im Erklären. Natürlich ist es manchmal schmerzhaft, auf gewisse Zuwendungen des Staates zu verzichten, wenn Privilegien abgeschafft werden. Wir müssen uns aber vor allem um jene kümmern, die fleißig arbeiten und damit unser Land weiter nach vorne bringen.Die Schwarzmalereien der Opposition und ihre linken Zurufe werden von selbst aufhören, wenn Herr und Frau Österreicher wieder lernen, dass nur durch Leistung sichtbar mehr Geld in ihrer Tasche landet.
Sehr verehrte Festgäste!
Und nun zu unserem Bezirk:
Kufstein leidet noch immer unter der schweren Last des Verkehrs. Der Verkehrskollaps in und um Kufstein ist uns jedes Wochenende sicher! Leider haben uns die alten SPÖ- Verkehrsminister in dieser Sache immer wieder die kalte Schulter gezeigt.
Lieber Landeshauptmann! Ich bitte dich aber auch die Nationalräte aufrichtig, die schwarze Mehrheit in der Regierung zu nutzen, damit uns Kufsteinern hier geholfen wird. Wir brauchen endlich eine Lösung für die Vignettenflüchtlinge und eine Autobahnauffahrt für das Industriegebiet Langkampfen. Mit diesen zwei Punkten würden wir einen Großteil des Verkehrs wieder in den Griff bekommen. 
Ich bedanke mich bei Herrn Erwin Obermayr, dass er bereits eine Studie in Auftrag gegeben hat. In Langkampfen sollte eine Verkehrsspange von ca. 150 m errichtet werden, die zur Autobahnauffahrt Kufstein Süd führen würde. Der Werksverkehr durch Kufstein Zell und Langkampfen könnte mit dieser Auffahrt zum Wohle der Anrainer leicht gelöst werden.Wo ein Wille, da ein Weg!
Sehr geehrte Damen und Herren!
Ich traue mich zu behaupten, dass sich unsere schlank aufgestellte Wirtschaftskammer in Kufstein zu einer echten Service- und Dienstleistungsstelle für die Unternehmer entwickelt hat.
Es ist uns gelungen, auf Augenhöhe, punktgenau und persönlich die Anliegen der Unternehmer in unserem Bezirk positiv zu erledigen. Neben vielen wichtigen Veranstaltungen für Wirtschaftstreibende haben wir im Jahr 2017 z.B. 2.853 Kundenkontakte absolviert und Fachgespräche geführt, 607 Gründungsberatungen abgehalten und 102 Arbeitsrechtsfälle positiv gelöst. 176 Mal haben wir uns gemeinsam mit Funktionären vor Ort um die Anliegen der Unternehmer gekümmert. Das WIFI Kufstein kann eine Rekordauslastung verzeichnen und ist dadurch mit Abstand der umsatzstärkste WIFI-Bezirk in Tirol geworden. 
Diese Leistung ist nur mit vollem Einsatz möglich. Danke allen Mitarbeitern der Bezirksstelle Kufstein!Unser Motto in Kufstein lautet: Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg!
Wir haben Veranstaltungen zur Berufsorientierung durchgeführt, um Jugendliche und deren Eltern für die Lehre zu begeistern. Ich kenne keinen arbeitslosen Meister, aber einige arbeitslose Akademiker. Facharbeiter sind gefragter denn je, daher hat die Ausbildung von Fachkräften höchste Priorität. In Zusammenarbeit mit den Schulen ist es uns gelungen, die Lehre wieder auf ein höheres Niveau zu stellen. Daher bedanke ich mich bei allen Lehrkörpern, aber auch bei unseren Lehrbetrieben für ihr Engagement.
Bedanken möchte ich mich auch bei den Sozialpartnern für die gute und angenehme Zusammenarbeit und dass auch sie ein regelmäßiges Treffen mit uns befürworten. Danke euch für diese Bereitschaft! So ist es uns gemeinsam gelungen, viel Streit im Keim zu ersticken und die Probleme für beide Seiten positiv zu lösen.
An dieser Stelle wünschen wir Hansjörg Steinlechner vom AMS für seinen wohlverdienten Ruhestand alles Gute und viel Gesundheit. Wir heißen seine Nachfolgerin Margit Exenberger herzlich willkommen. Bitte hab auch du ein offenes Ohr für die
Wirtschaftstreibenden in Kufstein! Danke. 
Ich möchte mich beim Bezirkshauptmann für die Bereitschaft bedanken, einen Bezirksdialog mit Spitzenbeamten und unseren Wirtschaftstreibenden ins Leben zu rufen. Diese Treffen haben bereits zweimal stattgefunden und wurden von beiden Seiten als zukunftsweisend empfunden.Ziel dieser Gespräche war ein verständnisvollerer Umgang miteinander, damit Probleme praxisnah und gemeinsam gelöst werden können.
Jetzt möchten wir eine Clearingstelle einrichten, die sich um problematische Fälle kümmert. Hierfür gibt es bereits eine Prioritätsliste. Eine derartige beispielhafte Initiative ist zurzeit noch einzigartig in Tirol.
Herr Landeshauptmann, bei diesen Gesprächen hat sich herauskristallisiert, dass die größten Herausforderungen für beide Seiten die Überbürokratie und die praxisuntauglichen Gesetze sind.
Ich fordere dich auf, nach der Landtagswahl, wo du sicherlich souverän die absolute Mehrheit erreichen wirst, altverstaubte Gesetze zu entrümpeln, die Bürokratie auf das Notwendige zu beschränken und praxistaugliche Vorschriften zu gestalten.
Dies wäre eine Erleichterung für die Verwaltung und natürlich auch für die Wirtschaft. Ich versichere dir, dass das Zusammenspiel beider Seiten harmonischer und geräuschloser funktionieren wird.  
Wir haben begonnen, das Bewusstsein für regionale Produkte zu stärken. Dies gilt nicht nur für traditionelle Lebensmittel, sondern auch für gewerbliche Produkte. Die Wertschöpfung muss in unserer Region bleiben.Es muss aufhören, dass Schnitzelfleisch billiger verkauft wird als Katzenfutter und dass die Handarbeit eines Tischlers aus der Region mit der Leistung eines Möbeldiskonters verglichen wird. Für 2018 haben wir wieder weitere Arbeitsrunden geplant, damit wir mittelfristig aus unserer Region einen besonderen Lebensraum mit einer herausragenden Lebensqualität gestalten können.
Auch der Digitalisierung haben wir uns nicht verschlossen. Im Gegenteil – unsere Vision ist es das Tiroler Unterland zu einer digitalen Modellregion zu machen. Wir haben letztes Jahr mit Partnern aus Kufstein und Wörgl die Innovationsplattform Kufstein gegründet. Ziel ist es die Region fit zu machen für die Themen der Zukunft. Wir wollen den Erfahrungs- und Wissensaustausch zwischen Unternehmen, Lehrkräften, Studierenden und Schülern verstärken und damit kritisches Denken, Kreativität und Unternehmergeist fördern.
Lieber Landeshauptmann, wir wollen von den 100 Mio Digitalisierungsförderungen des Landes möglichst viel nach Kufstein holen und bitten dich, uns dabei tatkräftig zu unterstützen. Wir haben einige Projekte in Ausarbeitung und
auch schon beim Land eingereicht. 
Bei dieser Gelegenheit bedanke ich mich bei unserem Funktionär und Sprecher der Plattform i.ku, Markus Gwiggner, für seinen Einsatz.Die Wirtschaftskammer in Kufstein ist deshalb ein starker Partner für die Wirtschaftstreibenden, weil sie zukunftsfit ist. Wir sind überzeugt, dass unsere Unternehmer 2018 hervorragende Konjunkturdaten liefern werden. Die WK Kufstein wird sie mit aller Kraft dabei unterstützen.
2018 wird mit Garantie ein erfolgreiches Jahr. Die Steuerlast wird geringer. Die Politik schafft die Rahmenbedingungen und ist auf dem richtigen Weg. Die Wirtschaft boomt. Es wird wieder investiert und somit ist Aufbruchsstimmung und Anpacken angesagt.
Ich wünsche euch allen viel Kraft und Mut, Gesundheit, Glück und Gottes Segen, damit ihr die Herausforderungen für 2018 gut meistert.
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